Gesundheitsvorsorge

Bluthochdruck: Der stille Killer

Anna Knon
Anna Knon
am Donnerstag, 08.10.2020 - 13:00

Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Nierenerkrankungen – die Folgen von Bluthochdruck sind dramatisch. Die Anzahl der Menschen in Deutschland mit Bluthochdruck ebenfalls: Rund ein Drittel der Erwachsenen sind betroffen.

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Bluthochdruck ist tückisch: denn man spürt ihn nicht. Auf die Dauer führt er aber zu Schädigungen der Blutgefäße, sie sterben ab. In der Folge kommt es zu mangelhafter Durchblutung und dauerhafter Organschädigung von Herz, Gehirn, Niere mit entsprechend massiven Folgen für die Gesundheit.

Zu wenig Bewegung, zu viel Stress, eine unausgewogene Ernährung und Übergewicht können auf die Dauer zu Bluthochdruck führen; vier Umstände, die typisch sind für die Lebensweise in unserer westlichen Welt.

Vorsorge ist der Schlüssel

Gleichzeitig liegt genau darin der Schlüssel für Vorbeugung. Und wie bei anderen Zivilisationskrankheiten ist Vorbeugen entscheidend, denn ist Bluthochdruck erst einmal manifestiert, bekommt man ihn – ohne Medikamente – leider meist nicht mehr los.

Ein Grund für Bluthochdruck kann auch in erblicher Veranlagung liegen. Dagegen kann man natürlich nichts machen, es sollte aber Anlass für besondere Aufmerksamkeit sein. Wenn bekannt ist, dass es in der Famlie Bluthochdruckpatienten gibt oder gab, sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Das ist ohnehin ratsam, denn fast ein Viertel der Deutschen mit Bluthochdruck weiß nichts davon.

Blutgefäße vertragen keinen Dauerdruck

Was ist zu hoher Blutdruck? Gemessen werden Systole und Diastole. Die Systole ist der Druck in den Blutgefäßen, der erzeugt wird, wenn sich die Herzmuskeln zusammenziehen und auf diese Weise Blut aus der linken Herzkammer in die Adern pumpen. Dieser Druck ist deutlich höher als der diastolische Druck. Die Diastole ist der Druck in den Adern, der bei der Erschlaffung des Herzmuskels in den Adern übrig bleibt. Während der Diastole füllen sich die Herzkammern wieder mit Blut, das beim nächsten Herzsschlag in den Blutkreislauf gepumpt wird.

Ab wann spricht man von Hochdruck?

Ein Blutdruck von 120 / 80 mm Hg ist normal; auch Werte bis zu 129 / 84 mm Hg sind noch normal, danach wird es schrittweise kritischer. Ab einem Wert von 140 / 90 mm Hg und höher spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie).

Es kann vorkommen, dass nur einer der beiden Werte erhöht ist; falls das die Systole ist, kommt es auf die Dauer zu Schädigungen der herzfernen Blutgefäße beispielsweise in Gehirn und Nieren mit der Gefahr von Schlaganfall und Nierenschädigung. Wenn der systolische Wert zu hoch ist, werden eher die Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen, die das Herz versorgen; im schlechtesten Fall mit Herzinfarkt als Folge.

Was tun gegen Bluthochdruck?

Ein gesunder Lebensstil ist wichtig, um Bluthochdruck vorzubeugen, aber auch um ihn wieder zu „drücken“:

  • Regelmäßige Bewegung; regelmäßig heißt: lieber täglich ein wenig, statt einmal in der Woche lange.
  • Abwechslungsreiche, gesunde Ernährung.
  • Abbau von Übergewicht.
  • Kochsalz möglichst sparsam verwenden; Speisen besser mit Kräutern und Gewürzen abschmecken.
  • Alkohol meiden.
  • Auf Nikotin verzichten.
  • Stress abbauen, auch, indem Pausen und Entspannung in den Tagesablauf eingebaut werden.
  • Bei Bluthochdruck muss man sich auf jeden Fall in ärztliche Behandlung begeben.

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