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Gartentipps

So blüht der Lavendel jahrelang im Bauerngarten

Einrahmung-Beet
Bärbel Steinberger
am Mittwoch, 15.06.2022 - 09:45

Lavendel eignet sich hervorragend zum Einfassen von Beeten. Wir geben Tipps zum pflegen von Lavendel und Gestaltungsideen.

So wird das was mit dem Lavendel im Garten: 

Idealer Standort für Lavendel

Die wohlduftende Pflanze mit den ährenförmigen, blauvioletten Blüten ist äußerst anspruchslos und fühlt sich an einem warmen, voll sonnigen Standort im kalkhaltigen, kargen und durchlässigen Boden besonders wohl. Staunässe, vor allem im Winter, kann sie wie viele mediterrane Pflanzen absolut nicht vertragen. Ausgewinterte Lavendel sind in aller Regel nicht erfroren, sondern „abgesoffen“. Oder aber sie wurden zu stark gedüngt und gingen zu mastig in den Winter.

Pflanzpartner und Gestaltung

Die bekannte Kombination Lavendel und Rosen wird oft gepflanzt, doch eigentlich passen die beiden Pflanzen von ihren Ansprüchen her nicht zusammen. Die Rose liebt lehmig-frischen Boden, der Lavendel dagegen bevorzugt trockenes, mineralisches Substrat. Langlebiger sind Pflanzungen mit Salbei-, Origanum- und Thymus- Arten oder mit Artemisien. Auch in Gesellschaft von Wollziest, Meerkohl, Prachtkerze und Federgräsern macht sich Lavendel hervorragend.

Wer Gartenräume gliedern möchte, kann hierfür geradlinige oder geschwungene Lavendelhecken anlegen. Man kann damit Kräuterbeete einfassen oder Gemüsebeete vom Weg abgrenzen. Sie bringen Struktur und Duft ins Beet und können manchmal sogar den grünen Heckenbuchs ersetzen. Pflanzenstreifen entlang von Mauern bringen zur Blütenzeit einen Hauch von Süden in den Garten. Urlaub lässt sich eben auch pflanzen.

Lavendel-Schnitt

Botanisch gesehen sind alle Lavendelarten keine Stauden, sondern Halbsträucher. Das bedeutet, dass sie über den Winter nicht – wie etwa Katzenminze oder Steppensalbei – komplett einziehen, sondern dass sie oberirdisch mit teils verholzten, grünen Trieb überwintern. Also bauen sich die Pflanzen nicht jedes Jahr komplett neu auf, sondern verholzen mehr und mehr.

Um ein allmähliches Vergreisen der Lavendelpflanzen vorzubeugen, ist deshalb ein regelmäßiger Schnitt unabdingbar. Und zwar von Anfang an. Nur so kann die Vitalität und Blühwilligkeit über die Jahre erhalten werden.

Der erste Rückschnitt sollte gleich nach der Blüte erfolgen, sodass die Pflanzen nochmal gut durchtreiben und attraktiv in den Winter gehen. Der zweite Schnitt ist im späten Frühjahr angesagt, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Dabei sollte man durchaus großzügig sein. Je nach Verholzungsgrad kann um ein Drittel oder sogar bis zur Hälfte eingekürzt werden. Der Schnitt sollte aber immer „im Grünen liegen“. Setzt man die Schere zu tief im alten Holz an, riskiert man, dass die Pflanzen nicht mehr neu austreiben.

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