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Fußpflege

Wellness für die Füße

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Anna Knon
Anna Knon
am Mittwoch, 11.08.2021 - 13:19

Kennen Sie das? Rissige Haut an den Fersen, ein mitgenommenes Nagelbett am Zeh, trockene Haut am Fußrücken... Höchste Zeit, sich um die Füße zu kümmern.

Wer den ganzen Tag auf den Beinen war, kann sich abends oft nicht mehr aufraffen, die Füße zu pflegen, aber so viel Zeit muss sein. Erstens fühlt man sich ingesamt wohler, wenn man gut zu Fuß ist, zweitens können sich dann keine Schwielen, Schrunden oder Hühneraugen entwickeln.

Eincremen schützt vor Schrunden und Schwielen

Nach jedem Duschen oder Füßewaschen sollten die Füße eingecremt werden. Fußbalsam ist nicht teuer, weder von Naturkosmetik-Linien noch konventionelle Produkte. Ideal für die Fußhaut ist harnstoffhaltige Creme; bei der Zutatenliste auf den Zusatz Urea achten. Wer keinen Fußbalsam oder keine spezielle Fußcreme zur Hand hat, kann zur Not auch Handcreme oder Allzweckcreme verwenden. Cremen ist in jedem Fall besser als Nichtcremen und nicht nur einmal in der Woche, sondern jeden Tag – vor allem, wenn man zu trockener Haut neigt.

Regelmäßig eingecremte, gepflegte Haut bleibt elastisch und kann den Druck durch das Schuhwerk besser ausgleichen als trockene Hornhaut, die sich zu Schwielen verdickt, dann noch mehr drückt oder Hühneraugen entwickelt. Besonders empfindlich sind die Fersen, dort können Risse und Schrunden entstehen können, die bei jedem Schritt weh tun oder sogar zu bluten anfangen bzw. sich entzünden. Sandalen und offene Schuhe fördern das Austrocknen der Haut an den Fersen, auch mit zunehmendem Alter nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der Haut ab und die Anfälligkeit für Risse zu. Ist die Haut erst einmal eingerissen, wird es langwierig, sie wieder heil zu bekommen.

Fußbad: Eine Wohltat nicht nur für die Füße

Ein Fußbad ist kein großer Aufwand. Länger als etwa fünf Minuten sollte es ohnehin nicht dauern, damit die Haut nicht zu sehr aufquillt. Als Badezusatz sind außer den speziellen Mitteln aus dem Drogeriemarkt auch Naturprodukte wie (Meer-)Salz oder Obstessig geeignet. Obstessig hilft gegen Schweißfüsse und tötet die Bakterien ab, die den unangenehmen Geruch verursachen. Salz wirkt ebenfalls entzündungshemmend und bringt auch Linderung bei geschwollenen Füßen und Beinen, außerdem ist es ein besonders billiger Badezusatz. Nach dem Fußbad lassen sich Hornhaut oder verdickte Hautstellen an den Zehen gut entfernen. Gründliches Abtrocknen – auch zwischen den Zehen – ist wichtig, anschließendes Eincremen ist Pflicht, weil Wasser die Haut austrocknet.

Auch die Füße schwitzen, denn an den Fußsohlen befinden sich Schweißdrüsen, die bei Sommerhitze und in geschlossenen Schuhen jede Menge Schweiß absondern. In Strümpfen und Schuhen entwickelt sich schnell ein feucht-warmes Klima und damit der ideale Nährboden für Pilze und Bakterien. Manche Menschen neigen zu Fußschweiß und sollten ihre Füße besonders sorgfältig pflegen, aber auch auf Schuhe aus luftdurchlässigem Material achten. Lederschuhe mit Lederfütterung sind günstiger als Kunststoff, weil das Naturmaterial Feuchtigkeit besser aufnehmen kann.

Ein älterer Herr sitzt im Garten und badet seine nackten Füße in einer alten, kleinen Emaille-Schüssel. Er trägt eine dunkelblaue Jeans, die hochgekrempelt ist.

