Obst

Äpfel als „Wunderwaffe“

Sechs rote, glänzende Äpfel auf einem grauen Tisch.
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am Samstag, 12.12.2020 - 08:00

Cholesterin senken ohne Tabletten: In Äpfeln enthaltene Pektine haben die Fähigkeit, Blutfettwerte dauerhaft zu reduzieren.

Erhöhte Blutfettwerte sind eine Volkskrankheit in Deutschland: Mehr als zwei Drittel leben mit einem zu hohen Cholesterinspiegel. Bei jedem dritten Bundesbürger sind die Werte sogar deutlich zu hoch. Zu viel des „schlechten“ LDL-Cholesterins kann in Blutgefäßen Ablagerungen bilden. Die Verkalkung der Arterien erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle – in der westlichen Welt immer noch Todesursache Nummer 1.

Rund fünf Millionen Deutsche mit zu hohen Cholesterinwerten im Blut nehmen deshalb so genannte Statine ein. Diese Medikamente drücken den Cholesterinspiegel. Allerdings haben diese Arzneien auch Nebenwirkungen. Aber auch auf natürliche Weise lassen sich erhöhte Cholesterinwerte senken. Als Schlüssel gelten dabei Pektine, wie sie unter anderem in hoher Konzentration in Schalen und im Kernhaus von Äpfeln vorkommen.

 

Die Schale und das Kernhaus von Äpfeln enthalten Pektine

Pektine sind unverdauliche Fasern und Gerüststoffe von Pflanzen. In ihrer Reinform sind Pektine ein bräunliches Pulver, gewonnen unter anderem aus dem Trester von Äpfeln. Pektine finden unter anderem als Geliermittel in Marmeladen oder im Puddingpulver Einsatz.

Sie haben jedoch noch eine bisher kaum bekannte Fähigkeit: Ihr „gesundes Geheimnis“ liegt in einem Stoffwechselprozess im Darm. Dort binden Pektine Gallensäure, die dann über den Stuhl ausgeschieden wird. Um neue Gallensäure zu bilden – notwendig für die Verdauung von Fetten – benötigt der Organismus Cholesterin. Dabei wird vorhandenes Cholesterin „verbraucht“; in der Folge sinkt der Blutfettspiegel. Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Wenn Bakterien im Darm das Pektin abbauen, entstehen kurzkettige Fettsäuren. Diese wiederum können die Neubildung von Cholesterin in der Leber hemmen.

 

Pektine senken Cholesterin

Der cholesterinsenkende Effekt von Pektin ist inzwischen vielfach nachgewiesen. Die Einnahme von täglich 75 Gramm getrockneten Äpfeln führte danach zu ein einem Absinken des Cholesterinspiegels um rund 23 Prozent. Die cholesterinsenkende Wirkung des Pektins ist ab einer täglichen Aufnahme von sechs Gramm nachgewiesen.

Der sprichwörtliche tägliche Apfel, der den Besuch beim Arzt ersparen soll, reicht dazu nicht: Bis zu zehn kleine oder fünf bis sieben mittelgroße Äpfel müsste man essen, um den positiven Effekt vollständig nutzen zu können. Auch wer diese Menge nicht schafft, kann mit täglichem Verzehr von Äpfeln (samt Schale) seiner Gesundheit Gutes tun.

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