Ärztliche Versorgung

Bayerische Landarztprämie zeigt Wirkung

Ärztliche Versorgung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 31.08.2021 - 08:39

Um Ärzte zu bewegen, ihre Praxis auf dem Land zu eröffnen, hat das bayerische Gesundheitsministerium eine Prämie ausgelobt.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat am Montag (30.08.2021)  den 100. Landarztprämienbescheid am Montag in Tiefenbach im Landkreis Landshut übergeben. Acht Monate nach der Umstellung des Förderprogramms auf die Landarztprämie hat damit die Zahl einen dreistelligen Wert erreicht. "Das zeigt, wie attraktiv unser Programm ist“, sagte Holetschek dazu. Ziel ist, eine flächendeckende medizinische Versorgung in ganz Bayern möglichst wohnortnah anzubieten.

Der Minister überreichte den Bescheid an die Allgemeinmedizinerin Claudia Franke, die sich in Tiefenbach niedergelassen hat.

Bis zu 60.000 Euro für die Niederlassung

Die Landarztprämie unterstützt die Niederlassung von Haus- und Fachärzten sowie von Kinder- und Jugendpsychiatern einmalig mit bis zu 60.000 Euro. Zentrale Voraussetzung ist, dass sich die Ärztinnen und Ärzte in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern niederlassen. Bei Kinder- und Jugendpsychiatern liegt die Grenze bei 40.000 Einwohnern. Zusätzlich dürfen die Gemeinden nach der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns nicht überversorgt sein.

Die Landarztprämienrichtlinie ersetzt seit Januar 2021 das bisherige Förderprogramm zur Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im ländlichen Raum. Zusammen mit dem Vorgängerprogramm der Landarztprämie hat das Gesundheitsministerium seit 2012 insgesamt 843 Niederlassungen und Filialbildungen im ländlichen Raum unterstützt, darunter 608 Hausärztinnen und Hausärzte.

Ergänzt um ein Stipendium

Das Förderprogramm unterstützen aber nicht nur Praxisgründungen auf dem Land sondern beinhaltet noch Stipendienprogramm für Medizinstudierende.

Damit solllen angehende Ärztinnen und Ärzte schon im Studium dazu motiviert werden, später beruflich im ländlichen Raum Fuß zu fassen. Wer sich verpflichtet, seine Weiterbildung auf dem Land zu absolvieren und im Anschluss daran noch fünf Jahre dort zu praktizieren, erhält für maximal vier Jahre einen Zuschuss von monatlich 600 Euro.

Derzeit nehmen 270 Studenten motivieren an dem Programm teil.