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Jahreswechsel

Glücksbringer Pflanzen als Neujahresgruß

Glücksklee-Neujahr-Gartentipp: Ein üppiger Glücksklee in einem Terrakotta-Topf im Garten.
Bärbel Steinberger
am Mittwoch, 12.01.2022 - 11:15

In Deutschland wird zu Neujahr oft Glücksklee verschenkt. Woher kommt der Brauch und welche Glücksbringer-Pflanzen werden in anderen Ländern verschenkt?

Glücksklee wurde zum neuen Jahr wieder millionenfach verschenkt. Die wenigsten werden ihn allerdings blühen sehen, denn bis zum Sommer sind die meisten Töpfchen längst im Biomüll gelandet. Schade eigentlich, denn er sollte doch Glück bringen.

Aber es ist halt leider so, dass die meisten Gückskleepflanzen sehr darunter leiden, dass sie mit einem Schornsteinfeger ihren Blumentopf teilen müssen. Diese lenken die Aufmerksamkeit des Menschen unablässig ab, sodass dieser nicht bemerkt, wie durstig sein Glücksklee schon ist. Der Schornsteinfeger grinst ja munter weiter, auch wenn der Klee schon kurz vorm Exitus steht.

Glücksklee vom Gärtner gezüchtet

Dass Glücksklee Glück bringen soll, verdankt er seiner Vierblättrigkeit. Da aber ein vierblättriges Kleeblatt in der Natur nur sehr selten zu finden ist – nur ein Klee von 1000 soll diese Mutation aufweisen – gilt als Glückspilz, wer ein solches findet. So kamen findige Gärtner kurzerhand auf die Idee, dem Glück etwas nachzuhelfen und den Klee Oxalis tetraphylla zu kultivieren. Der ist von Natur aus vierblättrig. Auch wenn in diesem Fall die Glückswirkung wegen der fehlenden Seltenheit vielleicht etwas eingeschränkt sein mag.

Das vierblättrige Kleeblatt steht übrigens nicht nur für Glück, sondern es symbolisiert auch die vier Himmelsrichtungen, die vier Elemente, das Kreuz und die vier Evangelien. Dem nicht genug. Es gibt sogar die Legende, dass Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mitgenommen habe, damit es sie immer an die glückliche Zeit dort erinnere. Glücksklee ist also direkt ein Stück vom Paradies.

Glücksbringer-Pflanzen auf der ganzen Welt

Wer aber wirklich up to date sein will, schenkt Glückspfeffer (Peperomia obtusifolia). In Brasilien gilt diese Zwergpfeffer-Art als Glücksbringer schlechthin. Mit dieser Pflanze sagt man: Alles wird gut. Nach Feng Shui und Aberglauben saugt sie wie ein Schwamm die negative Energie auf. Einen Schwamm wringt man aus, wenn er voll ist, den Glückspfeffer stellt man zur Regeneration für eine Weile ins Freie. Wie praktisch!

Glücksbringer Nr. 1 in Asien ist übrigens der Glücksbambus (Dracaena sanderiana). Der spiralförmig gewundene Glücksbote ist aber kein Bambus, sondern ein Drachenbaumgewächs und somit fast nicht tot zu kriegen. Ganz vorne mit dabei bei den Glückspflanzen ist auch die Glückskastanie (Pachira aquatica). Ihre fünfgliedrigen Blätter werden als Hände gedeutet, die das Geld einfangen und so für Reichtum sorgen.

Und dann wären da noch folgende: Die Mistel – die Geschichten mit dem Kuss kennt jeder. Der Pfennigbaum – die alte Wirtshauspflanze, die das Geld nie ausgehen lässt. Der Rosmarin – der glücksbringende Hochzeitsanstecker und und und. Glückspflanzen passen übrigens nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch zum Geschäftsstart, zum Einzug ins neue Heim und zum Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Glück kann man einfach immer gebrauchen!

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