Insekten

Neue Schädlinge im Garten

Eine längliche Tomate mit feinen weißen Punkten. Diese sind der Wanzenschaden.
Marianne Scheu-Helgert / PM
am Montag, 14.12.2020 - 08:00

Reiswanze, Baumwanze, Walnussfruchtfliege: Mit den klimatisch bedingen, höheren Temperaturen gibt es neue Schädlinge in Bayern.

Die klimatischen Bedingungen ändern sich, auch in Bayern. Durch die hohen Temperaturen fassen mehr neue Schädlinge bei uns Fuß, bekannte Schädlinge entwickeln mehrere Generationen jährlich. Wanzen gehören zu den Gewinnern des Klimawandels, denn sie lieben Wärme und Trockenheit.

Grüne Reiswanze

Eine grüne Reiswanze auf einem dünnen Ast.

Bei den Tomatenfrüchten fielen in diesem Jahr erstmals eigenartige gelbe Flecken auf. Beim Ausgeizen und Ernten zeigte sich die Grüne Reiswanze. Die Tiere saugen auch an Paprika, Bohnen, verschiedenen Obstarten und Zierpflanzen. Daraufhin kommt es zu Verformungen oder Umfärbungen der Einstichstellen. Der weltweite Handel brachte sie zu uns. Nun verbreitet sie sich von Süd nach Nord in Deutschland. Die milden Herbst- und Wintertemperaturen sorgen dafür, dass die Wanze, die als adultes Tier überwintert, überleben kann. Auffallend ist die „grasgrüne“ Färbung des adulten Tieres. Die Larvenstadien dagegen sehen bunt gepunktet aus. Als Bekämpfung bleibt nur das Absammeln und Vernichten, um eine weitere Vermehrung einzudämmen.

Marmorierte Baumwanze

Die Marmorierte Baumwanze auf einem dünnen Ast.

Sie ist größer, rundlicher und schädigt vor allem Obst, aber auch Fruchtgemüse. Die Marmorierte Baumwanze trägt fünf helle Flecken auf dem Rücken, ihre transparenten Flügelteile besitzen Streifen; ältere Larvenstadien sind schwarz-grau gefärbt.

Walnussfruchtfliege

Die Walnussfruchtfliege auf der Schale einer Walnuss. Sie sehen aus wie kleine weiße Würmer..

Sie ist ein relativ neuer Schädling, der sich vom Untermain weiter gen Norden ausbreitet, wie das Landratsamt Schweinfurt berichtet. Die Fliege ist so groß wie eine Stubenfliege und hat schwarz-weiß gefärbte, große Flügel. Die Weibchen legen ab Juli ihre Eier unter die Haut der grünen Fruchtschale der Walnuss. Die geschlüpften, weißen Maden ernähren sich vom Fruchtfleisch, die Schale verfärbt sich schwarz und die Früchte fallen im September frühzeitig zu Boden. Die ausgewachsenen Maden vergraben sich in der Erde, verpuppen sich und überwintern. Im Juli des nächsten Jahres schlüpfen die Fliegen und der Zyklus beginnt von neuem. Die abgefallenen Früchte sofort auflesen und vernichten! Sie dürfen auf keinen Fall auf den Kompost. Deckt man den Boden in der Zeit von Juli bis September mit einer Folie ab, verhindert man das Eindringen der Maden in den Boden.

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