Garten

Gemüse ernten: Wann ist die optimale Tageszeit?

Ernährung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 28.10.2020 - 10:54

Am Morgen geerntetes Gemüse hält sich am längsten. Hohe Nitratgehalte vermeidet man dagegen, wenn man abends erntet.

Macht es einen Unterschied, ob man Gemüse morgens, mittags oder abends erntet? Welche Vor- und Nachteile bringen die unterschiedlichen Erntezeitpunkte mit sich? Und wie wird das eigentlich in professionellen Gemüsegärtnereien gehandhabt?

    Morgens ist das Gemüse knackiger

    Um mit der letzten Frage anzufangen: In der Gärtnerei wird morgens geerntet. Das hat folgenden Grund: Gemüsepflanzen verlieren den Tag über durch Verdunstung so einiges an Wasser – vor allem an heißen Sommertagen. Dadurch sinkt der Turgordruck – das ist der Druck, den der Zellsaft innerhalb einer Pflanzenzelle auf die Zellwand ausübt. Das Gemüse wird weicher, macht einen schlaffen Eindruck und lässt sich damit nur noch schlecht verkaufen, so der Ratschlag vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.

      Abends ist der Nitratgehalt niedriger

      Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner, die ihre Erzeugnisse nicht vermarkten müssen, haben mehr Spielraum und können auch Faktoren wie den Nitratgehalt im Gemüse in ihre Entscheidung miteinbeziehen. Um ihn so niedrig wie möglich halten, empfiehlt es sich, das Gemüse besser nachmittags oder abends zu ernten.

        An welche Regeln sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner sich halten?

        • Will man das Gemüse einige Tage lagern, empfiehlt sich eine Ernte am Morgen, wenn das Gemüse noch kühl und prall ist.
        • Blattgemüse wie Kopfsalate sind nach einem Tag intensiver Sonneneinstrahlung meist sehr schlaff und daher nicht mehr appetitlich. Wurzelgemüse wie Radieschen oder Rettich hingegen lassen sich eher schon mal am Ende des Tages ernten. Allerdings sollte es dann bereits deutlich abgekühlt haben, denn aufgeheiztes Erntegut welkt schneller.
        • Nicht alle Gemüsearten weisen hohe Nitratgehalte auf. Man sollte also darauf achten, besonders nitratreiche Gemüse, zum Beispiel Rucola, Spinat, Rote Bete oder Rettich, nicht zu häufig zu verzehren und diese erst nachmittags oder abends zu ernten.
        • Viel Licht und Frischluft verringern den Nitratgehalt in den Pflanzen: Gemüse, das im Freiland wächst, enthält daher weniger Nitrat als solches aus dem Gewächshaus. Gemüse, das im Sommerhalbjahr angebaut wird, enthält weniger Nitrat als solches, das im Winterhalbjahr angebaut wird.
        • Trockenheit erhöht die Nitratanreicherung. Daher, wenn möglich, Gemüse regelmäßig wässern.
        • Die Düngung – insbesondere die mit Stickstoff – hat wesentlichen Einfluss auf den Nitratgehalt. Daher nur so viel düngen wie die Pflanze tatsächlich benötigt.