Wissenswertes

Ist Schnecke gleich Schnecke?

Zwei Schnecken mit Haus
Rita Santl
am Montag, 26.04.2021 - 07:04

Schnecken sind bei Gärtnern nicht sehr beliebt. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den Arten.

Unterscheidung der Schneckenarten

Die häufigsten Schnecken mit Gehäuse in unseren Gärten sind die Weinbergschnecken. Ihr Haus besteht aus Kalk. Sie sind mit einer Größe von 3 bis 5 cm wesentlich größer als die verschiedenen Bänderschnecken, die maximal 0,5 bis 2 cm groß werden.

Gehäuseschnecken richten kaum Schäden im Garten an, sie leben überwiegend von totem Pflanzenmaterial. Weinbergschnecken stehen unter Naturschutz und sind nützlich, denn sie fressen auch das Eigelege der Nacktschnecken.

Bei Nacktschnecken ist das Gehäuse im Laufe der Evolution verschwunden. Sie sind das Problem der Hobbygärtner, vor allem die Spanische Wegschnecke. Sie verursacht 90 % der Fraßschäden und vermehrt sich rasant: Ein Exemplar kann jährlich dreimal 300 bis 900 Eier legen. Zudem hat die Spanische Wegschnecke kaum natürliche Feinde – der starke, bittere Schleim schreckt sogar Laufenten ab.

Neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist die Spanische Wegschnecke keine Einwanderin. Bisher ging man davon aus, dass sie durch Obst- und Gemüseimporte aus Spanien bei uns eingeschleppt wurde. Vergleiche mit der DNA von Nacktschnecken aus Spanien zeigten aber: Die Art ist nicht dort heimisch, sondern bei uns.

Ernährung von Schnecken

Gehäuseschnecken sind maßgeblich am Abbau organischer Substanz beteiligt und sorgen dafür, dass Blätter, Pilze, Holz und andere Stoffe wieder zu Erde werden. Sie selbst sind wichtige Nahrung für Singvögel und größere Vögel. Auch Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Frösche, Kröten und Ameisen sowie Milben und Spinnen fressen Schnecken. Sogar die Larven der Glühwürmchen ernähren sich von ihnen.

Nacktschnecken fressen am liebsten frisch eingesetzte Gemüsepflanzen und grüne Salate, dazu auch Würmer, Larven, Hundekot und sogar die eigenen Artgenossen. Deshalb zählen sie zu den Kannibalen. Sie können bis zu 40 % ihres Körpergewichtes auf einmal fressen.

So entwickeln sich Schnecken im Alter

Gehäuseschnecken besitzen schon ein winziges Haus, wenn sie aus ihren Eiern schlüpfen. Solange die Schnecke wächst, wächst auch ihr Haus mit. Die Schnecken können ihr Haus nicht verlassen. Wenn wir also leere Schneckenhäuser im Garten finden, sind die Schnecken entweder gestorben oder von Fressfeinden vertilgt worden.

Weinbergschnecken können im Terrarium sehr alt werden – bis zu 30 Jahre. In der Natur erreichen sie ein Alter von etwa drei und in Ausnahmefällen von bis zu zehn Jahren. Die kleineren Zwergschnecken werden meist nur ein Jahr alt.

Wie überwintern Schnecken?

Schnecken verschwinden im Herbst und tauchen im Frühjahr wieder auf. Nacktschnecken verkriechen sich im Boden. Gehäuseschnecken verstecken sich an geschützten Stellen und verschließen ihr Haus mit einem Kalkdeckel, den sie im Frühjahr abwerfen.

Das ist typisch für Schnecken

Schnecken sind taub und blind, können aber sehr gut riechen und mit ihren Fühlern tasten. In einer Stunde legen sie etwa 3 m Wegstrecke zurück. Ihr Schleim, den sie als Spur auslegen, schützt sie vor Krankheiten und hält ihren Körper feucht.

Top Themen:
  • Borkenkäfer: April verzögert Schwärmflug
  • Schweinehaltung: Luft wird immer dünner
  • Fungizide in Winterweizen
  • Grenzsteinsuche mit Satelliten
  • Ernährung: Die Zukunft im Blick
  • Kursfeuer rund um den Globus
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote