Blühwiesen

Bessere Chancen für seltene Insekten

storchschnabel-bläuling
Kein Bild vorhanden
Externer Autor
am Donnerstag, 07.05.2020 - 11:44

Bauhöfe und Landwirte legen gemeinsam blütenreiche Wiesen und Äcker an

Ansbach In über 100 Kommunen der Landkreise Aschaffenburg, Amberg-Sulzbach, Bamberg, Berchtesgadener Land, Dillingen, Ebersberg, Main-Spessart, Miesbach, Dingolfing-Landau und Rosenheim starten die Landschaftspflegeverbände (LPV) ab sofort mit der Beratung und insektenfreundlichen Maßnahmen bei der Grünlandpflege und der Anlage von blütenreichen Flächen. Sie sind Teil der bayernweiten Initiative „Natürlich Bayern“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL). Das bayerische Umweltministerium fördert die Initiative mit 3 Mio. €.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber lobte das Engagement aller Beteiligten. Die Landschaftspflegeverbände seien wichtige Partner, um alle Regionen in Bayern zu erreichen und neue Lebensräume entstehen zu lassen. Mit den seit 2019 in der Initiative betreuten Gemeinden wird aktuell in 15 % der bayerischen Kommunen die Insektenvielfalt entwickelt und gefördert.

Flächen gesucht

Bei „Natürlich Bayern“ suchen die Landschaftspflegeverbände geeignete Flächen, um Wiesen insektenfreundlich aufzuwerten oder anzulegen. Dafür werden beispielsweise zusammen mit Landwirten regionaltypische Kräuter und Gräser von artenreichen Wiesen mit verschiedenen Techniken geerntet und auf geeignete Flächen ausgebracht. Darüber hinaus entwickeln die Landschaftspflegeverbände Konzepte für eine insektenfreundliche Bewirtschaftung von kommunalen Flächen, die von den Bauhöfen durchgeführt werden können.

Im Landkreis Dillingen beispielsweise engagiert sich der LPV Donautal-Aktiv besonders für die artenreichen Entwicklungen von Rainen, Gewässerrandstreifen und Streuobstwiesen. Sie stellen Rückzugshabitate und Trittsteinbiotope für Insekten dar. Statt die Flächen zu mulchen, will der LPV insektenfreundlichere und kostengünstige Alternativen für die Pflege und Verwertung des Mähguts entwickeln.

Trockenbiotope verbinden

Im Berchtesgadener Land will der Landschaftspflegeverband die im Voralpenland besonders artenreichen Trockenbiotope wieder vermehren und miteinander verbinden. Durch Anpassung des Mähregimes, Ansaat und Nachpflanzung von Gehölzen soll ein Mosaik für die Insektenvielfalt entstehen.

In allen zehn Landkreisen werden technische Alternativen für eine insektenfreundliche Bewirtschaftung gesucht und erprobt. Neben der individuellen Beratung der Kommunen können sich die Akteure auf Infoveranstaltungen und Workshops untereinander austauschen.
Der DVL startete bereits 2019 gemeinsam mit dem Umweltministerium und den lokalen Landschaftspflegeverbänden in über 200 Kommunen aus zehn Landkreisen die Initiative für den Erhalt der Insektenvielfalt. Bisher konnten rund 50 ha Säume, Wiesen und Äcker als Lebensräume für Insekten neu angelegt werden. Die Landschaftspflegeverbände berieten und schulten dazu hunderte kommunale Akteure.
Projektmanager Dr. Martin Sommer zieht erfolgreiche Zwischenbilanz: „Von der Initiative profitieren – im Gegensatz zu den weit verbreiteten Blühflächen mit der Einsaat von oft nicht ganz passendem Saatgut – nicht nur einige häufige, sondern mehr und seltene Insektenarten. Dazu zählen zum Beispiel der Storchschnabel-Bläuling oder die Dunkelfransige Hosenbiene. Alle Akteure, sei es von den Landschaftspflegeverbänden oder den Gemeinden, sind mit viel Herzblut dabei.“