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Staudengarten

Leuchtendes Herbstfinale: Jetzt ist Pflanzzeit für Astern!

Herbstaster-Blumen-Garten-Blütenreich
Karin Stern & Sophia Gottschaller
am Mittwoch, 14.09.2022 - 11:00

Ein Herbst ohne Astern? Unmöglich! Astern trotzen dem Regen und zaubern mit leuchtenden Blüten auch an trüben Tagen Farbe in den Garten. Wer nicht gleich ein ganzes Beet anlegen möchte, kann mit einzelnen Stauden Akzente setzen.

Wer im herbstlichen Garten das ultimative Farbfeuerwerk zünden will, pflanzt Herbstastern. Die meisten Sorten dieser prächtigen Stauden blühen in violett, lila und purpur. Damit bilden die Blüten einen hinreißenden opischen Kontrast zu dem Herbstlaub, das in gelb, orange und rot leuchtet. Jetzt kann man in Staudengärtnereien verschiedenste Herbstastern bestaunen und sich überlegen, mit welche man den eigenen Garten schmücken will, denn: Im Herbst ist Pflanzzeit. Wir stellen die schönsten Arten und Sorten vor.

Glattblattastern

Die beliebten Glattblattastern (Aster novi-belgii) erblühen von September bis weit in den November hinein und eignen sich hervorragend als Schnittblumen. Sie erreichen eine Höhe von 70 cm bis 1,50 m. Reizvolle Begleiter für Herbstastern sind Gräser, die ebenfalls im Herbst blühen. Es eignen sich zum Beispiel die Rutenhirse, das Lampenputzergras und das Chinaschilf.

Empfehlenswerte, höhere Sorten der Glattblattaster sind ‘Karminkuppel’ (purpurrosa, 1,10 m), ‘Dauerblau’ (lila, 1,50 m), ‘Fuldatal’ (dunkelviolett, 1 m), ‘Rosenquarz’ (silbrigrosa) und ‘Schöne von Dietlikon’ (blauviolett, 1,20 m). Die Sorte ‘Weißes Wunder’ wird bis zu 1,20 m hoch und macht mit den leuchten weißen Blüten ihrem Namen alle Ehre. Die höheren Sorten stützt man besser, damit die Horste nicht auseinander fallen können. Niedrigere Sorten wie ‘Royal Ruby’, ‘Crimson Brocade’ und ‘Neron’ (alle leuchtend pink) sind deutlich standfester.

Rauhblattastern

Die Rauhblattaster (Aster novae-angliae) zeigt sich mit ihrem straff aufrechten, gut 1 m hohen Wuchs sehr standfest. Zudem ist sie widerstandsfähiger gegen Mehltau und Asternwelke als die Glattblattaster. Sie blüht, je nach Sorte, von August bis Oktober. Ihre Blätter sind im Gegensatz zur Glattblattaster behaart und fühlen sich samtig an. Die meisten Rauhblattastern schließen nachts die Blüten, genauso, wenn man sie in eine Vase stellt. Deshalb sind sie für den Schnitt nicht gut geeignet.

Kostbarkeiten im herbstlichen Garten sind ‘Alma Pötschke’ (lachsrosa) und ‘Herbstflieder’ (rosa-violett). Außerdem sind Sorten wie ‘Rosa Sieger’ ‘Herbstschnee’ oder ‘Purple Dome’ empfehlenswert. Als Beetnachbarn eignen sich Sonnenauge, Sonnenbraut oder Gartenchrysanthemen.

Kissenastern

Kissenastern (Aster dumosus) lassen sich gut mit ihren großen Verwandten kombinieren. Sie verdecken die langen Stängel der Verwandtschaft, die teilweise zum Verkahlen neigen. Je nach Sorte bilden Kissenastern dichte, 20 bis 50 cm hohe Teppiche. Die Sorten ‘Jenny’ und ‘Starlight’blühen violett-purpur, ‘Schneekissen’ blüht weiß und ‘Prof. A. Kippenberg’ zartlila. Auch die Sorte ‘Mittelmeer’ ist mit ihren leuchtend lila-blauen Blüten sehr empfehlenswert.

Die Kissenaster breitet sich gerne über die Jahre aus. Sie fühlt sich in sandig-humosen Böden wohl und verträgt kurzzeitige Trockenheit. Ungünstige Bodenverhältnisse quittieren die mit 25 cm besonders niedrigen Hybrid-Sorten oft mit Mehltaubefall. Eine Düngung mit Kompost im Frühjahr fördert ihre Vitalität.

Weiße Waldaster

Weiße-Waldaste

Die Weiße Waldaster (Aster divaricatus), auch Sperrige Aster genannt, blüht im August und September. Sie fällt mit ihren Standortansprüchen etwas aus der Reihe: Die Waldaster ist eine der wenigen Stauden, die auf trockenen, sandigen Böden gedeiht und sogar im Schatten eines Baumes gut zurecht kommt. Sie eignet sich daher als Bodendecker. Die 50 bis 75 cm hoch wachsenden locker-buschigen Pflanzen bilden viele zarte Stiele, an deren Ende eine weiße sternförmige Blüte sitzt – sie scheint dort regelrecht zu schweben. Im Winter sind die Samenstände der weiß blühenden Staude eine Zierde. Erhältlich ist sowohl die Wildform als auch die Sorte ‘Tradescant’, die etwas niedriger bleibt.

 

So blühen die Astern langjährig und gesund

Glattblattastern, Rauhblattastern und Kissenastern bevorzugen im Garten einen nährstoffreichen, feuchten Boden in vollsonniger, luftiger Lage. Um einem Krankheitsbefall vorzubeugen, pflanzt man sie nicht zu eng, sondern schön luftig. Im Frühjahr düngt man sie mit Kompost und während des Sommers sollte man sie unbedingt ausreichend gießen. Trockenheit, aber auch übermäßige Stickstoffdüngung rächen sich leider schnell mit Mehltaubefall und mangelnder Stand- und Blühfreudigkeit.

Wer die Triebspitzen vor der Knospenbildung um etwa 10 bis 20 cm einkürzt, verschiebt die Blütezeit etwas nach hinten und fördert die Standfestigkeit der Stauden. Sämtliche Asternarten neigen im Laufe der Zeit dazu, von der Mitte des Horstes aus zu verkahlen. Etwa alle drei bis fünf Jahre empfiehlt sich daher eine Teilung, wobei dann nur die äußeren, abgestochenen Teilstücke wieder eingepflanzt werden. Auch wenn die meisten Sorten frosthart sind, freuen sie sich im ersten Winter nach der Pflanzung über einen Frostschutz.

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