Insekten

Nisthilfen: Ein einfaches Quartier

Nisthilfen sind große glatte Löcher in Baumstämmen oder Ästen. Davor ist ein Drahtgitter gespannt.
Sophia Gottschaller
Sophia Gottschaller
am Samstag, 06.02.2021 - 08:10

Wir alle helfen gerne der Natur: Aber einige selbst gebaute oder gekaufte Nisthilfen für Wildbienen bleiben leer. Wir erklären warum und wie man ein Insektenhotel für den Garten baut, in das die Wildbienen gerne einziehen.

Eine Wildbiene auf einem Stück Holz

Damit es im Garten summt und brummt, damit er zum Lebensraum – nicht nur für Pflanzen, sondern auch für Tiere – wird, kann die Gärtnerin einiges unternehmen. Ein Beispiel sind Insektenhotels. Diese Behausungen werden zwar eher von Insekten angenommen, die häufiger vorkommen und sehr anpassungsfähig sind, wie der Gehörnten Mauerbiene oder der Rostroten Mauerbiene. Trotzdem sind diese Hotels eine schöne Möglichkeit, die Insekten im Garten zu beobachten.

Schmale Löcher bohren

Damit die Nisthilfen von den Insekten auch genutzt werden, beachtet man einige Tipps:

  • Für ein Insektenhotel aus Holz eignen sich abgelagerte, unbehandelte Hartholzblöcke mit Bohrungen (zum Beispiel von Obstgehölzen, Buche, Esche oder Eiche). Außerdem kann man Schilfrohr oder Bambus verwenden.
  • Die Bohrlöcher von Hölzern oder Schnittkanten von Schilfhalmen oder Bambus müssen glatt sein, damit die Tiere ihre Flügel nicht verletzen. Dazu verwendet man am besten feines Schleifpapier.
  • Die Tiefe der Bohrlöcher sollte etwa 5 bis 10 cm betragen, ihr Durchmesser 2 bis 9 mm, wobei die Röhre an einer Seite verschlossen sein muss.
  • Die Löcher besser ins Längsholz bohren, nicht in das Stirnholz. So entstehen beim Bohren weniger schnell Risse und das Wasser läuft besser ab.

Schutz vor Regen bieten

  • Grundsätzlich ist wichtig, die Nisthilfen vor Schlagregen zu schützen und an einem sonnigen und windgeschützten Platz aufzuhängen oder zu stellen.
  • Die Insektenhotels montiert man möglichst stabil, damit sie nicht wackeln, herunterfallen oder im Wind schaukeln.
  • Ein Draht, im Abstand von mehreren Zentimetern vor der Nisthilfe angebracht, hält hungrige Vögel ab, die die Nester ausräumen würden.

Insekten fördern

Zusätzlich gibt es viele andere Möglichkeiten, Insekten im Garten zu fördern. Dazu gehört, ihnen über die ganze Vegetationsperiode Nahrung in Form von Blüten (ungefüllt) anzubieten, „wilde Ecken“ mit Wildpflanzen und Totholz im Garten stehen zu lassen, im Sommer Trinkmöglichkeiten zu schaffen, im Herbst die Stauden nicht zurückschneiden.

Warum zieht hier keiner ein?

Ein Insektenhotel, das aussieht wie ein Haus.

In vielen Gärten sieht man noch prächtige Insektenhotels mit vielerlei Angebot an Materialien, die aber trotzdem keine Bewohner finden. Der Grund dafür ist, dass die Insekten in Zapfen, geschichteter Rinde oder in Gitterziegeln nicht nisten. Diese Materialien sehen zwar hübsch aus, sie erfüllen aber nicht die Anforderungen, welche die Insekten zum Nisten brauchen. Bei den Ziegeln sind die Löcher schlichtweg zu groß.

Auch Nadelholz nehmen Insekten nicht als Nisthilfe an, weil das Holz harzt, fasriger ist und leichter reißen kann. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass die Löcher nur auf einer Seite offen sind und Vögel das Insektenhotel nicht als willkommene Futterquelle nutzen können.

Ein selbst befüllbares Insektenhotel kann man deshalb ganz einfach „renovieren“, indem man den Insekten passende Schilf- oder Bambusröhrchen anbietet, die Holzelemente austauscht oder ein Vogelschutzgitter anbringt.

Top Themen:
  • Alois Glück: Anregung für Junglandwirte
  • Energie: Wärme braucht ihren Preis
  • Lenksysteme: Wie von Geisterhand
  • Geld: Hilft die Bank in der Krise?
  • Landfrauentag: Digitaler Volltreffer
  • Biomarkt: Weiter wachsende Zahlen
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote