Gartenteich

Den Teich einwintern

Gartenteich-Winter
Ludwig Holly
am Sonntag, 14.11.2021 - 07:00

Der Gartenteich braucht im Herbst Pflege: Neben dem Laub, das regelmäßig entfernt werden muss, gibt es viele andere Tätigkeiten, die wichtig sind. Wir geben einen Überblick, damit der Teich gut über den Winter kommt.

Die Pflanzen am Teichrand vergilben, Laub bedeckt die Wasseroberfläche, das Leben am Gartenteich wird ruhiger. Es ist Herbst. Im Gegensatz zu den Staudenbeeten, die über den Winter am besten nicht abgeräumt werden, braucht der Gartenteich vor der Winterruhe einiges an Pflege. Was alles zu beachten ist und wie man seinen Teich winterhart macht, weiß Peter Hagen. Er ist Gärtnermeister und Autor vieler Fachbücher.

 

Abgestorbene Pflanzen unbedingt entfernen

Laub Abfischen im Gartenteich

Ganz oben auf der To-do-Liste bei der Teichpflege steht, absterbende Pflanzenteile zu entfernen, damit diese nicht auf den Teichgrund absinken. „Sie würden sich dort zersetzen und viele Nährstoffe in das Wasser einbringen, was zu einer vermehrten Algenbildung führt“, betonte Hagen. Darauf sollte man das ganze Jahr über achten, denn einzelne Pflanzen, wie zum Beispiel Seerosen, stoßen ganzjährig ältere Blätter ab. Besonders wichtig ist diese Maßnahme im Herbst, denn die Wasserpflanzen sind die ersten Pflanzen im Garten, die absterben. Zusätzlich gilt: „Alles, was am Teichufer zu welken beginnt, rechtzeitig auf eine Höhe von etwa 10 bis 15 cm über dem Wasserspiegel zurückschneiden. Die Pflanzen treiben dann im Frühjahr wieder gut aus“, erklärt der Teichexperte.

 

Wasserpflanzen ausdünnen

Gleichzeitig gibt es Teich- und Wasserpflanzen, die besonders stark wachsen. Hier sollte man im Herbst einen zu dichten Bestand ausdünnen. Für die einzelnen Pflanzen sind unterschiedliche Maßnahmen notwendig:

  • Wasserlinsen: Diese nützliche Pflanze entzieht dem Wasser Nährstoffe und dämmt so die Algenbildung ein, gleichzeitig ist sie eine wertvolle Nahrungsquelle für viele Tiere. „Im Herbst sollte man Wasserlinsen großzügig abfischen, denn wenn es kühler wird, sinken sie auf den Teichboden und zersetzen sich. Auf diese Nährstoffquelle kann man verzichten“, so Hagen. Wenn sich die Wasserlinsen im Sommer stark vermehren, kann man sie übrigens genauso immer wieder etwas abfischen.
  • Rohrkolben: Eine Samenbildung bei Rohrkolben lässt sich verhindern, wenn man die Pflanzen rechtzeitig in einer Höhe von 50 cm abschneidet. Dadurch wird die ohnehin sehr starke Ausbreitung der Pflanze durch ihre Ausläufer etwas eingedämmt. Man kann die abgeschnittenen Stängel ohne die Blütenstände auch zu Bündel zusammenfassen und ins Wasser stellen. Sie wirken dann im zugefrorenen Teich als Entlüftungsröhrchen und führen im Winter schädliche Faulgase nach außen ab.
  • Tropische Wasserpflanzen: Sehr beliebt bei Teichbesitzern sind tropische Wasserpflanzen wie Wassersalat und Wasserhyazinthe. Auch Hagen ist ein Liebhaber: „Bei den durch den Klimawandel ansteigenden Sommertemperaturen wachsen sie ganz fantastisch. Durch den starken Wuchs und ihren bis zu 30 cm langen Wurzeln entziehen sie dem Teichwasser große Mengen an Nährstoffen“. Wichtig zu wissen: Diese Pflanzen gehören häufig zu den invasiven Arten. Da sie bei uns im Winter aber bei niedrigen Wassertemperaturen absterben, sieht Hagen derzeit keine Gefahr der Ausbreitung.

 

Technische Geräte aus dem Gartenteich nehmen

Filtersystem aus dem Gartenteich liegt offen da.

Technik im Gartenteich – ja oder nein? Das sehen Teichbesitzer häufig sehr unterschiedlich. Doch viele Gartler haben technische Geräte wie Pumpen, Filter oder Springbrunnen im Teich verbaut. Bevor das Wasser zu frieren beginnt, sollte man sie herausnehmen und einwintern. Auch wenn damit Werbung gemacht wird, dass man die Teichpumpen über den Winter im Teich lassen kann, ist Hagen kein Freund davon. Wenn es im Winter richtig kalt wird, kann sie einfrieren und Schaden nehmen.

