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Biodiversität: Es lebe der Garten!

Wenn es im Garten summt und brummt, wuselt und wächst, ist das ein gutes Zeichen. Wie man die Biodiversität im eigenen grünen Reich fördern kann, zeigen die Bilder und Tipps der Wochenblatt-Leserinnen und Leser.

am Mittwoch, 01.09.2021 - 15:20
Biodiversität Garten: Links ein Bild einer Kräutermauer, die blühend wächst. Rechts eine Nahaufnahme einer lilafarbenen Blüte, darauf sitzt ein Schmetterling.
Biodiversität Garten: Ein Komposthaufen der blüht. In lila und rosa.
Biodiversität Garten: ein sehr großes, mit Ziegelsteinen gebautes, Insektenhotel mitten in einem sehr grünen Garten.
Biodiversität Garten: Verschiedene Blumen, die mitten im Gemüsebeet blühen.
Biodiversität Garten: Eine Pflanze mit roten Blüten rankt sich die Dachrinne hoch (l.), Rechts sieht man eine Kiste gefüllt mit Erdmaterial.
Biodiversität Garten: Zwischen den Pflasterfugen blüht es sehr grün.
Biodiversität Garten: Die Hofeinfahrt ist am Rand grün und liebevoll gepflegt bepflanzt.
Biodiversität Garten: Ein Eck der Hofeinfahrt ist schön bepflanzt und liebevoll dekoriert, inklusive Hängematte
Biodiversität Garten: Ein reichlich grün und divers bewachsener Hang im Garten. Dazwischen führt eine Kinderrutsche aus Metall nach unten.
Biodiversität Garten: An der Unterseite eines dunklen Holz-Balkon blüht fröhlich und üppig die Kapuzinerkresse.
Biodiversität Garten: Am Rande einer Schafweide wachsen reichlich Beerenpflanzen.
Biodiversität Garten: Ein bogenförmig, angelegtes Beet im Garten. Darin sind viele Nisthilfen reingesteckt.
Biodiversität Garten: In einer Natursteinmauer im Garten sind viele insektenfreundliche, blühende Pflanzen in die Zwischenräume der Steine eingesetzt.
Biodiversität Garten: Am Rande eines Garten am Feldrand wurden am Zaun mehrere Meterhohe Nistkästen aus Holz für Vögel angebracht.
Biodiversität Garten: Eine selbstgebaute Vogeltränke im Garten, neben einem Bett. Auf einen Baumstamm wurde ein Ton-Topfuntersetzter aufgelegt. Darin liegen Steine und etwas Grünzeug.

Zuallererst: Liebe Leserinnen und Leser – herzlichen Dank für die Zusendung der vielen tollen Bilder zum Thema Biodiversität! Über die Bilder hinaus haben Sie uns eine Vielzahl von Tipps und Anregungen geschickt, wie Sie in Ihrem Garten Biodiversität fördern. Auch diese wollen wir selbstverständlich mit allen Leserinnen und Lesern teilen.