Schwitzende Füße „trockenlegen“

Fusspuder

Auch Socken und Strümpfe sollten aus Naturmaterial sein und täglich gewechselt werden. Gummistiefel sind die reinsten „Schwitzkästen“ für die Füße, lassen sich aber im Arbeitsalltag nicht immer vermeiden. Um so wichtiger ist es, die Stiefel jedes Mal gründlich austrocknen zu lassen.

Ein probates Mittel, um die Füße in Stiefeln, Schuhen bzw. Socken angenehm trocken zu halten ist Fußpuder. Am besten streut man ihn direkt in die Socken, dann verteilt sich der Puder beim Gehen automatisch auf den ganzen Fuß und saugt den Schweiß auf.

Geschwollene Füße wollen Bewegung

Geschwollene Füße sind unangenehm, die Haut spannt, die Schuhe werden im Laufe des Tages eng und enger. Besonders betroffen sind Frauen, weil ihr Bindegewebe nachgiebiger ist als das von Männern. In der Folge erweitern sich die Venen, die in den Adern befindlichen Klappen schließen nicht mehr richtig, sodass der Rückstrom des Blutes ins Herz gebremst ist. Die Füße bzw. Beine werden dick und dicker. Gerade im Sommer schwellen Füße und Knöchel an wenn man lange sitzt oder steht.

Linderung verschafft Bewegung, also Fußgymnastik, z. B. Aufstehen und im Wechsel Zehen und Fersen heben und wieder senken und auf den Boden drücken – mehrmals hintereinander und am besten schon bevor die Beine schwer und geschwollen sind. Auch Treppensteigen bringt die Venenpumpe in Gang.

Wohltuend ist auch kaltes Wasser: Nutzen Sie jede Gelegenheit, um bis zum Knie in kaltem Wasser zu treten oder kaltes Wasser über die Beine laufen zu lassen – so wie es Pfarrer Kneipp schon „gepredigt“ hat. Ein Wechsel zwischen kalten und warmem Wasser bringt den Blutfluss ebenfalls wieder in Schwung. Legen Sie die Füße zur Entspannung so oft wie möglich hoch.

Fuß- und Nagelpilz sind keine Bagatelle

Pilzbefall an der Fußhaut sollte man nicht als Bagatelle abtun. Die kleinen Einrisse in der Haut sind auch Eintrittspforte für Bakterien und damit Risiko für eine Wundrose. Wird Fußpilz nicht systematisch bekämpft, kann er sich am ganzen Körper ausbreiten; es bilden sich juckende rötliche, manchmal auch nässende Hautstellen.

Zwar sind Fußpilz und Nagelpilz extrem hartnäckig, aber man kann sie loswerden. Damit sie sich erst garnicht ansiedeln, hilft das Trockenhalten der Haut zwischen den Zehen. Das ist in geschlossenen Schuhen gerade im Sommer nicht einfach, aber mit Naturmaterialen für Schuhe und Strümpfe sowie Fußpuder geht es einfacher (siehe oben).

Bei Nagelpilz hilft der Hautarzt weiter; die Behandlung mit sogenannten antimykotischen Tabletten dauert sehr lange – bis zu einem Jahr, weil man sie nehmen muss, bis ein gesunder Fußnagel komplett nachgewachsen ist und das dauert bis zu einem Jahr! Wer bereits verfrüht nach einigen Wochen die Tabletten absetzt, weil sie vermeintlich nicht helfen, braucht erst gar nicht damit anzufangen.

Die Füße in die Hände eines Profi legen?

Die Füße hin und wieder in die Hände einer professionellen Fußpflegerin zu legen, kann man nur empfehlen. Achten Sie bei der Auswahl auf die Berufsbezeichnung „Podologe“ oder „Medizinischer Fußpfleger“; nur wer eine entsprechende Ausbildung mit staatlichem Abschluss nachweisen kann, darf diese Titel führen.

