Ostereier

Vom Zins-Ei zum goldenen Ei am Apostelteller

Auf einem blauem, rundem Tonteller liegen 13 Eier: 1 goldenes in der Mitte und 12 drumherum, diese sind bunt gefärbt mit Abdrücken von Pflanzen.
Dr. Beate Partheymüller & Dr. Margarete Meggle-Freund - Fränkisches Freilandmuseum
am Samstag, 03.04.2021 - 07:00

Warum sind die Ostereier eigentlich bunt? Wir erklären die Geschichte dahinter.

Eier in Verbindung mit dem Osterfest werden bereits im Mittelalter erwähnt. Ostern war einer der Termine, an dem die Grundherren Abgaben in Form von Naturalien von ihren Pächtern erhoben hatten.Im Frühjahr waren dies naturgemäß Eier. Einerseits legen Hühner zu dieser Jahreszeit viele Eier, andererseits war deren Verzehr während der Fastenzeit verboten. Geistliche Grundherren, zum Beispiel die Klöster, verteilten die eingeforderten Zins-Eier oder das daraus hergestellte Ostergebäck weiter als Geschenk, Lohn oder Spende an Arme. Damit wandelte sich das Zins-Ei schon zu dieser Zeit gewissermaßen zum Schenk-Ei.

Eier verschenkt man seit dem 16. Jahrhundert

Seit Beginn des 16. Jahrhunderts wird auch das gegenseitige Beschenken im privaten Umfeld erwähnt. Dies begründet sich mit der an die Osterliturgie anschließenden Speisenweihe, bei der Eier, Fleisch und Osterfladen gesegnet werden: Geweihte Gaben dürfen nicht verkauft werden, sondern nur verschenkt.

Die katholische und die orthodoxe Kirche haben diese Tradition beibehalten und veranstalten seither ein gemeinschaftliches Osterfrühstück. Während der letzten Jahrzehnte schlossen sich dieser Tradition auch die evangelischen Gemeinden an. Die Segensformel der österlichen Speiseweihe in der katholischen Tradition erinnert daran, dass Christus seinen Jüngern nach der Auferstehung erschienen ist und mit ihnen gegessen hat.

Der sogenannte Apostelteller symbolisiert diese Praktik. Zwölf Eier repräsentieren die zwölf Apostel. In der Mitte liegt ein vergoldetes Ei auf Salz, das Christus repräsentiert. Zudem gelten Eier schon seit der Antike als Symbol für Fruchtbarkeit. Das macht sie zu aussagekräftigen Gaben.

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