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Singvögel

Fünf heimische Vogelarten im Porträt

Fünf-heimische-Vogelarten: Fünf Bilder von Vögeln in der Natur.
Philipp Herrmann - Bund Naturschutz
am Dienstag, 19.04.2022 - 16:45

Spatz, Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn oder Goldammer: Oft gesehen, doch was weiß man über die heimischen Vogelarten? Wir stellen die fünf Vögel genauer vor.

Das Rebhuhn

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Mit einer schönen Stimme ist das Rebhuhn nicht gerade gesegnet. Sein heiseres „girräck“ klingt eher, als würde jemand Holz sägen. Dieser Charaktervogel der Kulturlandschaft gehört in Bayern mittlerweile schon fast zu den Raritäten. Sein optimaler Lebensraum besteht aus Ackerfluren mit Hecken, Brachflächen, Altgrasstreifen und Stoppeläckern im Winter. Ganz wichtig ist ein gesunder Insektenbestand, der den Jungtieren in der Aufwuchsphase die Eiweißversorgung sichert. Das Rebhuhn ist ein Bodenbrüter, es kleidet eine flache Bodenmulde mit weichen Pflanzenteilen aus und legt seine Eier hinein. Wer das Rebhuhn schützen will, sollte artenreiche Feldraine und Hecken fördern.

Der Spatz

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„Tschilp tschilp tschilp“ schreit der Spatz aus der Dachrinne. Haus- und Feldsperling werden beide als Spatz bezeichnet und begleiten den Menschen schon mehr als 10 000 Jahre. Während sie früher wegen ihres Hungers auf Getreide als Schädlinge verfolgt wurden, weiß man heute, dass ein einziges Spatzenpaar von April bis August bis zu 23 000 Insekten, vor allem Blattläuse, an seine Brut verfüttert und daher als Nützling bezeichnet werden kann. Sie brüten gerne in Nistkästen oder unter dem Dach. In Höhlen sieht das Nest aus wie ein wahllos zusammengeschmissener Haufen, doch mancherorts findet man auch eine kunstvoll geflochtene Kugel im Gebüsch, denn Spatzen sind Verwandte der Webervögel.

Die Feldlerche

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Die Feldlerche beginnt im Morgengrauen mit ihrem Gesang. Ihr Lied, das im Flug in großer Höhe vorgetragen wird, ist zur Balzzeit fast den ganzen Tag zu hören. Mit einer speziellen Atemtechnik, die der Kreisatmung eines Didgeridoospielers gleicht, schafft sie es, mehrere Minuten lang durchzusingen. Das Nest der Feldlerche ist in der Wiese so gut versteckt, dass es so gut wie unsichtbar ist. Mit Maßnahmen aus dem Vertragsnaturschutzprogramm kann man sich den Feldlerchenschutz gezielt finanziell fördern lassen.

Die Goldammer

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Den Gesang der Goldammer könnte man auch lautmalerisch mit „Müller, Müller, Müller bist a Diiieb“ nachsprechen. Bei der Balz bietet das Männchen mit großem Gehabe der Dame kleine Steinchen, Stöckchen und Halme an. Nach der Paarung überlässt das Männchen aber dem Weibchen die Arbeit und präsentiert sich wieder in goldenem Gewand in der Morgensonne auf der Hecke. Die Goldammer liebt die artenreichen Feldränder und Heckenstrukturen mit breiten Säumen. Ihr Nest baut sie meist direkt auf dem Boden in den Hochstauden.

Der Kiebitz

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Ab Anfang März kann man Kiebitze in der Feldflur bei ihren gaukelnden Flugspielen beobachten. Man sagt, der Vogel jodelt dabei „kchiuwitt-wit-wit-kichuiwitt“. Früher war der Kiebitz weit verbreitet und Symbol für artenreiche Feuchtwiesen in Fluss- und Bachtälern. Inzwischen ist er fast nur noch in seinem Ersatzlebensraum – dem Acker – zu finden. Da er bei der Bodenbearbeitung erst recht spät vom Gelege auffliegt, kann man sein Nest mit ein wenig Übung einfach umfahren.