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Gesundheit

Ambrosia erkennen und bekämpfen: Diese Mittel sind erlaubt

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Peter Laufmann
am Mittwoch, 27.04.2022 - 09:59

Die Beifuß-Ambrosie ist ein erfolgreicher Neophyt. Die Pflanze breitet sich immer weiter aus; das ist nicht nur für Allergiker eine schlechte Nachricht. So können Landwirte die Pflanze in den Griff bekommen.

Die Beifuß-Ambrosie ist eine unscheinbare Pflanze. Und dochzählt sie zu den gefürchtesten Neophyten in Deutschland. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika und ist mittlerweile in vielen Bundesländern etabliert. Ihr Pollen macht Allergikern zu schaffen. Schon wenige Pollen pro Kubikmeter Luft reichen, um eine Reaktion bis hin zu Asthma auszulösen. Damit kostet Ambrosia allein in Deutschland nach einer vom Umweltbundesamt erstellten Studie zwischen 17 und 47 Millionen Euro im Jahr.

Ambrosie sehr erfolgreich in Kulturen und an Feldrändern

Ambrosie ist auch deswegen so nervig, weil es sich um eine Pionierpflanze handelt, die schnell große Bestände bilden kann. Ideale Lebensräume findet der Korbblüter auf Brachen oder an Feldrändern. Doch auch in Kulturen kann Ambrosie zur Plage werden; so findet sie sich in Mais-, Lupinen- und Erbsenfeldern. Sogar für Zuckerrüben kann sie eine Konkurrenz darstellen. Damit sind gerade auch Landwirte von den aggressiven Pollen betroffen.

Egal, ob mechanisch und chemikalisch - die Bekämpfung der Ambrosie ist schwierig

Die Ambrosie zurückzudrängen, gestaltet sich schwierig. Abgemähte Pflanzen können sich regenerieren und sogar noch Samen bilden. Die Samen sind über Jahrzehnte keimfähig. Durch ihre Verwandtschaft mit der Sonnenblume ist sie in Sonnenblumenkulturen noch schwerer zu bekämpfen. Deswegen ist das konsequente Beobachten und Entfernen der Ambrosie unbedingt notwendig. Einzelpfanzen oder kleinere Horste sollten mit Wurzel ausgerissen werden. Dafür ist es ratsam, Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Staubmaske zu tragen. Die ausgerissenen Pflanzen gehören anschließend in den Restmüll - nicht auf die Miste oder den Kompost!

Auch das Hacken im Zwei-Blattstadium ist erfolgversprechend. Genauso wie Mulchen oder Mähen, um zumindest die Samenproduktion zu verhindern.

Wenige Versuche und die Gefahr von Restenzen

In Kulturen ist das Ausreißen zu mühsam, hier braucht es die chemische Keule. Doch langfristige Versuche und erfolgreiche Strategien gibt es in Deutschland noch nicht. Obendrein drohen Resistenzen; in Nordamerika erwies sich ein Feld, auf dem Ambrosie wuchs, als resitent gegen die zehnfache normale Dosis Glyphosat, so das Julius Kühn-Institut in einem Papier zur Ambrosie. Das Institut schreibt weiter: „Die für die Bekämpfung von Ambrosia verwendbaren Chemikalien sind durch Regelungen auf Länder-, Regional- und lokaler Ebene beschränkt.“

Folgende chemikalischen Mittel eignen sich

Nichtsdetotrotz haben verschiedene Forschungseinrichtungen Ideen und Empfehlungen herausgegeben. Alle gehen aber davon aus, dass die Bekämpfung prinzipiell schwierig ist. Die Kombi von blatt- und bodenaktiven Mitteln könnte notwendig sein. So hat beispielsweise die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft Präparate gegen Ambrosia getestet. Allerdings im Gewächshaus. Dabei zeigte sich, dass bei Vorauflaufbehandlungen die Präparate Click, Arelon Top und Sencor WG nachhaltig den Auflauf der Ambrosia-Pflanzen stoppen konnten. „Die Behandlung im frühen Nachauflauf (BBCH 12–14 der Ambrosia) war mit der Mehrzahl der geprüften Herbizide sehr effektiv“, so die Landesanstalt. Die 4-HPPD-Hemmer Callisto und Clio wirkten dabei am besten. Schlechter sah es bei weit entwickelten Pflanzen aus: Hier erzielten nur Grünlandherbizid Simplex und das nicht selektive Herbizid Roundup UltraMax eine befriedigende beziehungsweise gute Wirkung.