Eigenorganisation

Vorsätze zum neuen Jahr

2020
Rolf Leicher
am Donnerstag, 19.12.2019 - 16:11

Der Jahreswechsel ist der beste Termin, um gute Vorsätze zu fassen: Endlich das Chaos im Hofbüro beseitigen, die Stallarbeit strukturierter planen, mehr Zeit für die Familie. Wir zeigen, wie man den inneren Schweinehund überwindet.

Vorsätze sind oft nicht von langer Dauer. Gerne verfallen wir nach kurzer Zeit wieder in alte Verhaltensmuster. Man lässt sie schleifen und ärgert sich noch darüber. Um Vorsätze zu halten, muss der innere Schweinehund überwunden werden. Doch wie funktioniert das?

Definieren Sie möglichst präzise, was Sie künftig erreichen wollen und auch, in welchem Zeitraum. Unklare Vorsätze führen nicht zur gewünschten Änderung. Die Verhaltensänderung muss messbar sein, um sie zu kontrollieren. Vorsätze werden meist so formuliert: „Ich müsste mehr Ordnung am Arbeitsplatz haben“, „Ich muss mich zukünftig an Termine halten“. Das „ich muss“ zeigt schon, dass man etwas nicht freiwillig tut und dadurch nicht besonders motiviert ist. „Müssen“ geht immer auch einher mit Druck. Auch ein Vorsatz mit den Worten „bei Pannen mehr Ruhe bewahren“ zeigt Unsicherheit und bieten vielfältige Rückzugsmöglichkeiten.

Größere Motivation führt zu kleineren Hindernissen

Oft hat man bei der Zielerreichung keinen alleinigen Einfluss, ist von anderen abhängig. Rechnen Sie mit dem Auftreten von Hindernissen. Je größer die Motivation ist, desto eher sind Sie bereit, Hindernisse zu beseitigen. Zwischendurch stellt man sich immer wieder mal vor, wie es ist, wenn man das Ziel schon erreicht hätte. Da kommt Freude auf, das motiviert.

Entscheiden Sie sich immer nur für einen Vorsatz, und fixieren Sie ihn schriftlich, damit er in der Tageshektik nicht vergessen wird. Schriftliches wirkt verbindlicher. Seine Vorsätze notiert man auf zehn Zetteln in einem Schlagwort und verteilt sie: am Computer, in der Jackentasche, auf dem Nachttisch, im Handschuhfach des Autos, usw. Man wird immer wieder daran erinnert. 

Mit Ihrem Vorsatz starten Sie gleich, verschieben Sie den ersten Tag nicht wieder, denn was man auf Morgen oder später verschiebt, verliert an Bedeutung oder wird  ganz vergessen. Beginnen Sie mit einem leichten Ziel,  das man ohne Probleme schafft. Was man leicht erreicht, schafft die nötigen Erfolgserlebnisse, die man später für höhere Ziele braucht.  Es ist wichtig, dass man selbst hinter dem Ziel steht, dass man es selbst erreichen will und nicht, weil das Umfeld uns das einredet. Ist es wirklich Ihr persönlicher Wunsch, dass Sie abnehmen, oder mit dem Rauchen aufhören, oder sich nicht über Kleinigkeiten aufregen? Wenn man sich das einreden lässt, geht man nur halbherzig an den Vorsatz. 

Denken Sie gründlich über Ihre Ziele nach und beschäftigen Sie sich mit den positiven Auswirkungen. Listen Sie die Vorteile auf, die Ihnen eine Verwirklichung Ihrer Ziele bringt. Warum wollen Sie ein Ziel erreichen, und was haben Sie davon? Je länger diese Nutzenliste ist, desto intensiver wird Ihr Wunsch, das Ziel zu erreichen.

Beim Scheitern weitere Versuche starten

Beobachten Sie Bekannte, wie diese es geschafft haben, ein Ziel zu erreichen. Was haben sie getan, wenn der Weg verstellt war? Und schämen Sie sich nicht, wenn der erste Versuch, einen Vorsatz zu realisieren, nicht klappt. Wagen Sie einen zweiten oder dritten Anlauf. Stellen Sie einen realistischen Zeitplan auf, der alle Einzelschritte zur Zielerreichung und den Realisierungszeitpunkt Ihres Zieles enthält. Reservieren Sie sich jeden Tag fünf Minuten, um über Ihr Ziel nachzudenken. Prüfen Sie regelmäßig, wie nahe Sie Ihrem Ziel gekommen sind. Freuen Sie sich über Erfolge – das motiviert. Klären Sie aber auch, warum Sie noch zu weit entfernt sind. 

Zur Erreichung eines Ziels ist die positive Einstellung von großer Bedeutung, schon der  Start darf nicht wegen Skepsis und Bedenken verschoben werden. Wer immer nur an den Aufwand denkt, Risiken und  Probleme sieht, fängt besser gar nicht an. 
Langfristige Ziele werden schriftlich festgelegt, und in Etappen unterteilt (Salami-Methode), so ist es leichter, sie zu erreichen. Es motiviert, wenn man sich immer wieder die Vorteile vorstellt, die es beim Erreichen gibt. Der Marathonläufer denkt  während der Mühe an das Ziel und erträgt somit die Anstrengungen besser. 

Stolpersteine auf dem Weg sind ganz natürlich

Der Weg zum Ziel ist selten bequem. Er ist kurvig und holprig. Manchmal passiert es, dass sich die Umstände verändern. In diesen Fällen müssen Ziele den neuen Rahmenbedingungen schnell angepasst werden. Das erfordert Flexibilität, hartnäckiges Festhalten am Ziel ist aufwendig und führt meist nicht zum Erfolg. 

Während der Bemühungen kommt es auch zu Rückschlägen und Misserfolgen. Wichtig ist nur, dass man sich davon nicht entmutigen lässt, und vorschnell aufgibt. Stolpersteine auf dem Weg zum Ziel sind ganz natürlich. Man braucht einen starken Willen und Vertrauen. Blockaden sollten rechtzeitig erkannt und entkräftet werden. Wenn das eigene Durchhaltvermögen und der lange Atem zum Erfolg führen, darf man auch mit Recht stolz sein. Das verdient ein Selbstlob. 

Es hat sich bewährt, auch den Ehepartner oder die Familie über Vorsätze zu informieren. Von ihnen kann man Unterstützung erhoffen oder einfach auch die Erinnerung, wenn man gegen den Vorsatz verstößt. Das erfordert, dass man Hinweise nicht als persönliche Kritik wahrnimmt, denn dann erhält man keine Informationen mehr.