Gartenbau

Vielfalt im Gemüsebeet

Gemüse
Marianne Scheu-Helgert
am Freitag, 24.01.2020 - 08:33

Auberginen sind zwar verwandt mit Tomaten und Paprika, werden bei uns aber kaum angebaut und genutzt. Ein Grund dafür ist, dass viele nicht wissen, wie man das Gemüse zubereitet. Wir geben Tipps zu Verarbeitung und Anbau.

Weltweit betrachtet, stehen Auberginen an sechster Stelle der beliebtesten Gemüsearten: nach Tomaten, Wassermelonen, Zwiebeln, Kohlarten und Gurken. Bei uns spielen sie – sowohl in den Gärten wie auch in der Küche – bisher höchstens eine Nebenrolle. Wer das ändern möchte, hat gute Karten: Sie gedeihen auch bei uns an geschützter Stelle in den meisten warmen Jahren gut.

Ab Mitte März an einem warmen Platz aussäen

Die Samen von Auberginen sät man ab Mitte März in Anzucht­erde aus, kurz vor den Tomaten. Die Wärme­ansprüche beider Kulturen sind ebenso ähnlich wie der restliche Anbau. Wer selbst aussät und etwas experimentieren möchte, kann sich gleich mehrere Sorten besorgen und jeweils nur einen Teil davon aussäen, denn: Das Saatgut hält gut vier Jahre.

Die Saatschale steht zunächst am besten bei 25 °C. Bis das erste Grün erscheint, kann es durchaus zwei Wochen dauern. Dann bekommen die Jungpflanzen am besten einen Platz möglichst hell direkt am Fenster bei knapp 20 °C. Mit dem ersten „richtigen“ Blatt pikiert man sie in Einzeltöpfchen. Vorsicht: Bereits bei der Anzucht kann es zu einem Befall mit Spinnmilben kommen – da hilft nur frühzeitiges Eingreifen, zum Beispiel mit einem seifen- oder ölhaltigen Pflanzenschutzmittel.

Wer testweise lieber mit nur wenigen Pflanzen beginnen möchte, kauft am besten ab Mai beim Gärtner kräftige Jungpflanzen. In aller Regel wählen Gärtner für Jungpflanzen die robustesten Sorten aus.

Erste Blüten ausbrechen und mit Pfahl stützen

Auberginen vertragen keine Fröste, deshalb dürfen die Pflanzen erst nach der letzten Spätfrostgefahr ins Freie. Wenn sie zu stark wachsen, pflanzt man sie davor notfalls nochmal in etwas größere Töpfe um. Ausgepflanzt wird entweder direkt ins Freiland, im selben Abstand wie Tomaten (60 x 50 cm bei großfruchtigen Sorten). Sie gedeihen in einem Beet in vollsonniger Lage mit einem durchlässigen, lockeren, humusreichen Boden ohne Verdichtungen. Aber auch eine Kultur in Kübeln ist möglich. Im Gewächshaus ist es zwar  zuverlässiger warm, aber die Auberginen sollten trotzdem nicht hinein: Dort muss man meistens zuschauen, wie sie massiv von Spinnmilben befallen werden, die Auberginen mehr noch als Gurken lieben.

Bei einer Kultur im Beet arbeitet man vor der Pflanzung  je Quadratmeter drei Liter reifen Kompost in den Boden ein. Außerdem kann man als Langzeitdünger zusätzlich 100 g Horngries pro m² ausbringen. Wichtig ist auch, Auberginen regelmäßig zu gießen. Besonders in der Phase der Fruchtbildung nehmen sie Trockenheit übel und reagieren darauf, indem sie Blüten und kleine Früchte abwerfen.
Großfruchtige Sorten brauchen einen Anbindepfahl, aber auch bei Sorten mit kleineren Früchten verhindert ein Pfahl das Umfallen und damit, dass Seitenwurzeln abreißen.

Den freien Raum zwischen den Jungpflanzen im Beet bedeckt man zunächst dünn mit Rasenschnitt oder einem anderen Grünmaterial ohne Unkrautsamen. Ist der Boden einmal sommerlich aufgeheizt, legt man mehrmals nach. Eine solche Mulchschicht hilft, das Wasser im Boden zu bewahren. 

Kulturtipp: Es ist zwar schmerzlich, aber – vor allem bei großfruchtigen Auberginen – entfernt man die ersten Blüten. Dieses Vorgehen begünstigt, dass sich weitere Triebe und Blätter bilden. Viel Blattmasse ist für eine ergiebige Ernte nötig. Im weiteren Kulturverlauf lässt man höchstens zwei Früchte an jedem Seitentrieb stehen; dieser wird nach dem nächsten Blatt abgeschnitten. Schwache Seitentriebe entfernt man vollständig.

Glanz der Früchte verrät den Erntezeitpunkt

Für Anfänger der Auberginenkultur ist es gar nicht so einfach, den richtigen Erntezeitpunkt zu bestimmen. Ein wichtiges Kennzeichen reifer Früchte ist ihr intensiver Glanz, der dann allerdings in Kelchnähe durchaus bereits leicht nachlassen darf. Die Samenansätze im Inneren der Frucht sollen weiß und noch weich sein. Sind die Samenkörner bereits braun und somit gut sichtbar, hat man zu spät geerntet. Die letzten Früchte, die beim Abräumen im Herbst noch an der Pflanze hängen, sollte man bei Zimmertemperatur noch etwas nachreifen lassen. Auch hier zeigt ein beginnender Glanz den besten Genusszeitpunkt an.

In Scheiben schneiden, salzen und in Öl braten

Am besten verbraucht man reife Früchte möglichst bald. Wer sie lagern möchte, wählt dafür einen luftigen Ort mit kühlen, aber nicht kalten Temperaturen bei etwa 10 °C. Der Kühlschrank ist nicht geeignet, besser ist die Vorratskammer.

In der mediterranen Küche sind Auberginen als Antipasti (Vorspeise) oder Bestandteil von Gemüsesaucen unentbehrlich. Sie enthalten weniger Zucker als Tomaten, dafür etwas Stärke. Sie sind reich an Mineralien, vor allem Kalium, Vitaminen und appetitanregenden Bitterstoffen. Aufgrund dieser Bitterstoffe und ihres schwamm­artigen Fruchtfleisches sind sie roh nicht essbar. Auberginen harmonieren in der Küche am besten mit Zitrone, Zwiebeln, Basilikum oder Oregano. Besonders gut kommt ihr Geschmack gegrillt oder gebraten heraus, wenn sich feine Röst­aromen bilden.

Tipps für die Zubereitung: Man schneidet die Frucht längs oder auch quer in 1,5 cm dicke Scheiben, bestreut sie mit etwas Salz und setzt sie wieder schichtweise zusammen. Die Schale wird mitgegessen. Nach gut einer halben Stunde drückt man die Salzlake heraus und tupft die Scheiben trocken. Dann brät man sie in Olivenöl in der Pfanne oder backt sie im Ofen. Nach Belieben mit wenig Salz und Kräutern bestreuen und sofort servieren. Aus Auberginen kann man auch wunderbar eine kalte Vorspeise zubereiten: Man schneidet die Frucht etwas dünner auf (etwa 0,5 cm), brät die Scheiben und würzt sie. Dann lässt man sie abkühlen, legt Feta oder Mozzarella auf das eine Ende und rollt sie auf. Ebenfalls köstlich schmecken gefüllte Auberginen.