Bauerngarten

Ein Hochbeet für Frieden im Gemüsegarten

Tochter und Mutter stehen am Hochbeet und gärtnern gemeinsam.
Helga Gebendorfer
am Sonntag, 21.03.2021 - 07:00

Katharina Fuchs und ihre Tochter Regina aus Gaimersheim bei Eichstätt bauten ein Hochbeet, damit die Laufenten nicht das Gemüsebeet plündern.

Der kleine Zaun, der die Laufenten von Katharina Fuchs’ Gemüsebeet fern hielt, war morsch. Regina, die Tochter der Austragsbäuerin, nahm dies zum Anlass, ein Hochbeet zu bauen und damit das Gemüse vor den ungebetenen Gästen zu schützen. „Regina hatte diese Idee schon seit längerem, außerdem hatten wir eine Vielzahl von Schwartenbrettern aus dem eigenen Wald zur Verfügung“, erzählt Katharina Fuchs.

 

Werkeln als Hobby und Ausgleich

Hochbeet-Sommer

Das Werkeln mit Holz ist für ihre Tochter Hobby und Ausgleich zur Arbeit. Deshalb packten die beiden Frauen im Frühjahr 2020 die Gelegenheit beim Schopf und machten sich gemeinsam an das Projekt.

Die beiden Frauen blickten zurück: „Wir besorgten uns gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Lockdown das nötige Zubehör aus dem Baumarkt.“ Dann ging es los. Das 1 x 4 m große und 90 cm hohe Hochbeet wurde von Norden nach Süden ausgerichtet, sodass es den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird.

 

Ein Hochbeet für ganzjährige Gärtnern

„Das Hochbeet ist eine wunderbare Ergänzung zu meinem anderen Gemüsegarten. Wir freuen uns, dass es so gut gelungen ist“, stellt die Austragsbäuerin fest. Sie nutzte die neue Errungenschaft das ganze Jahr über: Gleich im Frühjahr baute sie Salat, Radieschen, Gelbe Rüben und Kräuter an. Nach dem Salat folgten Gurken, gestützt durch ein selbst gemachtes Holzgitter, Kohlrabi und Bohnen.

Zudem eignet sich das Hochbeet zur Aussaat für Pflanzen, die später ins Gemüsebeet gepflanzt werden. Im Herbst säte sie Spinat und im Winter finden im Hochbeet Feldsalat, Petersilie und Schnittlauch Platz. Dieses Jahr will sie erstmals einen Frühbeetkasten auf dem Hochbeet ausprobieren.

 

Der Salat ist vor den Enten sicher

Nach einem Jahr Erfahrung schätzt die Austragsbäuerin die Arbeitserleichterung, die kurzen Wege sowie den Blick auf Augenhöhe, der Unkraut früher sichtbar macht. Einziger Nachteil: Das Gießen mit Gießkanne ist zu beschwerlich, sodass jetzt der Wasserschlauch zum Einsatz kommt. Dafür ist der Frieden mit den Laufenten wiederhergestellt.

„Früher sind die Enten manchmal ausgebüxt, haben den Salat gefressen und das Beet zertrampelt. Jetzt kann ich mich wieder über ihre positiven Eigenschaften freuen, nämlich dass sie Schnecken vertilgen“, schmunzelt Katharina Fuchs.

 

So baut man ein Hochbeet

Befestigung-Boden

Diese Werkzeuge und Materialien werden benötigt:

  • Handwerkszeug: Meterstab, Schnur, Wasserwaage, Spaten, Akkuschrauber, Schrauben;
  • Hochbeet: 6 Einschlaghülsen (8 x 8 cm), 10 Rasenkanten (1 m x 30 cm), Kanthölzer (8 x 8 cm) – 6 Stück mit 1 m Länge (geplante Höhe plus die Einschlaghülse), 12 Stück mit 2 m Länge und 6 Stück mit 1 m Länge, rund 30 Winkeleisen, rund 60 Holzbretter für die Außenwandverkleidung, etwa 45 Schwartenholz-Bretter (80 x 25 cm) sowie Holzbretter für den oberen Abschluss (ca. 20 cm breit, 4 Stück mit 2 m Länge und 2 Stück mit 1 m Länge);
  • Auskleidung: 5 m Maschendraht und 3 Rollen Noppenfolie;
  • Füllmaterial: Äste vom Baum-/Strauchschnitt, Abfall vom Holzspalten, Rindenmulch, Erde mit Kompost und Sand gemischt.

So haben die beiden Frauen das Hochbeet aufgezogen:

  • Als erstes die Grundfläche ausmessen und rund 30 cm tief Erde ausheben. Mithilfe von Schnur und Wasserwaage eine gerade Linie ziehen zum Setzen der Einschlaghülsen (an Ecken sowie Beetmitte). Passend zum Grundriss 1 m lange Rasenkanten in den Boden eingraben, sodass nur etwa 10 cm herausschauen.
  • Nun als Eckpfeiler die Kanthölzer in die Einschlaghülsen einsetzen und anschrauben. Für den Holzrahmen in mittlerer Höhe und am oberen Rand 1 bzw. 2 m lange Kanthölzer einziehen. Zur besseren Stabilität dient eine Kantholz-Verstrebung in der Mitte des Beetes. Bretter außen an den Holzrahmen anschrauben.
  • Am Boden Maschendraht zum Schutz vor Wühlmäusen auslegen, an den Seiten etwas hochziehen. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit die Holz-Innenseite mit Noppenfolie auskleiden.
  • Dann wurde das Hochbeet gut zur Hälfte mit Ästen, Holzabfall, Rindenmulch gefüllt; den Rest bis 10 cm unter den Rand mit der mit Kompost und Sand vermischten Erde auffüllen.
  • Zu guter Letzt bekam das Beet zur Zierde eine Verkleidung mit gehobelten und lasierten Schwartenholz-Brettern.
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