Garten-News

Einblicke in die Landesgartenschau Ingolstadt

Ein Besuch der Landesgartenschau, trotz Corona? Unsere Gartenredakteurin ist dem „Pandemie-Alltag“ für ein paar Stunden entflohen und berichtet von ihren Eindrücken.

am Donnerstag, 13.05.2021 - 08:45
01-Blumenhalle
02-Tulpe-Mascotte
03-Tulpe-Red-Saigon
04-Schilder
05-Schilder
06-Schilder
07-Kisten
08-Kisten-Hase
09-Kisten-Amsel
10-Dachrinnen
11-Pflanzentipps

Zwischen Blüten und Pandemie

Wow – wie leer es hier ist. Und: Wow – diese Blüten! Ein prächtiges Meer aus pinken Tulpen, Hyazinthen und Bellis sowie purpurvioletten Stiefmütterchen und anderen Frühjahrsblühern überwältigt uns, als wir die Landesgartenschau in Ingolstadt betreten. Es wirkt umso imposanter, weil wir, Jakob Berr, Bildredakteur und Fotograf beim BLW, und ich, die einzigen Menschen sind, die entlang des Blütenbandes schlendern. „20 Besucher auf dem ganzen Gelände im Moment“, hieß es vom Sicherheitspersonal, das den Einlass überwacht. Gründe für die gähnende Leere auf der 23 Hektar großen Fläche sind – neben der Corona-Pandemie – sicher auch: Werktag und mäßiges Wetter.

Wir versuchen, die skurrile Situation positiv zu sehen: Statt sich durch Besucherströme zu schieben, kann man den Fokus voll auf die Frühjahrsblüher richten. Ein paar Wermutstropfen bleiben aber: Die Blumenhalle mit ihren imposanten Ausstellungen ist geschlossen, es gibt keine Veranstaltungen, die Stände sind unbesetzt. Schade!

Es gibt viel zu entdecken

Trotzdem gibt es auf dieser Gartenschau viel zu entdecken. Mit ihr wurde im dicht besiedelten und von der Industrie geprägten Nordwesten Ingolstadts ein neuer Naherholungsraum geschaffen. Leitbild war dabei das Motto „Inspiration Natur“. In den von Beton geprägten Wassergärten spiegelt sich für meinen Geschmack etwas zu sehr „Industrie-Charme“. Die wenigen Kinder, die dort an den Spielplätzen toben, scheint das nicht zu stören. Aber an Orten wie der Apfelbaumwiese oder dem Nachhaltigkeitsparcours, der am nördlichsten Zipfel des Geländes liegt, stellt sich durchaus ein Gefühl von Natur ein.

Großes Augenmerk legt die Gartenschau auf zeitgemäße Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel und die Förderung von Insekten. Diese werden liebevoll in vielen Themengärten umgesetzt, wo man Anregungen für den eigenen Garten mitnehmen kann. Ein Fokus liegt auch auf dem Thema Landwirtschaft – gut so! So thematisiert eine Pflanzung mit Blumen den Flächenfraß durch die Industrie, andere Ausstellungsbeiträge widmen sich wichtigen Bodenorganismen, dem Ökolandbau oder zeigen Vor- und Nachteile des Anbaus von Mais auf.

So erfüllt die Gartenschau trotz Corona doch das, was ich mir als Besucherin wünsche: Sie lässt mich eintauchen in die geliebte Gartenwelt, informiert mich und sie schenkt mir ein paar Stunden Flucht aus dem Pandemie-Alltag.

Eintrittspreise & Öffnungszeiten

Die Landesgartenschau in Ingolstadt ist noch bis 3. Oktober 2021 täglich von 9 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet.

Für eine Tageskarte zahlen Erwachsene 18,50 €, Begünstigte 15 €, für Jugendliche (13 –17 Jahre) kostet der Eintritt 3, € und für Kinder bis einschließlich12 Jahre in Begleitung ist der Eintritt frei. Jeder Tageskartenbesitzer erhält am Einlass einen Verzehrgutschein im Wert von 6 €, der bei den gastronomischen Standorten auf dem Gartenschaugelände eingelöst werden kann.

Die Karten kann man über den Online-Shop kaufen. Bevor man den Einkauf tätigt, muss man sich ebenfalls im Internet für den Besuch anmelden. Das soll gewährleisten, dass sich nicht zu viele Personen gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten. Maximal sind 2500 Menschen erlaubt. Diese Anmeldung ist ab vier Tagen vor dem geplanten Besuchstag möglich. Wer keine Möglichkeit hat, sich im Internet zu registrieren, kann unter der Telefonnummer 0841 3052020 einen Termin vereinbaren und dann über Click & Collect Karten an den Kassen vor Ort kaufen.

Alle weiteren Informationen zum Besuch der Gartenschau findet man unter www.ingolstadt2020.de.