Augengesundheit

Augen auf und Brille drauf

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Redaktion Wochenblatt
am Donnerstag, 26.08.2021 - 15:37

Verätzungen des Auges im Alltag kommen leider oft vor. Eine Schutzbrille schützt vor Verletzungen und Erblindung.

Nahaufnahme der oberen, rechten Gesichtshälfte einer jungen Frau, die eine durchsichtige Schutzbrille trägt.

Verätzungen des Auges mit Säuren, Laugen oder Klebstoffen kommen im Alltag leider oft vor. Es sind die häufigsten Augenverletzungen, die zur Erblindung führen. Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchsluger vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands gibt Tipps, was im Notfall zu tun ist, wenn man selbst einmal eine gefährliche Substanz ins Auge bekommen hat. Damit es gar nicht erst dazu kommt, rät er: Unbedingt eine Schutzbrille tragen!

Erste Hilfe: Spülen, spülen, spülen

Beim Hausputz ist es schnell passiert: Ein Spritzer des Reinigungsmittels gerät ins Auge. Das ist sehr schmerzhaft und kann das Auge auch ernsthaft gefährden. Am besten spült man das Auge sofort ausgiebig mit klarem Wasser. Die Betroffenen sollte dabei möglichst liegen. Man hält beim Spülen die Augenlider mit den Fingern geöffnet. Das Wasser sollte dann aus etwa zehn Zentimeter Entfernung vom inneren Augenwinkel nach außen über das Auge fließen. Anschließend sollte man so schnell wie möglich eine Augenarztpraxis oder eine Augenklinik aufsuchen.

So gehen Augenärzte bei der Untersuchung vor

Beim Augenarzt oder in der Klinik wird das Auge nochmals gespült und es wird sichergestellt, dass keine Reste der Chemikalie mehr im Auge sind. Schon während des Spülens werden Fragen besprochen, die für das weitere Vorgehen wichtig sind:

  • Wie lange dauerte der Kontakt mit der Chemikalie?
  • Wann und wie lange wurde das erste Mal gespült?
  • Welche Chemikalie hat das Auge verätzt?

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Verletzung. In leichten Fällen genügt der Einsatz von Medikamenten. Bei schweren Verätzungen sind oft Operationen notwendig. Unter Umständen ist auch ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich. Wenn die Verätzung abgeheilt ist, kann eventuell eine Hornhauttransplantation das Sehvermögen wieder verbessern – frühestens ist das ein Jahr nach dem Vorfall möglich.

 

Mit Material von Berufsverband der Augenärzte Deutschlands
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