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Gemüsegarten

Edamame anbauen und kochen: Gemüsesoja zum Zuzeln

Edemame-Tisch-snack: In zwei Holzschälchen stehen die grünen Bohnen auf dem Tisch. Einmal in der Schale, einmal ausgelöst.
Marianne Scheu-Helgert - Bayerische Gartenakademie
am Mittwoch, 01.06.2022 - 14:15

Edamame – eine großfruchtige Sortengruppe der Sojabohne – sind in Japan der Snack schlechthin. Gegessen werden sie wie die Weißwurst: Die Körner zuzelt man aus der Schote heraus. Der Anbau von Edamame gelingt auch bei uns.

Es lohnt sich, im Garten immer etwas Platz zum Experimentieren bereitzuhalten. Diesen Platz könnte in dieser Saison Edamame belegen. Die Sortengruppe der Sojabohne punktet mit besonders großen Körnern, die angenehm nussig schmecken. Geerntet werden sie grünreif wie Erbsen und können deshalb in fast allen Regionen Bayerns angebaut werden, außer in Gebirgslagen.

Zubereitung wie Erbsen oder traditionell „zuzeln“

Sojabohnen sind reich an Eiweiß. So richtig wertvoll – praktisch gleichwertig mit Fleisch – wird es für die menschliche Ernährung in Kombination mit anderen Eiweißträgern, zum Beispiel Kartoffeln, Getreide oder auch Milch- und Eiprodukten.

Die Zubereitung von Edamame ist einfach: Die ganzen, etwas zähen Hülsen kommen für 5 bis 7 Minuten in köchelndes Salzwasser. In Asien traditionell ist die folgende Zubereitung: Die ganzen Schoten werden nach dem Kochen mit grobem Salz bestreut und dann mit dem Mund „ausgezuzelt“ – wie Weißwürste. Die Schoten isst man nicht mit. Alternativ werden sie auch am Tisch ausgepalt und die Körner in Sojasoße, Chilisoße oder andere pikante Dips getaucht.

Wer nicht zuzeln mag, palt die Körner nach dem Kochen einfach gesammelt und serviert sie dann entweder mit etwas Sojasoße oder man reicht sie als Beilage, wie Erbsen. Genauso gut können Edamame wie Erbsen in Suppen, Eintöpfe oder in Soßen für Reis- oder Nudelgerichte oder als Salat zubereitet werden. Genauso ist es möglich, die gekochten Körner einzufrieren – dann sind sie stets schnell in der Küche einsetzbar. Wer Edamame erstmal zur Probe essen will, findet sie in gut sortierten Supermärkten gepalt als Tiefkühlware oder in Asialäden samt ihrer Hülsen.

Die Aussaat von Ende Mai bis Ende Juni vornehmen

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Edamame wächst am besten auf gängigem, lockeren Boden in der Sonne. Ausgesät wird drei bis vier Wochen nach der Gartenbohne, etwa Ende Mai bis Ende Juni. Es kommt darauf an, dass sich der Boden schon ausreichend erwärmt hat; nur dann einwickeln sich die Pflanzen gut. Man sät direkt ins Beet etwa 2 bis 3 cm tief. In sandigen Böden sollte man wegen der gleichmäßigeren Feuchtigkeit für den Keimvorgang eher bis 4 cm tief säen. Der Reihenabstand beträgt etwa 40 cm, der Pflanzenabstand in der Reihe 15 cm. Engere Abstände führen zu schwächeren Einzelpflanzen mit kleinerem Hülsenansatz.

Alternativ kann man das Saatgut ab Anfang Mai in Töpfchen anziehen und erzielt nach dem Auspflanzen Ende Mai frühere Ernten. Ernten kann man die Hülsen ab Ende August bis September, wenn die Körner ausgewachsen, aber noch weich und die Hülsen noch grün sind. Wer mehrmals aussät oder mehrere Sorten zugleich anbaut, kann über einen längeren Zeitraum ernten.

Hier gibt’s Saatgut und Knöllchenbakterien

Wer Lust darauf hat, Edamame im Garten anzubauen, findet inzwischen eine kleine Auswahl an Saatgut bei den Saatguthändlern. Wer im Gartenmarkt nicht fündig wird, kann sich im Internet umschauen. Die Bayerische Gartenakademie hat bisher die besten Ergebnisse mit der Sorte ‘Green Shell’ erzielt.

Saatguthändler für Edamame:

  • Die Bingenheimer Saatgut (www.bingenheimersaatgut.de) bietet die großkörnige Sorte ‘Green Shell’ an. Zudem hat sie die Sorte ‘Hokkai Green’ im Sortiment, die ebenfalls große Körner hat.
  • Bei der Sativa Biosaatgut (www.sativa.bio/de) bekommt man ebenfalls die Sorten ‘Green Shell’ und ‘Hokkai Green’. Zudem führt das Sortiment die großkörnige Sorte ‘Chiba Green’, die gleichmäßig abreift.
  • Bei der Aromagärtnerei Deaflora (www.deaflora.de) bekommt man die schwarze, ebenfalls großkörnige Sorte ‘Hokkaido schwarz’.
  • Von Kiepenkerl (www.kiepenkerl.de) gibt es die Sorte ‘Summer Shell’. Auch sie bildet große Körner aus und wird für den Anbau bei uns empfohlen.

Knöllchenbakterien:

Die Sojabohne gedeiht als Hülsenfrüchtler am besten in einer Lebensgemeinschaft mit Knöllchenbakterien. Der Bakterienstamm, den die Sojabohne benötigt, kommt aber in Europa nicht natürlich vor. Deshalb erzielt man deutlich mehr Ernte – also etwa um 10 bis 15 % mehr – wenn man das Saatgut mit speziell auf die Sojabohne abgestimmte Knöllchenbakterien „impft“.

Impfmittel in kleineren Mengen bietet die Sativa Biosaatgut an. Eine 5 g Portion des Impfstoffes reicht für 1 kg Edamame-Saatgut und kostet dort 2,30 € zzgl. Versand. Auch bei Bingenheimer gibt es Soja-Rhizobien: Die kleine Menge kostet 3,45 € zzgl. Versand und reicht für 150 g Edamame-Saatgut.

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