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Zimmerpflanzen

So bringt man Orchideen immer wieder zum Blühen

Rueckschnitt-Orchidee
Sophia Gottschaller
Sophia Gottschaller
am Donnerstag, 24.11.2022 - 13:40

Orchideen verblühen schnell. Mit unseren Tricks bringt man sie immer wieder zum blühen.

Schmetterlings-Orchideen (Phalaenopsis) sind die weitaus beliebtesten Orchideen bei uns – sie verschönern viele Fensterbretter. Wenn man sie im Gartenmarkt kauft, schmückt sie sich mit imposanten Blütenständen. Doch was tun, wenn diese abgeblüht sind und sich die Pflanze „weigert“, neue Blüten zu bilden?

1. Passenden Standort für die Orchidee wählen

Eigentlich sollte diese Art ein- bis zweimal im Jahr blühen. Der Hauptgrund für das Ausbleiben der Blüte ist der falsche Standort: Die Schmetterlings-Orchidee steht am besten an einem hellen Platz ohne zu starke Sonneneinstrahlung – ostseitige Fenster eignen sich sehr gut. In der direkten Sonne kann es zu Verbrennungen an den Blättern kommen. Keinesfalls sollte sie im Schatten stehen, dort bildet sie definitiv keine Blüten. Orchideen mögen außerdem eine konstante Temperatur von 18 bis 20 °C und hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb ist im Winter ein Platz über der Heizung nicht optimal.

2. Orchideen richtig gießen

Ein weiterer Fehler in der Pflege unterläuft oft beim Gießen: Orchideen brauchen zwar regelmäßig Wasser, sollten aber nicht „ertränkt“ werden. Staunässe nehmen die Pflanzen besonders übel – ihre Wurzeln fangen dann schnell an zu faulen. Am besten verwendet man zimmerwarmes, kalkarmes Wasser. Die Düngung wird für die Blütenbildung oft überschätzt. Orchideen brauchen wenig Nährstoffe, da sie diese auch an ihrem Naturstandort kaum bekommen. Es ist ausreichend, wenn man von Frühjahr bis Herbst mit wenig Orchideen-Dünger einmal pro Monat düngt.

3. Orchideen regelmäßig und richtig umtopfen

Ein Umtopfen und damit der Austausch des Substrats wird notwendig, wenn sich die Bestandteile verdichten oder die Wurzeln einen Rückschnitt vertragen – also alle drei bis vier Jahre. Orchideen topft man um, wenn sie nicht blühen. Will man mehrere Pflanzen in einem Schwung umtopfen und sind noch nicht alle abgeblüht, kann man zur Not auch noch blühende Orchideen umpflanzen. Man verwendet handelsübliches Orchideen-Substrat, das durch seine grobe Struktur Staunässe verhindert.

Zuerst löst man die Klammern am Stützstab und zieht diesen aus dem Substrat. Sind Wurzeln durch die Abzugslöcher gewachsen, zwickt man diese ab. Am besten eine leere Schale auf die Arbeitsfläche stellen, in welche das verbrauchte Substrat und die Wurzeln fallen können. Dann zieht man die Orchidee langsam aus dem Topf. Kleben die Wurzeln am Topfrand fest, dreht man die Pflanze hin und her, bis sich die Wurzeln lösen. Nun mit den Fingern zwischen die Wurzeln greifen, das verbrauchte Substrat lockern und komplett aus dem Wurzelballen heraus schütteln. Verfaulte und vertrocknete Wurzeln zwickt man ab. Auch vollständig vertrocknete Blütenstände sowie trockene Luftwurzeln werden abgeschnitten, gesunde lässt man stehen.

Da der Wurzelballen nun gestutzt ist, kann man den alten Topf – frisch gereinigt – wiederverwenden. Man gibt auf den Topfboden eine Handvoll neue Orchideenerde und setzt den Wurzelballen darauf; dabei auch einige der Luftwurzeln mit in das Gefäß stecken. Nun füllt man den Topf mit dem Substrat auf. Dabei gibt man die Erde nach und nach in den Topf und klopft ihn dazwischen immer wieder vorsichtig auf den Tisch, damit sich das Substrat gleichmäßig zwischen den Wurzeln verteilt und keine Hohlräume entstehen. Zum Schluss steckt man den Stab ins Substrat und befestigt die Blütentriebe daran. Dann die Orchidee vorsichtig angießen.

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