Gartenarbeit

Was darf auf den Kompost?

Kompost
Isolde Keil-Vierheilig, Bayerische Gartenakademie
am Montag, 21.09.2020 - 16:27

Giftige Pflanzenteile, Unkräuter und madiges Obst landen auf dem Kompost. Manches gehört dorthin, anders sollte man über die Biotonne entsorgen.

Die Gemüsebeete sind fast abgeerntet, die Obsternte ist in vollem Gang, manches wird im Garten auf- und umgeräumt. Das anfallende organische Material ist zu schade, um es auf den Wertstoffhof zu fahren oder in der Biotonne zu entsorgen. Die Alternative: Kompostieren! Fertiger Kompost gilt als das „Gold des Gärtners“. Er ist wertvoller Dünger und Bodenverbesserer. Doch oft gibt es Unsicherheiten, welche Pflanzen auf den Komposthaufen gehören. Ein Überblick.

Giftige Pflanzen: ja

In der Natur existieren Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Etliche von ihnen werden in den Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut wie etwa Eisenhut, Blauregen oder Engelstrompete. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig.
Viele Gartler sind unsicher, ob sie giftige Pflanzen kompostieren dürfen. Bleiben die Gifte im Kompost erhalten und bringt man sie durch ihn in den Gemüsegarten ein? Keine Sorge, das passiert nicht. In der natürlichen Umgebung verrotten giftige Pflanzen nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. Sie werden von Mikroorganismen zersetzt. Die ursprünglichen Inhaltsstoffe verändern sich und werden nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrig bleibt. Auf dem Kompost finden diese Vorgänge ebenso statt. So kann man auch das Schnittgut der giftigen Thuja oder von Eiben zerkleinert in dünnen Schichten auf den Kompost geben.

Unkraut: kommt drauf an

Auch Samenunkräuter kann man getrost kompostieren, allerdings mit Ausnahmen: Werden sie frühzeitig vor der Blüte gejätet, also noch ohne Blütenknospen, ist der Kompost der richtige Ort. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, also hat die Pflanze bereits Blütenknospen angelegt, dann entsorgt man sie über die Biotonne. So vermeidet man, dass sich die Samen der Unkräuter über den ausgebrachten Kompost wieder im Garten verteilen. Wurzelunkräuter kann man ebenfalls kompostieren. Allerdings müssen sie dafür völlig ausgetrocknet sein, was bei heißen Sommertemperaturen leichter passiert. Anderenfalls ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller.

Laub: unbedingt

Im Herbst fällt wieder eine Menge Laub an. Wo es nicht liegen bleiben darf, zum Beispiel auf dem Rasen oder auf Wegen, wandert es auf den Kompost. Vor allem schwer verrottbares Material wie Eichen- oder Nusslaub wird besser zersetzt, wenn es zerkleinert ist. Dazu eignet sich der Rasenmäher: Das Laub wird einfach in den Auffangsack „gemäht“ und dann schichtweise mit anderem Material auf den Kompost gegeben.
Übrigens: Mit Laub kann man auch hervorragend mulchen. Man bedeckt Beete im Gemüsegarten mit einer 5 cm dicken Schicht, die man leicht mit Erde fixiert. Auch Staudenrabatten kann man mit dem Laub düngen, das bis ins nächste Jahr zersetzt wird.
Keinesfalls auf den Kompost sollte man geben: Pflanzenteile mit Maden, Kohlhernie und Welkekrankheiten sowie anderen Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen.

Kranke Pflanzenteile: nein

Manche dieser Schädlinge oder Krankheitserreger können auf dem Kompost mangels ausreichend hoher Temperaturen überdauern. Bringt man den fertigen Kompost später dann wieder im Garten aus, besteht die Möglichkeit, dass man auf diesem Weg auch die Schaderreger wieder im Garten verbreitet.

Wenn der Kompost schimmelt

Immer wieder kommt es vor, dass sich auf dem Komposthaufen Schimmel bildet. Grund dafür ist meistens, dass zu viele feuchte oder luftundurchlässige Materialien aufgebracht wurden. Die Umsetzung organischen Materials zu gutem Humus geschieht durch verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen. Sie benötigen Feuchtigkeit, aber auch gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nährstoffe aus dem organischen Material. Kompost lebt von der Abwechslung! Deshalb sollte eine ausgewogene Mischung vorliegen. Feuchter Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem und trockenem Material gemischt.

Ein anderer Grund für Schimmel kann sein, dass der Kompost an einem Platz angelegt wurde, an dem sich Staunässe sammelt. Am besten eignet sich ein windgeschützter Platz im Halbschatten.