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Gartenkolumne

Der Traum vom Oleandersommer

Prächtige Blüte: Oleander liebt es heiß und trocken.
Bärbel Steinberger
am Freitag, 05.08.2022 - 11:45

Eine Ode an den Oleander: Gartenkolumnistin Bärbel Steinberger gibt wissenswerte Fakten zur beliebten Kübelpflanze auf Bauernhöfen.

Wenn ich meine Kübelpflanzen im Frühjahr aus dem Winterquartier hole, stelle ich mir immer als erstes die Frage: „Wird das heuer ein Oleandersommer?“ Grund dafür ist, das ich eine stattliche Oleandersammlung besitze – alles Mitbringsel aus dem sonnigen Süden.

Oleander ist eine mediterrane Pflanze

Oleandersommer sind heiß und trocken. Schließlich ist Nerium oleander, wie er botanisch heißt, eine mediterrane Pflanze. Und das Mittelmeergebiet ist ein Winterregengebiet mit ausgeprägten heißen und trockenen Sommern. Mitteleuropa, sprich Straubing, wo ich lebe, ist ein Sommerregengebiet. Eigentlich. Heuer nicht. Und so sind die Oleander dieses Jahr wahre Prachtstücke.

Sie strotzen geradezu vor Gesundheit. Dunkle, grüne Blätter, dichte Belaubung und eine Blütenfülle, die traumhaftes mediterranes Flair in den Garten zaubert. Natürlich spielen auch Wasser – Oleander ist ein Säufer – und Nährstoffe – Oleander ist ein Fresser, pardon, Starkzehrer – eine wichtige Rolle. Aber wenn die Sonne fehlt, hilft das alles nichts.

Beliebt auf Bauernhöfen: Fliegen hassen Oleander

Am Naturstandort ist Oleander ein typisches Auengehölz, was auch in seinem botanischen Namen Nerium, abgeleitet vom griechischen „neros“ für sumpfig, feucht, zum Ausdruck kommt. „Den Kopf in der Sonne und die Füße im Wasser.“ ist quasi der Merksatz für die erfolgreiche Oleanderkultur.

Auch dass er Kalk liebt, sollte man wissen, und dass es normal ist, wenn schlagartig alte Blätter gelb werden und in Mengen abfallen. Und dass Fliegen ihn hassen, weshalb er auf Bauernhöfen als Kübelpflanze seit jeher geschätzt wird.

Beim Ausräumen frage ich mich dann: „Warum tue ich mir das an?“ Ein Dutzend Oleander in allen Farben, gefüllt und einfach blühend, räume ich jedes Jahr im Frühjahr raus aus ihrem Winterlager (und im Herbst wieder retour!). Ich schneide, gieße, dünge sie – alles in der Hoffnung auf einen üppigen Oleandersommer ohne nasse, verklebte Blüten, ohne vom Regen zu Boden geneigte Triebe, an denen die Knospen schimmeln. Nur unendliche Blütenfülle. Oleandersommer, mein Traum vom Süden. Heuer ist er wahr geworden.

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