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Zimmergarten

Pflegetipps für Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen stehen auf dem Fensterbrett.
Ludwig Holly
am Donnerstag, 03.02.2022 - 14:50

Woran liegt es, dass Zimmerpflanzen schlecht gedeihen? Pflanzen-Expertin Franziska Kohlrausch gibt Tipps.

Woran kann es liegen, wenn Zimmerpflanzen nicht so gut gedeihen? Das erklärte Dipl. Ing (FH) Franziska Kohlrausch von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Rahmen einer Online-Seminarreihe des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege.

Lichtansprüche bei Zimmerpflanzen beachten

Als erstes muss der Standort der Pflanzen beachtet werden. „Sie haben bestimmte Lichtansprüche und sind sehr schnell beleidigt, wenn diese Ansprüche nicht beachtet werden“, erklärte die Referentin.

Direkt am Süd-Fenster kann man eine Beleuchtungsstärke von 1000 bis 2000 Lux erwarten. Diese nimmt mit der Entfernung vom Fenster schnell ab. So beträgt sie in einem Meter Entfernung 600 bis 800 Lux und in zwei Metern nur 400 bis 600 Lux. Das ist die untere Grenze, bei denen es gewisse Pflanzen wie Efeutute, Bogenhanf oder Glücksfeder gerade noch aushalten, aber es vielen bereits zu dunkel ist. „Stimmen die Lichtverhältnisse nicht, wird der Wuchs schnell unansehnlich. Die Pflanzen versuchen, noch irgendwo Licht zu erhaschen. Sie werden lang, die Blätter werden weich und fallen ab. Man sollte sie deshalb genau dorthin stellen, wo sie mit ihrem Lichtanspruch angesiedelt sind“, so die Pflanzenexpertin.

Gießen und düngen von Zimmerpflanzen

Fehler würden häufig auch beim Gießen gemacht. Kohlrausch gab Anhaltspunkte für die notwendige Wassermenge: Einen hohen Wasserbedarf haben Pflanzen mit weichen, dünnen und großen Blättern und blühende Pflanzen. Einen niedrigen Wasserbedarf dagegen kleine, ledrige, fleischige oder behaarte Blätter, Sukkulenten (Fettpflanzen), Kakteen und Orchideen.

Bei der Düngung empfahl die Expertin, unbedingt auf die Dosierung zu achten, denn: „Man neigt dazu, zu viel zu nehmen.“ Am besten eignet sich ein Flüssigdünger, weil mit ihm die Dosierung leichter ist. Man kann aber auch Düngerstäbchen verwenden. Damit diese die Nährstoffe abgeben können, müssen sie einen guten Kontakt zur feuchten Erde haben. Deshalb funktionieren Düngerstäbchen beim sehr durchlässigen Orchideen-Substrat nicht.

Empfohlen wird auch eine häufigere Düngung in geringer Konzentration, denn eine zu hoch dosierte Düngung kann leicht zu Salzschäden führen, die sich eventuell in Form von schwarzen Blatträndern zeigen. Die verabreichte Düngermenge richtet sich nach der Pflanzenart, der Jahreszeit, dem Wachstum der Pflanze und ihrer Größe.

Vorsicht vor Schädlingen an Zimmerpflanzen

Kohlrausch empfahl, die Pflanzen beispielsweise bei einem wöchentlichen Rundgang anzuschauen, um Schädlingsbefall rechtzeitig zu entdecken. Alarmzeichen sind: klebrige Flecken auf den Blättern, verursacht durch den Honigtau von Läusen, oder ein Gespinst in den Blattachseln oder an den Triebspitzen, das den Verdacht auf Spinnmilben lenkt. Häufige Schädlinge sind Blatt-, Schild- oder Wollläuse und Trauermücken. Auch wenn eine Pflanze welkt, obwohl sie gegossen wurde, ist das meist ein schlechtes Zeichen – sie könnte von einem Pilz befallen sein.

Wie geht man beim Pflanzenschutz vor? „Ein Rückschnitt befallener Teile ist sinnvoll. Bei starkem Befall sollte man sich von der Pflanze trennen, bevor der Befall auf andere Pflanzen übergeht“, erklärte die Expertin. Bei der Auswahl von Pflanzenschutzmitteln lässt man sich im Fachhandel beraten. Man darf nur Mittel verwenden, die für den Innenraum zugelassen sind. „Auch wenn man ein für den Innenraum zugelassenes Spray verwendet, empfiehlt sich, die Pflanze im Freien zu behandeln und Handschuhe anzuziehen“, betonte Kohlrausch.

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