Kräuter

Bärlauch-Zeit im Garten

Marianne Scheu-Helgert
am Samstag, 10.04.2021 - 07:00

Jetzt ist Bärlauch-Zeit! Das würzige Kraut findet man wildwachsend im Wald unter Gehölzen, man kann es aber auch gezielt im Garten anbauen.

Baerlauch-Rasen

Wer jetzt durch Auwälder spaziert oder radelt, kann ihn ganz deutlich erschnuppern: den würzigen, unverkennbaren Duft von Bärlauch. Für den Eigenbedarf darf man in der Natur nur kleine Mengen sammeln. Isst man jedoch gerne viel Bärlauch und möchte ihn bevorraten, lohnt es sich, das Kraut im Garten anzubauen. Wächst er dort reichlich, kann man ihn hemmungslos ernten – vor allem an Stellen, wo er in der Entwicklung eher gebremst werden soll.

Schnell: Zwiebeln oder Pflanzen

Ein blühender Bärlauch neben einer Holzlatte am Boden. Die Blüten sind weiß, klein und mit je spitzigen, weißen Blättern sternförmig angeordnet.

Am einfachsten gelingt die Ansiedlung, indem man jetzt gekaufte Bärlauch-Jungpflanzen in den Garten setzt. Diese gibt es bei einigen Gärtnereien oder in Gartenfachmärkten. Im ersten Jahr lässt man die Pflanzen nur anwachsen, ohne ihre Blätter zu ernten. Eine andere, ebenfalls erfolgversprechende Methode ist, im Herbst die spindelförmigen Brutzwiebeln zu setzen. Diese kann man im Internet bestellen. Nicht erlaubt ist, Bärlauch in der Natur auszugraben!

Ideale Standorte für den Bärlauch im Garten sind halbschattige Randbereiche von Gehölzen wie Blütensträuchern oder auch zwischen den Himbeeren. Unter den bunten Blütenhecken, die im Frühjahr noch viel Licht durchlassen, bildet sich dann später zunächst ein grünes Blättermeer und im Anschluss ein weißer Blütenteppich.

Das Kraut schätzt außerdem einen frischen, leicht feuchten Boden. Manchmal wandert es auch in andere Gartenbereiche, wie in den Rasen. Er stört aber nirgendwo im Garten, zumal die Blätter spätestens im Juni allesamt und vollständig verschwinden.

Langsam: Die Samen ausstreuen

Eine andere Methode, den Bärlauch in den Garten zu holen, ist die Aussaat. Die Saat von gekauften Bärlauchsamen ist allerdings nicht so einfach, der Erfolg stellt sich erst nach Jahren ein. Bärlauch ist nämlich ein Kaltkeimer, der im Spätsommer bis Herbst gesät wird.

Die Keimung folgt erst im Frühjahr, es bildet sich ein wenige Zentimeter langes Keimblatt. Wie auch die Blätter der älteren Pflanzen vergilbt es ab Ende Mai und zieht ein. Aus dem kleinen Zwiebelchen bildet sich im nächsten Jahr ein längeres Blatt. Die erste Blüte erscheint oft erst nach vier Jahren.

Am einfachsten und preiswertesten ist es, am Naturstandort – etwa im August – einige der dürren, doldenförmigen Fruchtstände mit stahlschwarz glänzenden, eckigen Samenkörnern zu sammeln und großzügig im Garten unter Gehölzen zu verstreuen. Dort wird wenig gehackt, sodass die mehrjährige Entwicklung aus Samen nicht gestört wird. Mit der ersten ergiebigen Ernte wird man trotzdem vier bis fünf Jahre warten müssen.

Achtung: Giftige Doppelgänger

Links ein Bild von einem Blaustern, rechts ein Bild von einem Aronstab am Waldboden.

Wer Bärlauch in der Natur sammelt, sollte die Augen offenhalten und auf seine giftigen Doppelgänger achten. An manchen Standorten wachsen zeitgleich Blausterne (Scilla) mit streifenartigen Blättern und Aronstab mit pfeilförmigen Blättern, beide sind giftig. Eine Verwechslung mit dem Maiglöckchen ist dagegen fast ausgeschlossen, sie treiben nämlich viel später aus. Auf Waldwiesen könnte neben Bärlauch auch die sehr giftige Herbstzeitlose wachsen. Sie hat aber keine dünnen Blattstiele, vielmehr reichen die trichterförmigen Rosetten bis tief in den Boden hinein. Zudem fehlt der charakteristische Geruch.

Tipp: Eine gute Strategie ist, den Bärlauch büschelweise zu sammeln und alle Blätter genau in eine Richtung in einen großen Beutel zu legen. Zuhause werden alle Blätter nochmal gründlich durchsortiert – das ist sowieso nötig wegen einzelner Schnecken oder anderer Tierchen. Hat man beim Sammeln ein paar Knospen erwischt, wirft man diese nicht weg! Sie lassen sich hervorragend in der Pfanne anbraten und zu einer Eierspeise servieren. Auch die Blütenstände sind essbar, sie dekorieren bunte Salate oder Suppen.

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