Podologen schneiden die Nägel, behandeln eingewachsene, verdickte oder eingerollte Nägel oder Nagelpilz. Sie tragen verdickte Hornhaut und Schwielen professionell ab und entfernen Hühneraugen. Zudem sind sie durch ihre Ausbildung berechtigt, die Füße von Risikopatienten wie Diabetikern fachgerecht zu behandeln.

„Fußpfleger“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Es darf sich also jede und jeder so nennen, aber dann ausschließlich die Pflege und Vorbeugung am gesunden Fuß anbieten. Wer gesunde Füße hat und eine kosmetische Fußpflege mit Pediküre und einer Wohlfühlmassage möchte, ist hier nicht falsch.

jemand nutzt eine Hornhautfeile um sich die Füße zu pflegen. Auf sterilem weißen Untergrrund.

Was tun gegen Dornwarzen und Hühneraugen?

Dornwarzen am Fuß können jeden Schritt zur Qual machen. An der Hautoberfläche sieht man meist nur eine kleine Erhebung mit einer verdickten Mitte, aber Dornwarzen ragen – wie der Name schon sagt – wie ein Dorn oder Stachel tief ins Gewebe. Verursacht werden Dornwarzen durch Viren, mit denen man sich beispielsweise ansteckt, wenn man in Schwimmbad oder Sauna barfuß läuft. Wie alle Viren lieben sie feucht-warmes Klima – auch am Fuß.

Und sie sind ansteckend. So ansteckend, dass man beim Hantieren an einer Dornwarze das Virus an eine andere Hautstelle verschleppt und eine weitere Dornwarze wächst. Die Ansteckung „funktioniert“ innerhalb der Familie auch bestens durch gemeinsames Benutzen eines Handtuchs zum Füßeabtrocknen.

Manchmal vergehen Dornwarzen an den Fußsohlen von selbst. Wenn sie aber bereits als Dorn sozusagen Fuß gefasst haben, braucht man viel Geduld, um sie wieder loszuwerden. Zur Behandlung verwendet man ätzende Tinktur oder Salbe, die exakt auf die Warzenoberfläche getupft wird. Die Haut wird durch das Mittel aufgeweicht und kann dann abgetragen werden. Diese Prozedur muss alle paar Tage wiederholt und so die Warze Schicht für Schicht abgetragen werden, bis sie vollständig entfernt ist. Gängige, in der Apotheke erhältliche Mittel sind der „Höllenstein-Stift“ (Silbernitrat), „Eidechsensalbe“ (Salicylsäure) sowie Derivate der Essigsäure.

Damit kann man der Dornwarze selbst zu Leibe rücken, man muss aber sehr exakt vorgehen, damit die gesunde Haut neben der Warze nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Das kann man z. B. indem die Haut um die Warze herum dick mit Vaseline eingecremt oder mit Heftpflaster abgeklebt wird. Andere Möglichkeiten hat der Hautarzt, er arbeitet mit einem Laser, mit flüssigem Stickstoff oder Elektrokoagulation.

Hühneraugen vorbeugen

Am kleinen Zeh eines linken Fußes wird gerade professionell mit einem medizinischem Werkzeug ein Hühnerauge entfernt. Die Person, die es entfernt trägt blaue medizinische Handschuhe.

Bei Hühneraugen heißt der zentrale Satz „vorbeugen ist besser als heilen“. Sie entstehen nur dort, wo die Fußhaut immer wieder oder auf längere Zeit Druck ausgesetzt ist: Durch zu enge Schuhe oder durch nicht gut sitzende Schuhe, sodass die Fußsohle ungleichmäßig belastet wird. Auch verdickte Hornhaustellen infolge von zu wenig Pflege können Ausgangspunkt für Hühneraugen sein. Hühneraugen kann man selbst behandeln – mit den gleichen Mitteln wie bei der Dornwarze beschrieben, manchmal bleibt aber trotzdem der Gang zum professionellen Fußpfleger nicht erspart.

 

 

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