Gesundheitsrisiko

Rauchen schadet allen Organen

Ein Junge zündet einem Mädchen eine Zigarette an. Er hat auch schon eine zwischen den Lippen.
LGL
am Mittwoch, 28.07.2021 - 17:00

Raucher haben eine deutlich geringere Lebenserwartung als Nichtraucher. Die Zahl der Raucher nimmt immer weiter ab.

Rauchen zählt zu den bedeutendsten gesundheitlichen Risikofaktoren in Deutschland. In Bayern sterben nach Schätzungen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) jährlich ca. 16 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Vor allem das mit dem Rauchen einhergehende erhöhte Risiko für Krebs-, Herz-Kreislauf- sowie Atemwegsleiden führt dazu, dass Raucher im Schnitt zehn Jahre früher sterben als Nichtraucher. „Es gibt praktisch kein Organ, das nicht durch das Rauchen geschädigt wird“, erklärt Walter Jonas, Präsident des LGL.

Weniger Raucher als früher in der Gesellschaft

Die erfreuliche Nachricht: Der Anteil der Raucher und Raucherinnen in der Gesamtbevölkerung ist in Bayern seit Jahren rückläufig. Rauchten im Jahr 1999 im Freistaat noch 33,2 % der Männer und 22,7 % der Frauen im Alter von 15 bis 75 Jahren, waren es im Jahr 2017 nur noch 26,6 bzw. 18,6 %, wie der vom LGL veröffentlichte Gesundheitsreport 1/2021 zeigt. Damit weist Bayern mit einem Schnitt von 20,5 % Anteil an Raucherinnen und Rauchern im Ländervergleich die niedrigste Quote auf, v. a. in Oberbayern und Unterfranken erweist sich der Anteil mit jeweils ca. 20 % als vergleichsweise gering.

Im Vergleich der Altersgruppen in Bayern rauchen bei den Männern die 30 – 39-Jährigen am häufigsten (34 %), bei den Frauen ist die Quote bei den 40 – 49-Jährigen am höchsten (21,4 %). Über alle Altersgruppen hinweg rauchen Männer in Bayern häufiger als Frauen.

Jungen und Mädchen rauchen gleich viel

Anders bei Jugendlichen: Hier liegen Jungen und Mädchen ungefähr gleich auf. Aber auch hier ist die Tendenz seit Jahren rückläufig. So gaben 21,4 % der im Jahr 2019 befragten Jugendlichen der 9. und 10. Jahrgangsstufe in Bayern an, innerhalb der letzten 30 Tage geraucht zu haben (2011 waren es noch knapp 35 %). Dabei zeigen sich auch Unterschiede im Schulartenvergleich. So war die Tabakkonsumrate innerhalb der letzten 30 Tage bei Mittelschülern (30 %) doppelt so hoch wie bei den Gymnasiasten (15 %).

Im Erwachsenenalter setzt sich dieser Trend fort: je niedriger Bildungsgrad bzw. Haushaltseinkommen, desto höher die Konsumrate. Auch bei den Berufsgruppen gibt es erhebliche Unterschiede. So ist häufiges Rauchen v. a. in den Bereichen Bau, Architektur und Vermessung (35,3 %), Metallerzeugung und -bearbeitung, Maschinen- und Fahrzeugtechnik (33,1 %) sowie im Gaststättengewerbe (31,2 %) zu beobachten.

22,80 € für eine Packung Zigaretten?

Dies bringt nicht zuletzt erhebliche Kosten für die Volkswirtschaft mit sich. Schätzungen gehen für Deutschland von rund 80 Mrd. € pro Jahr aus (für medizinische Versorgung sowie durch gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsverlust). Übertragen auf Bayern wären dies ca. 13 Mrd. € jährlich. Diese Gesamtkosten übersteigen dabei die Einnahmen durch die Tabaksteuer bei weitem: Um über den Zigarettenpreis die direkten und indirekten Folgekosten des Rauchens zu kompensieren, müsste der Preis für eine Packung Zigaretten 22,80 € betragen.

 

***

Die landwirtschaftliche Krankenkasse bietet spezielle Kurse an, um sich das Rauchen abzugewöhnen oder für mehr Lebensqualität nach einer Erkrankung durch das Rauchen. Die Infos haben wir hier zusammengefasst.