Ratgeber für Eltern

Worauf lohnt es sich, beim Kinderwagen-Kauf zu achten?

Eine Hand fühlt am Reifen eines Kinderwagens, ob der Druck passt.
Maria Burkhardt
Maria Burkhardt
am Samstag, 01.05.2021 - 07:30

Wir geben Tipps worauf es bei Babyschalen, Rädern, Klappsystem und Co. am Kinderwagen ankommt.

Sogenannte Kombi-Kinderwagen wachsen mit dem Kind mit. Die tragbare Babywanne ist für die ersten Lebensmonate praktisch. Sobald das Baby sitzen kann, wird auf den Sportsitz umgestiegen.
Babywanne und Sitz lassen sich bei den meisten Modellen mittlerweile in beide Richtungen aufsetzen oder die Schieber sind schwenkbar. Denn anfangs mögen es die Kleinen lieber, wenn sie den Erwachsenen zugewandt sind und Blickkontakt haben, vor allem wenn die Umgebung unruhig ist. Später lassen sie auch gerne mit Blick in Fahrtrichtung die Welt an sich vorbeiziehen. 

Babywanne groß genug?

Entscheidende Frage ist: Passt die Babywanne solange, bis das Kind sitzen kann. Ihre ersten Monate verbringen Babys vor allem liegend. 14 Stunden und länger schlummern Babys pro Tag. Aufgabe der Eltern ist es, ihnen eine angenehme Schlafumgebung zu schaffen, daheim und unterwegs im Kinderwagen, schreibt die Stiftung Warentest und gibt als optimale Liegefläche im Kinderwagen ein Maß von 35 mal 78 cm an. Die meisten Babywannen sind deutlich kleiner. Babys finden darin weniger Erholung und sind unruhiger.

Aus einer kleinen Wanne wachsen Babys zudem schnell heraus. Wird es dem Baby zu eng, setzen die Eltern es womöglich zu früh in den Sitz. Denn Babys lernen erst zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat aus eigener Kraft zu sitzen. Vorher fehlt ihnen die Muskulatur, sich selbst aufrecht zu halten.

Rückenlehne flachlegen?

Ab wann und bis zu welchem Alter Kinder in einem Kinderwagenmodell bequem sitzen, hängt von der Länge der Sitzfläche und der Rückenlehne ab. Ist die Sitzfläche zu lang, sitzen die Kleinen so tief, dass sie ihre Beine nicht beugen können, oder mit krummem Rücken. Beides ist unbequem. Ein Kissen im Rücken verringert die Sitztiefe. Bei einer zu kurzen Rückenlehne ragt der Kopf des Kindes schon mit zwei Jahren über die Lehne und ist nicht abgestützt. Sie sollte 50 cm oder länger sein und verstellbar.
Verstellbare Fußstützen, die „mitwachsen“, nehmen beim Sitzen den Druck aus den Kniekehlen und wären daher wünschenswert.

Geländegängige Räder?

Genauso wichtig wie bequemes Sitzen ist bequemes Liegen. Nur wenn sich die Rückenlehne des Sitzes möglichst flach legen lässt, schlafen kleine Kinder im Sportwagen bequem und rückenschonend.

Komfort spielt auch bei der Fahrtüchtigkeit eine Rolle. Große Räder rollen auf jedem Untergrund gut, auch auf Feldwegen und Kopfsteinpflaster. Kleine Doppelreifen sind nur auf Straßenbelag so wendig wie gewünscht. Dafür sind sie leichter zu tragen und einfacher im Kofferraum zu verstauen. Auch bei der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln beanspruchen sie weniger Platz. 

Beim Kauf sollten Eltern auch für sich auf die richtige Größe achten. Optimal sind höhenverstellbare Griffe, die eine aufrechte Körperhaltung ermöglichen und entspannte Arme beim Schieben.

Gut zusammenklappbar?

Wie praktisch ein Kinderwagen ist, hängt auch davon ab, wie leicht und kompakt er sich zusammenfalten und wieder aufklappen lässt. Wieviel Kraftanstrengung dafür nötig ist und wie gut der Wagen in den Kofferraum des eigenen Autos passt, sollten Eltern vor dem Kauf unbedingt selbst ausprobieren, rät die Stiftung Warentest. Eine Transportsicherung verhindert, dass der Wagen dabei von allein wieder aufklappt.

Sonnenschutz, Stoff und Transport im Auto?

Für die meisten Modelle gibt es außer dem Sonnenschutz noch ein Regenverdeck, das im Preis inbegriffen oder als Zubehör gegen Aufpreis von bis zu 50 € erhältlich ist.

Bei einigen Kombi-Kinderwagen ist mittlerweile auch eine passende Babyschale fürs Auto im Lieferumfang mit dabei, die auf das Fahrgestell montiert werden kann.

Rund 90 Prozent der Kinderwägen sind mittlerweile aus dunklem Stoff gefertigt. Das macht es für Autofahrer schwer, sie bei Dämmerung und Dunkelheit, Nebel und Schneefall frühzeitig zu erkennen.

Um nicht übersehen zu werden, müssen Eltern an reflektierende Aufkleber denken oder bei schlechten Sichtverhältnissen einen reflektierenden Schutzbezug überziehen.
 

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