Gesundheit

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Ernährung
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 21.04.2020 - 11:49

Klöckner will europäisch einheitliche Höchstgehalte für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln.

Ein übermäßiger Verzehr von bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen über Nahrungsergänzungsmittel kann sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken. Daher fordert die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, von der EU-Kommission erneut, die sichere Höchstgehalte für den Zusatz solcher Stoffe in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln festzulegen.

Kumulierte Aufnahme wichtig

Mit einer gemeinsamen Erklärung mit weiteren Mitgliedstaaten will die Ministerin die EU-Kommission auffordern, die Arbeiten an Höchstgehaltsregelungen rasch wiederaufzunehmen und zielgerichtet voranzutreiben. Die Erklärung soll bei einem zukünftigen Agrarrat eingebracht werden. Die zu erarbeitenden Höchstgehalte sollen nach den Vorstellungen des Bundesministeriums sowohl für Nahrungsergänzungsmittel als auch für angereicherte Lebensmittel wie mit Vitaminen angereicherte Fruchtsäfte gelten.

Nur so könne die kumulierende Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen über alle Lebensmittel berücksichtigt werden. Gleichzeitig wird mit der Arbeit an etwaigen nationalen Höchstgrenzen begonnen.

Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln mit irreführenden Angaben zu COVID-19

Weiterhin warnt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausdrücklich vor Anbietern von Nahrungsergänzungsmitteln, die suggerieren und damit werben, dass mit einer Einnahme ihrer Mittel einer Infektion mit COVID-19 (Coronavirus) vorgebeugt werden könne. Verbraucher würden durch solche Aussagen in die Irre geführt und getäuscht. Denn:

  • Es gibt kein Nahrungsergänzungsmittel, das eine Infektion mit dem Virus verhindern kann.
  • Nahrungsergänzungsmittel dürfen keine Informationen über Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zugeschrieben werden.
  • Eine gesundheitsbezogene Werbung wie "schützt vor Viren" ist verboten.
  • Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 beweisen. Wenn Studien zitiert sind, beziehen sich diese auf andere Viren.