Pflanzen-Einkauf

Der Pass für die Pflanzen

Pflanzenpass
Isolde Keil-Vierheilig - Bayerische Gartenakademie / SG
am Dienstag, 04.05.2021 - 10:40

Was verbirgt sich hinter den Aufklebern, die man auf den Töpfen findet?

Vielleicht sind manchen Hobbygärtnern Aufkleber auf den Töpfen neu gekaufter Pflanzen aufgefallen. Was hat es damit auf sich? Es ist der Pflanzenpass: das Etikett für pflanzliche Waren, die innerhalb der EU gehandelt werden.

Gesunde Pflanzenware

Den Pflanzenpass gibt es bereits seit dem Jahr 2019 und er bestätigt, dass die Waren den Pflanzengesundheitsvorschriften entsprechen. Auf dem Aufkleber findet man die Flagge der EU und einen Strichcode. Außerdem enthält das Etikett neben dem Herkunftsland auch den botanischen Namen der Pflanze und die Registriernummer des Handelsunternehmens bzw. der Gärtnerei, welche die Pflanzen angebaut haben.

Der Sinn dahinter ist folgender: Vor allem Zierpflanzen, die im Gartencenter erhältlich sind, stammen häufig nicht aus Deutschland, sondern aus anderen Ländern der EU. Der Pflanzenpass belegt für die Behörden und Kontrolleure, aus welcher Produktion die Pflanze kommt und dass sie dort auf Schädlinge kontrolliert worden ist. So soll vermieden werden, dass Schädlinge, Viren oder Bakterien, gut versteckt in den Töpfen der Pflanzen, als blinde Passagiere in der EU herumreisen und sich unkontrolliert und ohne Nachvollziehbarkeit verbreiten. Denn durch den zunehmenden Pflanzenhandel wächst auch die Gefahr, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge einzuschleppen und zu verbreiten. Das-Julius Kühn-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, setzt sich dafür ein, Pflanzen und deren Erzeugnisse in Deutschland und der EU vor den Schadorganismen zu schützen oder zumindest ihr Auftreten zu verzögern.

Schädlinge fernhalten

Regelmäßige Gesundheitssichtungen von Pflanzenfrachtgut an Flughäfen und Häfen dienen zur Kontrolle, um Schaderreger zu entdecken und dann fern zu halten. So geschah zum Beispiel die großflächige Verbreitung der schädigenden Kirschessigfliege über den Im- und Export infizierter Früchte. Durch schadhaftes Beerenobst gelangte sie schließlich auch nach Deutschland. Die milden Winter sorgten dafür, dass sie sich bei uns etabliert hat.

Für Internet-Bestellungen

Der internationale Pflanzenpass heißt übrigens Pflanzengesundheitszeugnis. Dieses kommt zum Einsatz, wenn man Pflanzen aus aller Welt im Internet bestellt. Seriöse Anbieter weisen in der Beschreibung ihrer Ware auf dieses Dokument hin, worauf man als Konsument achten sollte.

Top Themen:
  • Borkenkäfer: April verzögert Schwärmflug
  • Schweinehaltung: Luft wird immer dünner
  • Fungizide in Winterweizen
  • Grenzsteinsuche mit Satelliten
  • Ernährung: Die Zukunft im Blick
  • Kursfeuer rund um den Globus
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote