Prävention

Maskenpflicht: Das ist jetzt zu beachten

Corona
Claudia Adamec, Rinderzucht
Claudia Adamec
am Freitag, 24.04.2020 - 10:15

Ab Montag, den 27. April, gilt in Bayern und in fast allen anderen Bundesländern Maskenpflicht als Schutz gegen den Coronavirus. Ein Faktencheck.

Ein wichtiger Übertragungsweg des Covid-19-Virus sind mit der Atemluft ausgestoßene und aufgenommene Tröpfchen, die sogenannten Aerosole. Alltagsmasken können diesen Weg zwar nicht vollständig unterbinden, aber dennoch deutlich reduzieren. Das gilt insbesonder für die Freisetzung der Tröpfchen beim Ausatmen.

Das Tragen eines solchen Schutzes ist deshalb umso sinnvoller, je mehr Personen einen Raum teilen. Deshalb gilt auch für Bayern ab kommenden Montag (27. April) die Maskenpflicht.

Mund-Nase-Masken (auch Mund-Nasen-Bedeckung, Alltagsmasken oder Communitymasken genannt) müssen getragen werden

  • von allen – auch von Kindern ab 6 Jahren
  • in allen Geschäften (u. a. Hofläden, Supermärkte, Bau- und Gartenmärkte)
  • in öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn, Bus, Tram): in den Fahrzeugen, in den Bahnhöfen, in Reise- und Kundencentern, auf den Bahnsteigen und an überdachten Haltestellen
  • in Taxis (öffentliches Verkehrsmittel)
  • an Tankstellen
  • in Bankfilialen
  • in Apotheken
  • in Tierarztpraxen (ggf. auf Hinweise der Praxis achten)
  • auf Wochenmärkten
  • ab dem 4. Mai auch beim Friseur

Geschäfteinhaber sind gefordert

In Geschäften sind Ladenbetreiber als Hausrechtsinhaber gefordert dafür zu sorgen, dass Schutz- und Hygienekonzepte erstellt werden. Wenn Appelle an uneinsichtige Kunden nichts nutzen, kann auch die Polizei hinzugezogen werden.

Auch das Personal im Geschäft bzw. Hofladen ist zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtet.

Keine Maskenpflicht besteht derzeit auf

  • Recycling- und Wertstoffhöfe
  • Baustellen
  • Schulhöfe
  • bei Arztbesuchen (ggf. auf Hinweise der Praxis achten)

Mit dem Auto unterwegs

Laut den Juristen des ADAC müssen die ausschlaggebenden Gesichtszüge des Fahrers beim Autofahren erkennbar bleiben, das kann bei selbstgenähten Masken oftmals nicht der Fall sein. Bei einem Mundschutz aus Gesundheitsgründen soll vorübergehend aus Opportunitätsgründen von einer Ahndung abgesehen werden. Das ist alles eine Einzelfallentscheidung und steht letztendlich im Ermessen des Polizeibeamten. Gegebenenfalls droht ein Bußgeld von 60 €.

Wird mit einem Mundschutz eine Ordnungswidrigkeit begangen, läuft das normale Bußgeldverfahren durch. Kann der Fahrer nicht ermittelt werden, droht dem Halter eine Fahrtenbuchauflage.

Brillenträger sollten außerdem beachten, dass je nach Beschaffenheit des Mundschutzes beim Tragen die Brillengläser beschlagen können. Die Masken dürfen auf keinen Fall die Sicht beeinträchtigen.

Wer mit einer haushaltsfremden Person im Auto unterwegs ist muss allerdings an einen gegenseitigen Mund-Nase-Schutz denken.

Was als Mund-Nasen-Maske gilt

Mund und Nase müssen ausreichend bedeckt sein. Dabei sind selbstgenähte Masken möglich, aber auch Schals oder Tücher. Taschentücher gelten nicht als Mund-Nasen-Schutz!

Welcher Maskenschnitt gut ist, ist hier zu erfahren.

Wer ohne Maske kontrolliert wird, dem droht ein Bußgeld von 150 €. Besonders teuer wird es allerdings für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt: Hierfür sieht der Bußgeldkatalog eine Zahlung von 5000 € vor. Das geht aus dem aktualisierten Bußgeldkatalog hervor, das der Deutschen-Presse-Agentur vorliegt. Die Staatsregierung hat bereits angekündigt, die Einhaltung stärker zu kontrollieren.

Aus was die Maske bestehen sollte

Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS oder OP-Masken) bzw. FFP2/FFP3-Masken sollte aufgrund der gegenwärtig knappen Verfügbarkeit dem Pflege- und Ärztepersonal vorbehalten sein, das Atmen durch FFP-Masken ist außerdem erschwert (Vorsicht bei generellen Atemproblemen).

Im Alltag kommen deshalb selbstgenähte bzw. selbstgebastelte Masken aus einem atemdurchlässigen und festen Stoff zum Einsatz, wie z. B. Baumwolle, die auch bei über 60° C gewaschen werden kann (Achtung: Allergien beachten). Wenig praxistauglich sind DIY-Masken aus z. B. nur Kaffeefilter oder Küchenpapier, beides ist zu dünn und feuchtet zu schnell durch.

Für einen besseren Schutz empfiehlt es sich dennoch, zusätzlich einen Filter unter oder zwischen der Baumwollmaske zu tragen, den man nach jedem Gang nach draußen austauscht. Dieser Filter kann hier aus unterschiedlichen Materialien sein, z. B. Kaffeefilter oder Mikrovlies.

Darauf ist beim Tragen der Alltagsmasken zu achten

Die Maske

  • muss über Mund UND Nase getragen werden
  • nach dem Tragen nicht am Stoff berühren, sondern vorsichtig an den (Gummi-)Bändern abziehen
  • sollte spätestens nach 2 Stunden gewechselt werden oder sobald sie feucht geworden ist
  • nicht unachtsam herumliegen lassen, sondern luftdicht verpacken bis sie gewaschen werden kann
  • bei mind. 60° C waschen (in der Waschmaschine oder mit kochendem Wasser übergießen und 30 Minuten warten – Achtung: Verbrühung!). Alternativ kann der Stoff sehr heiß gebügelt werden (höchstmögliche Stufe).
  • nicht in der Mikrowelle erhitzen, auch wenn kein Draht vernäht wurde (Brandgefahr!)
  • Nach dem Gebrauch und dem Berühren der Maske sofort Händewaschen (mind. 20 Sekunden)

Achtung: Die Abstandsregelung von mind. 1,5 m sowie das regelmäßige Händewaschen müssen weiterhin eingehalten werden!

Umfassende Informationen zu Covid-19 und den Maßnahmen gibt es beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.