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Gartentipp

Petersilie: Zickiges Grünzeug

Petersilie: Angebaut im Garten, sprießt satt grün.
Isolde Keil-Vierheilig - Bayerische Gartenakademie
am Donnerstag, 17.03.2022 - 15:00

Petersilie braucht viel Pflege und optimale Pflanz-Bedingungen. Unsere Expertin der Bayerischen Gartenakademie gibt Tipps.

Kaum ein Küchenkraut ist so anspruchsvoll wie die Petersilie: Immer wieder warten Gartlerinnen und Gartler vergeblich, dass ihre Petersilie keimt, oder sie müssen dabei zusehen, dass sie gleich nach dem Auflaufen gelb wird und abstirbt. Dieses Problem tritt vor allem bei Aussaaten im Garten auf. Grund dafür ist ihre Selbstunverträglichkeit: Sie will immer wieder auf einen neuen Platz ausgesät sein.

Petersilie jedes Jahr an einem neuen Platz pflanzen

Wie auch Möhre, Dill und Fenchel gehört die Petersilie zu den Doldenblütlern. Ein Nachbau auf der gleichen Fläche ist erst wieder nach mehr als vier Jahren zu empfehlen. Im Garten sät man Petersilie erst ab Ende April. Petersilie verlangt einen lockeren, humusreichen und nicht zu trockenen Boden. Frisch ausgebrachter Dünger schadet in der Keimphase. Ausdünnen ist nötig, wenn die Keimlinge zu dicht stehen.

Grund für schlechtes Wachstum sind oft kalte Temperaturen und gleichzeitig viel Feuchtigkeit. Möhrenwurzelläuse, schädliche Bodennematoden, aber auch Pilzerkrankungen wie Septoria-Blattflecken und Falscher Mehltau können dem Küchenkraut erheblich zusetzen.

Petersilie vorziehen und pflanzen

Ab März kann man Petersilie auf der Fensterbank vorziehen. Hier nimmt man immer frisches Saatgut mit höchster Keimfähigkeit. Als Aussaatgefäße eignen sich Blumenkästen oder -töpfe. Am besten füllt man das Gefäß etwa zu einem Drittel mit normaler Blumenerde. Danach wird nährstoffarme Aussaaterde bis kurz unter den Rand aufgefüllt. Die Samen werden dünn mit Aussaaterde abgedeckt, leicht angedrückt, dann wässert man vorsichtig und durchdringend.

Die Petersilie keimt innerhalb der nächsten 14 Tage, wenn die Temperatur 20 °C beträgt. Bei niedrigeren Temperaturen dauert es entsprechend länger. In der Keimzeit darf die Erde nicht austrocknen. Schon bei kurzer Trockenheit stirbt der Keimling ab. Einfacher ist, einen Kräutertopf mit jungen Pflänzchen in einer Gärtnerei zu kaufen.

In Gärtnereien und Gartencentern werden vermehrt Petersilienjungpflanzen in Erdpresstöpfchen angeboten. Auch sie sind eine gute Möglichkeit, schnell kräftiges Grün zu ernten. Damit die Pflänzchen rasch anwachsen, deckt man die Neupflanzung mit einem Verfrühungsvlies ab.

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