Gesundheit

Starke Zeckensaison zu erwarten

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BLW
am Donnerstag, 23.04.2020 - 12:38

Milde Temperaturen begünstigen alte und neue Zeckenarten.

Die letzten zwei trockenen Jahre haben den Wäldern sehr zugesetzt, die Zecken hingegen haben davon profitiert. Die milden Temperaturen führen zu hohen Zahlen bei den einheimischen Zecken und zur Verbreitung neuer Arten. Zecken können eine Vielzahl von Krankheiten übertragen. Am häufigsten ist die Übertragung von Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Gegen Borreliose gibt es bislang keinen wirksamen Impfschutz. Bundesweit tragen laut Robert-Koch-Institut zwischen fünf und mehr als 35 % der Zecken Borrelien in sich. Um die Infektionsgefahr mit Borrelien zu minimieren, ist es entscheidend, die Zecke möglichst schnell von der Haut zu entfernen. Die Erreger der Borreliose befinden sich im Mitteldarm der Zecke und gehen erst nach zwölf bis 24 Stunden auf den Menschen über. Wenn sich ein roter Kreis um den Zeckenstich zeigt, sollte man zum Arzt gehen. Diese sogenannte Wanderröte kann auch erst einige Tage oder sogar Wochen nach dem Zeckenstich auftreten.

Impfung bietet Schutz

Gegen die FSME kann man sich durch eine Impfung schützen. Die FSME ist eine Hirnhautentzündung, die zu bleibenden neurologischen Schäden, psychischen Veränderungen und sogar zum Tod führen kann. Deshalb rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Menschen, die sich beruflich oder privat oft im Wald aufhalten, sowie Risikogruppen wie älteren oder chronisch kranken Menschen zur Impfung. Ganz Süddeutschland sowie Gebiete in Hessen und Thüringen gehören zu den FSME-Risikogebieten. Wer Urlaub in Österreich, Skandinavien oder Norditalien macht, sollte sich ebenfalls impfen lassen.

Eine weitere Gefahr ist die Verbreitung und das Überleben neuer Zeckenarten, die durch den Klimawandel begünstigt werden. So verbreitet sich vom Osten her die Auwald-Zecke immer weiter nach Deutschland, die beim Menschen Fleckfieber und bei Hunden Malaria auslösen kann. Die Hyalomma-Zecke kommt wahrscheinlich mit den Zugvögeln zu uns. Mit bis zu zwei Zentimetern Durchmesser ist sie nahezu dreimal so groß wie ihr europäischer Verwandter. Außerdem besitzt sie auffällig helle, braun-gelb gestreifte Beine. In den Tropen gilt sie als Erreger des Hämorrhagischen Fiebers.

So schützt man sich vor Zecken

  • Geschlossene und helle Kleidung tragen: Die Haut sollte größtenteils bedeckt sein. Feste Schuhe oder Gummistiefel, lange Hosen und lange Ärmel machen es den Zecken schwer. Auf heller Kleidung erkennt man Zecken schneller und kann sie entfernen, bevor sie stechen.
  • Zeckenschutzmittel auftragen: Außer chemischen Mitteln gibt es auch Naturstoffe wie Lavendel- und Nelkenöl, die das Risiko eines Zeckenbefalls vermindern können. Lavendelöl dafür auf Schuhe und Strümpfe träufeln.
  • Kleidung wechseln: Nach einem Aufenthalt im Wald sollte die Kleidung gewechselt werden, vor allem die Strümpfe. Zecken krabbeln auf der Kleidung und suchen unbedeckte Haut und warme Körperstellen.
  • Die ganze Haut absuchen: Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte man den ganzen Körper nach Zecken absuchen, besonders gerne lassen sie sich in Kniekehlen, Achselhöhlen und im Schritt nieder. Dabei geht es ganz genau: Junge Zecken sind sehr klein (0,5 mm) und vor allem zwischen den Haaren nur schwer zu erkennen. Achtung: Beim Duschen fallen Zecken nicht ab.
  • Entfernen der festgesaugten Zecke: Je schneller man die Zecke vom Körper entfernt, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Nie die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Creme ersticken, sondern mit einer Zeckenzange, Zeckenschlinge, Zeckenkarte oder den Fingernägeln entfernen. Man packt die Zecke an ihrem Saugrüssel unmittelbar an der Hautoberfläche und hebelt sie vorsichtig heraus. Ein Quetschen der Zecke muss vermieden werden, da es das Infektionsrisiko erhöht. Die Stichstelle sollte danach gewaschen und mit Alkohol desinfiziert werden.
  • Schützen Sie auch ihre Haustiere: Für Hund und Katze gibt es Mittel aus der Apotheke oder vom Tierarzt, die die Zecken abhalten.