Garten

Pflanzen jetzt liefern lassen

Versand-Stauden
Sophia Gottschaller
Sophia Gottschaller
am Freitag, 03.04.2020 - 09:58

Die Pflanzsaison für Gemüsejungpflanzen, Stauden und einige Gehölze beginnt. Doch die Gärtnereien haben wegen der Corona-Epedemie geschlossen. Können Gartler trotzdem Pflanzen kaufen und lohnt sich die Bestellung im Internet?

Der Frühling ist im Normalfall der Startschuss in das Gartenjahr. Alle Gartler juckt es in den Fingern, es wird Gemüse vorgezogen und der Pflanzplan für das Staudenbeet liegt bereit. Doch in diesem Jahr ist nichts normal: Wegen der Corona-Epedemie haben Gärtnereien und Gartenmärkte geschlossen. Viele Gartler fragen sich, wo sie Gemüsejungpflanzen, Stauden und Gehölze einkaufen können.

Lieferung nach Hause

Eine Möglichkeit ist, Gemüsejungpflanzen oder Frühjahrsblüher auf Wochenmärkten zu kaufen. Diese haben weiterhin geöffnet und kleinere Gärtnereien betreiben dort häufig Stände. Etliche Gärtnereien und Baumschulen bieten derzeit auch eine Lieferung ihrer Ware zu den Kunden nach Hause an. Die Unternehmen informieren meist auf ihren Internetseiten, in welchem Umkreis und ab welchem Bestellwert sie die Ware liefern und wie die Bestellung und die Bezahlung erfolgt; man kann sich auch telefonisch erkundigen.
„Dieses Angebot wird von unseren Kunden sehr gut angenommen“, berichtet Karin Remm, Gartenbauingenieurin bei der Gärtnerei Strohmair und Hirsch im oberbayerischen Erding. Ein Problem sei, dass Spontankäufe wegfallen, weil die Kunden nicht durch die Gärtnerei schlendern können. „Viele Kunden fragen uns aber, ob sie uns etwas spezielles abnehmen sollen.“ Trotzdem werde lange nicht alles verkauft. Deshalb hat sich die Gärtnerei entschlossen, vorgetriebene Zwiebelblumen an zwei Altenheime zu spenden, anstatt sie wegzuwerfen.

Klare Bestellung einfacher

Auch die Baumschule Schlierf im mittelfränkischen Burghaslach bietet eine Auslieferung der Ware an. Inhaber Friedhelm Schlierf beschreibt die Situation: „Wenn die Kunden genau wissen, welche Pflanzen sie wollen, klappt die Bestellung schnell und unkompliziert.“ Deutlich aufwendiger sei eine individuelle Beratung, sie koste wertvolle Zeit. „Eine große Herausforderung ist, die Lieferungen zu koordinieren und die Pflanzen zeitnah zu liefern.“ Die Kunden würden erwarten, dass sie ihre Ware spätestens im Laufe einer Woche bekommen. Obwohl das System der Auslieferung viele Gärtnereien und Baumschulen über die momentane Situation rettet, ersetzt es nicht das Alltagsgeschäft, viele der Pflanzen sind außerdem Saisonware. „Man kann sie nicht einfach ins Regal stellen und verkaufen, wenn die Regelungen wieder gelockert werden“, betont Schlierf. Er und Karin Remm hoffen, dass sie ihre Pflanzen möglichst bald wieder in den Geschäften vor Ort anbieten können.
Bei anderen Gärtnereien und Baumschulen boomt momentan der Online-Handel. Man kann auf ihren Internetseiten Pflanzen bestellen, sie werden dann von einem Paketdienst nach Hause geliefert. Besonders größere Unternehmen bieten diesen Service schon länger an, meist als zusätzliche Möglichkeit zum Verkauf vor Ort. Sinnvoll ist, sich zu überlegen welche Pflanzen man für die nächsten Monate möchte und eine Sammelbestellung aufzugeben. Denn man sollte jede Bestellung im Internet kritisch hinterfragen. Gegen diese Form des Einkaufens spricht, dass die Arbeitsbedingungen der Paketboten häufig sehr schlecht sind: Sie müssen jeden Tag ein hohes Arbeitspensum schaffen und schwere körperliche Arbeiten verrichten, dafür werden sie schlecht bezahlt. Außerdem fällt durch den Versand der Ware als Paket deutlich mehr Müll an.