Garten

Unkomplizierter Weggefährte

Frauenmantel-Beeteinfassung
Isolde Keil-VierheiligBayerische Gartenakdemie
am Donnerstag, 23.04.2020 - 13:03

Der Frauenmantel blüht gerne und das über Wochen, ja Monate. Wer pflegeleichten Schmuck für den Naturgarten sucht, trifft mit ihm eine gute Wahl.

In der Gartenwelt gibt es Pflanzen, die sich nicht in den Mittelpunkt drängen. Auf den ersten Blick haben sie weder besonders imposante Blüten oder Blätter, noch punkten sie mit spektakulären Farben oder Formen. Und trotzdem: Ohne sie würde im Garten etwas fehlen, ihre Schönheit offenbart sich oft erst auf den zweiten Blick. Zu diesen Pflanzen zählt der Frauenmantel.

Von Mai bis Herbst

Der Frauenmantel punktet mit seiner langen Blütezeit von Ende Mai bis in den Herbst. Die reiche Blüte mit gelblich-grüner Färbung erscheint wie eine duftige Blütenwolke über den fast runden Blättern. Auch an ihren Standort stellt die Staude kaum Bedingungen, außerdem können ihr strengere Winter nichts anhaben. Jedes Jahr erscheint sie mit neuer Kraft zwischen anderen Stauden und kleinen Gehölzen. Durch seine unaufdringliche Farbigkeit und Struktur lässt sich der Frauenmantel gut in Staudenbeete integrieren, er passt zu Storchschnabel, Zierlauch und Bergenien, eignet sich aber auch als Beeteinfassung. Nach einem Regen oder wenn sich Tau gebildet hat, sind die von Tropfen besetzten Blätter besonders schön.

Frauenmantel ist nicht nur genügsam, er ist auch robust. Zu viel Nässe fördert aber Wurzelfäulen. Echter Mehltau und Rost können zwar auftreten, Schädlinge jedoch bleiben fern, sogar die gefräßigen Schnecken. Hat sich Frauenmantel stark ausgebreitet, so lässt er sich gut teilen und dadurch jung halten.

Große und kleine Arten

Besonders häufig findet man in den Gärten den Großblättrigen Frauenmantel (Alchemilla mollis). Diese robuste Art besitzt weiche samtige Blätter und wird deshalb auch Weicher Frauenmantel genannt. Die Pflanze wächst auf nahezu allen Gartenböden. Nässe verträgt sie weniger, kommt dafür aber mit Trockenheit gut zurecht. Am liebsten sind ihr sonnige Standorte oder Halbschatten. Im vollen Schatten bildet die Staude weniger Blüten. Hat sich der Frauenmantel im Garten etabliert, kann er fast zum „Unkraut“ werden.
Besonders der Weiche Frauenmantel vermehrt sich stark und treibt sogar in Pflasterfugen und Mauerritzen aus. Kurz nach der Hauptblüte schneidet man deshalb die gesamte Pflanze bis auf wenige Zentimeter über der Erde ab. Dies verhindert das unkontrollierte Aussamen. Nach Starkregen bleibt der Frauenmantel oft auf dem Boden liegen, besonders wenn er schon 40 bis 50 cm hoch ist. Auch hier hilft der radikale Rückschnitt. Innerhalb weniger Wochen bilden sich wieder kompakte Pflanzen mit jungen Blättern.
Wer dem Frauenmantel nicht so viel Platz einräumen will, verwendet niedriger bleibende und kompakte Arten. Der Zierliche Frauenmantel (Alchemilla epipsila) beispielsweise ist die kleine Schwester, die bedingt durch den schwächeren Wuchs auch nach Regenfällen noch stabil steht. Der Kleine Frauenmantel (Alchemilla erythropoda) wächst langsam und eignet sich für die Pflanzung in Steingärten und Gefäßen.