Tipps für Biodiversität im Garten

  • Der wichtigste Tipp zu Beginn: Wer Freude an der Vielfalt von Pflanzen und Tieren im Garten findet, bekommt wie von selbst immer mehr Lust darauf, sie zu fördern. Wichtig ist dabei, sich Zeit zu nehmen die Pflanzen und Tiere zu beobachten und kennenzulernen. Hilfreich sind hier Bestimmungsbücher oder Apps fürs Handy – durch sie lernt man die Gartenbewohner nach und nach mit Namen kennen. Ein gutes Werkzeug ist auch ein Fernglas für die Vogelbeobachtung.
  • Unbekannte Pflanzen, die an Stellen aufgehen, wo man sie nicht gepflanzt oder gesät hat, nicht gleich jäten, sondern erst mal wachsen lassen und beobachten, wozu sie sich entwickeln. Vielleicht versteckt sich hinter dem scheinbaren Unkraut eine Blüte.
  • Den Rasen nicht vollständig mähen, sondern immer einen Teil wachsen lassen. Dabei kann man gemähte Durchgangswege oder Bereiche zum Spielen für die Kinder schaffen.
  • Bei Zierpflanzen auf ungefüllte Sorten achten. An gefüllten Blüten finden Insekten keine Nahrung! Wer auf bestimmte gefüllte Sorten nicht verzichten will, kann sie kombinieren mit Pflanzen, die besonders insektenfreundlich sind: Beispiele sind Natternkopf, Dost, Ziersalbei, Lavendel, Wiesen-Margerite, Katzenminze, Steppen-Wolfsmilch oder Roter Sonnenhut. Ein Magnet für die Blauschwarze Holzbiene ist der Gelbe Blasenstrauch (Colutea arborescens).
  • Auch die Friedhofsbepflanzung kann man insektenfreundlich gestalten: Auf sonnigen Gräbern zum Beispiel mit Fetthenne, Lavendel und Salbei sowie mit anderen Kräutern.
  • Wände von Maschinenhallen eignen sich bestens zum Begrünen: Passend sind der Wilde Wein, dessen Blätter im Herbst für ein gigantisches Farbenspiel sorgen, aber auch Ramblerrosen oder das Geißblatt. Passt die Himmelsrichtung, kann man Obstspaliere anlegen – auch die Blüten von Obstbäumen sind wertvoll für Insekten und über die Früchte freuen sich Gärtnerin und Gärtner.
  • Thuja-Hecken sind zwar ganzjährig blickdicht und ein gutes Versteck für Vögel, bieten ihnen aber keine Nahrung. Die Pflanzen sind außerdem giftig und kommen immer schlechter mit den klimatischen Bedingungen bei uns zurecht. Wer neue Hecken anlegt, sollte auf Wildobstarten setzen wie Kornelkirsche, Schlehe, Weißdorn, Schwarzer Holunder, Hasel, Mispel, Heckenrose oder Felsenbirne.
  • Den Blütenzeitraum verlängern: Fürs Frühjahr viele Frühjahrsblüher pflanzen wie Winterlinge, Krokusse, Schneeglöckchen und Tulpen sowie Kornelkirsche und Weiden. Im Herbst blühen Fetthenne, Herbst-Anemonen, Astern, Phacelia oder ungefüllte Dahlien.
  • Stauden und Gräser im Herbst nicht zurückschneiden, sondern bis in den Spätwinter/Frühjahr stehen lassen. Einerseits ergeben sie mit Schnee oder Raureif ein schönes, strukturreiches Winterbild. Zudem sind die Pflanzen so besser für den Winter geschützt und die abgestorbenen Halme sind Überwinterungsmöglichkeit für viele Insekten.
  • Die Beete im Gemüsegarten mulchen mit Rasenschnitt, Schafwolle, Hackschnitzel, Staudenschnitt, Stroh etc. Diese Maßnahme unterdrückt das Wachstum von Unkraut, reduziert die Verdunstung von Wasser, hält die Bodenporen offen und regt das Bodenleben an.
  • Gedüngt wird nur mit organischen Düngern, Pflanzenjauchen und Stärkungsmitteln. Pflanzenschutz – wenn nötig – betreibt man nur mit für den Bio-Anbau zugelassenen Mitteln oder setzt vorbeugend Nützlinge ein.
  • Nistkästen für Vögel aufhängen, dabei auch an Greifvögel wie Turmfalken denken. Ein Vorteil: Wühlmäuse fallen in das Beutespektrum von Turmfalken.
  • An einem ungestörten Eck Steinhaufen und Totholzhaufen für Kleintiere anlegen. Weniger bekannt ist, dass man auch einen Käferkeller oder Nisthilfen für Sandbienen anlegen kann.
  • Ein Gartenteich oder kleinere Wasserstellen sind ein wertvoller Lebensraum für Amphibien und Insekten. Am besten viele flache und gleichzeitig bewachsene Uferzonen schaffen, an denen die Tiere trinken können.

Zertifizierung zum Naturgarten

Zertifizierung-Naturgarten-Plakette

Wo Natur im Garten ist, da fühlt sich der Mensch so richtig wohl. Ein Naturgarten fordert eine lebendige Vielfalt von Lebensräumen, eine bunte Mischung vom Bauerngarten bis zur Blumenwiese und vom Trockenbiotop bis zum Gartenteich. Auch ein Naturgarten will gepflegt sein. Naturgarten bedeutet nicht der Wildnis freien Lauf zu lassen, sondern meint das bewusste Gestalten im Einklang mit der Natur mit dem Ziel, ein stabiles ökologisches Gleichgewicht im Garten zu schaffen.

Wer bereits einen solchen Garten hat, kann mit der Gartenplakette „Naturgarten – Bayern blüht“ ein sichtbares Zeichen für die nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung und vielfältige Gestaltung setzen. Um die Plakette zu erhalten, muss der Garten einige Kriterien erfüllen. Diese findet man unter www.lwg.bayern.de/gartenakademie/veranstaltungen, etwas weiter unten auf der Homepage, oder bei den örtlichen Gartenbauvereinen. Die Auszeichnung wird nach einer Gartenzertifizierung, einer Gartenbegehung mit Gartenberatung, entsprechend der ausgewählten Kriterien verliehen.

Initiator der Naturgartenzertifizierung ist die Bayerische Gartenakademie. Sie organisiert diese zusammen mit den Grünordnern an den Landwirtschaftsämtern, dem Verband der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege in Bayern sowie dem Verein der Gästeführer Gartenerlebnis Bayern.

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