Gesundheit

Bei Sommerhitze mit Bedacht vorgehen

Hitzestress
SVLFG
am Mittwoch, 10.06.2020 - 11:00

Wer im Sommer im Freien arbeiten muss, sollte immer daran denken, dass brütende Hitze nicht nur unangenehm ist, sondern auch zum Gesundheitsproblem werden kann. Was kann man dagegen tun?

Getraenke_kuehlen

Bei körperlicher Anstrengung in sommerlicher Hitze steigt die Körpertemperatur schnell übermäßig an, der Körper überhitzt. Die Folgen sind Hitzeerschöpfung, Hitzekollaps oder Hitzschlag mit Organversagen.

Hitze ist harte Arbeit für den Körper. Der Körper versucht ständig, eine Körperinnentemperatur von rund 37 bis 38 Grad aufrecht zu erhalten. Wenn die Außentemperaturen aber höher sind, wird es kritisch. Durch vermehrtes Schwitzen und erhöhte Blutzirkulation läuft unsere innere Klimaanlage auf Hochtouren.

Das passiert beim Arbeiten in der Hitze

Leidet der Körper unter Flüssigkeitsverlust und Wärmestau, sind Erschöpfungsgefühl und Konzentrationsstörungen die Folge. Die Arbeitsleistung sinkt, das Unfallrisiko steigt. Es ist also wichtig, sich mit dem Thema Arbeiten bei Hitze zu beschäftigen, denn „hitzefrei“ gibt es für Beschäftigte und Unternehmer in den „grünen Berufen“ nicht. Schon gar nicht während der Saison. Aber es gibt einige wichtige Vorsorgemaßnahmen, dazu zählen:

  • Alleine mit vorausschauender Arbeitsorganisation lässt sich einiges abfangen: Arbeitszeiten in die Morgen- oder Abendstunden legen – nach Möglichkeit, den Arbeitsbeginn (für Beschäftigte) vorverlegen. Vor allem schwere körperliche Arbeit in die kühlen Morgenstunden legen.
  • Arbeitsplatz beschatten, zum Beispiel mit einem Sonnensegel oder Sonnenschirm.
  • Fahrzeuge mit Klimaanlage ausstatten und auf Temperaturen um die 22 Grad einstellen; lieber ein wenig schwitzen, als sich bei zu niedrig eingestellter Klimaanlage zu erkälten.
  • In nicht klimatisierten Fahrzeugkabinen enstehen in kürzester Zeit „Backofen-Temperaturen“; während der Fahrt geöffnete Scheiben und Durchzug sind keine Lösung!
  • Häufige Kurzpausen einlegen und in den Schatten gehen. Zwei- bis dreimal pro Stunde je fünf Minuten Trinkpause machen das Arbeiten erträglicher.
  • Ausreichend Getränke bereitstellen, z. B. Wasser, verdünnte Fruchtsäfte, Früchtetee oder leichter Schwarztee – auf keinen Fall anzuraten sind alkohol- und koffeinhaltige Getränke. Die benötigte Flüssigkeitsmenge auf den Tag verteilt beträgt zwei bis drei Liter, kann aber bei extremer Hitze bzw. Anstrengung auch deutlich darüber liegen.
Kuehlfunktionskleidung

Bei Arbeiten in der Hitze ist es wichtig, aufeinander zu achten. Klagt jemand über Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder unklare Beschwerden, muss sofort reagiert werden. Der Betroffene muss in den Schatten und sich hinlegen. Der Oberkörper sollte etwas erhöht liegen. Geben Sie der betroffenen Person zu trinken und kühlen Sie Arme und Beine mit feuchten Tüchern bzw. Kleidung. Falls Bewusstlosigkeit eintritt, die Person sofort in die stabile Seitenlage bringen und den Rettungsdienst unter der Nummer 112 anrufen.

Es lässt sich noch mehr tun: Es gibt spezielle Kühlfunktionskleidung. Sie funktioniert wie eine „Klimaanlage zum Anziehen“. Dazu wird das Kleidungsstück kurz in Wasser getaucht und ausgedrückt. Bei Bedarf wird es oberflächlich mit einem Handtuch abgetrocknet, damit kein Gefühl von Nässe auf der Haut entsteht.

Die dreidimensionale Faser speichert das Wasser und gibt es langsam in die Umgebungsluft ab. Diese Verdunstungskälte schützt den Körper stundenlang vor Überhitzung. So bleibt man konzentrierter, leistungsfähiger und das Unfallrisiko bei der Arbeit sinkt. Gewaschen werden die Textilien mit ph-neutralem Flüssigwaschmittel. Laut Hersteller sind sie genauso langlebig wie Sportfunktionskleidung.

Weitere Informationen inkl. Checklisten zur Unterweisung von Mitarbeitern gibt es in der Broschüre „Sonnenschutz bei Arbeiten im Freien“ unter www.svlfg.de/sonnenschutz.