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Gartenkolumne

Bärlauch und seine weniger bekannten Alternativen

Baerlauch mit Blüten
Bärbel Steinberger
am Mittwoch, 13.04.2022 - 13:55

Bärlauch: Der weißblühende, würzig nach Knoblauch duftende Frühlingsbote. Doch es gibt schmackhafte und weniger bekannte Kräuter, die dem Bärlauch Konkurrenz machen und das Angebot für die Küche erweitern.

Es ist wieder soweit. Es ist Bärlauchzeit. Landlust, Landliebe, Liebesland, LandIdee, Landgarten, Landfrisch, Landspiegel, Land und Berge, Landzauber ... – alle, aber wirklich alle schreiben über Bärlauch (Allium ursinum). Er ist der weißblühende, würzig nach Knoblauch duftende Frühlingsbote aus der Familie der Liliengewächse.

Bärlauch als vielseitiges, gesundes Kraut

Bärlauchsuppe, Bärlauchpesto, Bärlauchaufstrich, Bärlauchpasta, Bärlauchrisotto, ganze „Alles vom Bärlauch“ Menüs werden kreiert, einschließlich Bärlaucheis. Der wilde Knoblauch lässt sich so vielseitig zubereiten und ist so gesund. Reich an Vitamin C, stoffwechselanregend und blutdrucksenkend. Es ist nicht genau bekannt, wann dieser Boom seinen Anfang nahm. Sicher war es nach Beginn der Rucola-Welle und vor der Grünkohl-Begeisterung. Man könnte fast meinen, ohne Bärlauch überlebt man das Frühjahr nicht.

Schmackhafte, weniger bekannte Alternativen zu Bärlauch

Doch es gibt um diese Zeit auch noch anderes Grünzeug, das kennt fast keiner, es ist aber mindestens genauso gesund.

  • Winterportulak (Monita perfoliata) zum Beispiel. Er wird auch Postelein, Tellerkraut oder Kubaspinat genannt und ist an den Küsten Nordamerikas beheimatet. Bei uns findet er bisher nur wenig Beachtung. Seine kleinen fleischigen Blätter bereichern jeden Salat sowohl geschmacklich als auch mit Vitamin C, Magnesium und Eisen.
  • Oder aber Brunnenkresse (Nasturtium officiale). Sie war früher in jedem Wassergraben zu finden und das erste frische Grün, das den Speiseplan bereicherte. Ihr Geschmack ist scharf und erinnert an Rettich, was durch die enthaltenden Senfölglycoside bedingt ist. Andere Inhaltsstoffe stärken die Widerstandskraft und regen den Stoffwechsel an – eine Frühjahrskur aus dem eigenen Garten sozusagen.
  • Auch Hirschhornwegerich (Plantago coronopus), der dekorative, italienische Verwandte von Spitz- und Breitwegerich bereichert mit seinem erfrischenden, leicht bitteren Geschmack die Frühjahrsküche.
  • Barbarakraut (Barbarea vulgaris), Löffelkresse (Cochlearia officinalis) und Blutampfer (Rumex sangiunesus) warten ebenfalls darauf, entdeckt zu werden.
  • Und für den fernöstlichen Gaumenkitzel stehen Blattsenf (Brassica juncea), Wasabi-Rucola (Diplotaxis erucoides), Blattkoriander (Coriandrum satium Cilantro) und Japanische Petersilie (Cryptotaenia japonica) zur Verfügung.

Damit dieses Bärlaucheinerlei mal ein Ende hat.

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