  • Sauerstoffpumpe: Ein wirksames Gerät, das der Experte den Teichbesitzern empfiehlt, ist eine Sauerstoffpumpe, denn in vielen Teichen fehlt aus unterschiedlichen Gründen Sauerstoff. Wer sie über den Winter betreiben will, sollte unbedingt folgendes beachten: Am Ende des Silikonschlauches der Pumpe befindet sich ein kleiner Ausströmerstein, der regelmäßig von Algen und Schmutz befreit werden muss. Dieser darf im Winter nicht wie im Sommer in der Teichtiefe liegen, sondern er muss am oberen Randbereich angebracht werden. Ansonsten würde das wärmere Wasser nach oben strömen und der Teich stärker einfrieren.
  • Teichfilter: Viele Gartler nutzen dieses technische Gerät. Laut dem Experten haben sich sogenannte Dreikammerfilter bewährt, die nach der Methode „mbc“ funktionieren: Das heißt sie haben eine mechanische, biologische und auch eine chemische Reinigungswirkung, weil sie das natürliche Mineral Zeolith enthalten. Dieses hat sehr viele kleine Löcher und Gänge, in denen sich eine Kochsalzlösung befindet. „In einem chemischen Wandlungsprozess wird das Kochsalz ausgespült und die unerwünschten Stickstoffverbindungen, die wir oft im Teich haben, werden aufgenommen“, erklärt Hagen. „Das sieht man dem Zeolith auch an, denn es wird mit der Zeit dunkelbraun, grünlich und schmierig.“ Wenn es kälter wird, muss der Filter ausgebaut, gereinigt und frostfrei überwintert werden. Die Reinigung soll mit Teichwasser erfolgen, „denn je mehr Teichlebewesen (Bakterien und Mikroorganismen) erhalten bleiben, desto besser ist es für die Funktion des Filters. Das Zeolith in der letzten Kammer kann auch gereinigt und reaktiviert werden. Dazu wird es etwa 24 Stunden in eine gesättigte Salzwasserlösung eingelegt (16 g jodfreies Kochsalz in einem Liter Wasser) und anschließend mit klarem Wasser gespült. Ein Kilogramm Zeolith reicht für 1000 l Teichwasser.
  • UVC-Lampe: Zu einem Teichfilter gehört fast immer eine UVC-Lampe. Ihre Strahlung macht Keime, Bakterien, Krankheitserreger, Pilze und Algen unschädlich. „Damit nicht alles, was im Teich lebt, zerstört wird, wird nur ein Teil des Teichwassers (max. 50 %) bestrahlt. Der ständig von verschmutztem Teichwasser umspülte Schutzglaskörper der Lampe ist regelmäßig zu reinigen. Die Betriebsdauer einer UVC-Lampe beträgt etwa 8000 Stunden.

 

Weitere hilfreiche Tipps rund um die Teichpflege

Vollreinigung-Gartenteich: Ein Besen liegt am Grund des fast leeren Gartenteichs.
  • Vollreinigung nur im Herbst: Viele Leute wollen ihren Teich zweimal im Jahr säubern und dabei den Bodenschlamm entfernen. „Das ist das Schlimmste, was man einem Teich antun kann. Eine Vollreinigung darf – wenn überhaupt – nur im Herbst durchgeführt werden“, betont der Teichexperte Peter Hagen. Im Schlamm sind Unmengen an Nährstoffen enthalten, besonders Phosphate, die aufgewirbelt werden und im Folgejahr zu einer starken Algenvermehrung führen würden. Zudem entfernt man mit dem Schlamm eine Vielzahl an Lebewesen, die darin leben, und greift so sehr stark in das Ökosystem des Teiches ein.
  • Laubschutznetz: Um den Eintrag von Blättern zu vermeiden, sollte man im Herbst ein Laubschutznetz über den Teich spannen. Teichnetze sind ein wenig feiner als Vogelschutznetze. „Leider steht fast nie in der Beschreibung, dass es wie ein Zirkuszelt aufgestellt werden soll. So kann das Laub seitlich von den Netzen herunterrutschen“, erklärt der Teichexperte. Alternativ kann man die Blätter regelmäßig mit einem Kescher abfischen.
  • Fische im Herbst nicht füttern: Hagen ist kein Freund von übermäßig vielen Fischen im Teich. Am häufigsten findet man Goldfische, die er die „Ferkel des Teiches“ nennt, weil sie wie Ferkel fressen. Dem Menschen gefällt das, weil die Fische richtig zutraulich werden. Eine Überfütterung führt jedoch zu einer Nährstoffbelastung, da Restfuttermengen, die nicht innerhalb von etwa drei Minuten von den Fischen gefressen werden, zu Boden sinken. Ferner ist wichtig zu wissen, dass die meisten Fische bei Wassertemperaturen von unter 10 °C kein Futter mehr fressen. „Es wird zwar Winterfutter angeboten, dies ist aber völlig sinnlos“, rät der Experte.
  • Teichrandniveau kontrollieren: Einmal im Jahr sollte das Teichrandniveau kontrolliert und etwaige Differenzen mit geeignetem Material (Kies, Sand oder Steine) ausgeglichen werden. „Die Kontrolle lässt sich auf einfache Weise mit einer Laser-Wasserwaage ausführen. Hat der Teich eine begehbare Teichumrandung, dann kann man dabei überprüfen, ob die Platten noch fest sitzen“, betont Hagen.
  • Kapillarsperre: Teiche sollten immer eine Kapillarsperre haben, damit das Wasser durch die Kapillaren nicht hochgezogen wird. Ist diese defekt, weil Gräser oder Wurzeln von außerhalb stehenden Pflanzen hinein gewachsen sind, muss man sie sorgsam entfernen, ohne die Teichfolie oder das Becken zu beschädigen. So verhindert man einen Wasserverlust.

 

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