Europäische Union

Neuer EU-Trinkwasserrichtlinie zugestimmt

Leitungswasser
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Freitag, 20.12.2019 - 09:25

Sie zielt darauf ab, die Qualität des Trinkwassers und den Zugang zu diesem zu verbessern und für bessere Informationen darüber zu sorgen.

Ausgangspunkt ist die Europäische Bürgerinitiative Right2Water. Sie hat die EU im Februar 2018 aufgefordert, eine Initiative vorzuschlagen, um den Zugang der Europäer zu sicherem Trinkwasser zu gewährleisten. Die Kommission ist dieser Aufforderung mit einem Vorschlag nachgekommen. Vergangenen Mittwoch sind auch Rat und Parlament übereingekommen, die EU-Vorschriften zu modernisieren. Die Qualität des Trinkwassers soll  auf der Grundlage der neuesten Normen basieren. Der Zugang zu Wasser soll für alle verbessert werden und die Transparenz erhöht werden.

Gegenwärtig wird das Trinkwasser „end-of-pipe“ kontrolliert. Mit den neu vereinbarten Regeln wird der so genannte risikobasierte Ansatz umgesetzt, der weitere Präventions- und Eindämmungsmaßnahmen zum Schutz der Trinkwasserquellen ermöglicht.

Der vereinbarte Text baut auf den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation auf und geht sogar über diese hinaus. Er ist damit bereits ein Vorgriff auf den europäischen Grünen Deal. Ins Blickfeld geraten neu auftretende Schadstoffe wie Mikrokunststoffe, endokrine Disruptoren und neue Arten von Chemikalien. Ein Problemstoff darunter ist beispielsweise das hormonell wirksame Bisphenol-A (BPA). Für ihn wird nun ein Grenzwert eingeführt. Inwieweit die Landwirtschaft betroffen sein wird, ist noch unklar.

In einer weitere Änderung der Rechtsvorschriften soll der Öffentlichkeit ein einfacher Zugang - auch online - zu Informationen über die Qualität und die Versorgung mit Trinkwasser in ihrem Wohngebiet sein und so das Vertrauen in das Leitungswasser stärken.

Die Vereinbarung enthält detaillierte Hygieneanforderungen für Materialien, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen, und gibt der Europäischen Chemikalienagentur eine Schlüsselrolle, um sicherzustellen, dass nur sichere Stoffe in Rohren und Wasserhähnen verwendet werden können, die mit Wasser in Kontakt kommen.Die Europäische Kommission hat die vorläufige Einigung begrüßt, die das Europäische Parlament und der Rat gestern (Mittwoch) in Straßburg über die Neufassung der Trinkwasserrichtlinie erzielt haben.