Ernährung

Vegetarisch und Vegan: Ist das was für Kinder?

Ein Kind sitzt am Küchentisch und erhält von seiner Mutter einen Teller mit Salat
Anja Kersten
am Sonntag, 17.01.2021 - 08:30

Eine Studie untersucht die Auswirkung von vegetarischer und veganer Ernährung bei Kindern. Im Vergleich zur Mischkost gibt es kaum Unterschiede. Allerdings müssen Vitaminmängel durch Pillen beglichen werden.

Zum ersten Mal wurde in einer Studie untersucht, wie gut bzw. gesund Kinder versorgt sind, wenn sie vegetarisch oder vegan ernährt werden, im Vergleich zu denjenigen, die Mischkost mit Fleisch essen. Untersucht wurde der Status von insgesamt 401 Kindern und Jugendlichen; die Studie ist nicht repräsentativ, zeigt aber eine Grundtendenz: Es gibt kaum Unterschiede. Kinder und Jugendliche, die vegetarisch oder vegan essen, sind im Vergleich mit ihren „normal“ essenden Altersgenossen insgesamt gleich gut versorgt – und gleich schlecht bei Vitamin B2, Jod und Calcium.

Kaum Unterschiede zwischen Mischkost und Vegetarisch oder Vegan

„Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl bei veganer und vegetarischer Ernährung als auch bei einer Mischkost mit Fleisch die Versorgung mit den Hauptnährstoffen sowie den meisten Vitaminen und Mineralstoffen bei den allermeisten Kindern und Jugendlichen ausreichend ist“, so Dr. Ute Alexy von der Universität Bonn und Dr. Markus Keller vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung; sie haben die Studie geleitet. „Auch bei einer vegetarischen oder rein pflanzlichen Ernährung war bei den meisten Kindern die Versorgung mit Vitamin B12 ausreichend. Bei den vegetarischen Ernährungsformen war zudem die Zufuhr an Ballaststoffen sehr hoch.“

Vitamin B12 per Pille ergänzen

Die Wissenschaftler ergänzen aber, dass die ausreichende Vitamin-B12-Versorgung bei Veganern darauf zurückzuführen ist, dass 88 Prozent von ihnen Vitamin B12 per Pille ergänzen – entsprechend den gängigen Empfehlungen. Auch die sich vegetarisch ernährenden Kinder und Jugendliche sind tendenziell schlechter mit Vitamin B12 versorgt, sodass die Verfasser der Studie auch für diese Ernährungsform empfehlen, zumindest gelegentlich Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen.

Vitamin B2: Mangel erkennbar

Nicht optimal versorgt – und zwar in allen drei Gruppen – waren die Kinder und Jugendlichen mit Vitamin B2; es kommt in Milch- und Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Eiern vor. Eine Unterversorgung zeigte sich auch bei Vitamin D, Jod sowie Calcium, was in nennenswerten Mengen ebenfalls in Milch und Käse zu finden ist.

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