Recht

Tipps für den Ferienjob

Pressemeldung
am Montag, 20.07.2020 - 07:43

Das müssen Schüler, die in den Ferien arbeiten, in diesem Jahr beachten.

Ferienjob

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Schüler nutzen die schulfreie Zeit, um sich mit einem Minijob das Taschengeld aufzubessern oder erste Einblicke in die Berufswelt zu erhalten. Was hierbei beachtet werden muss und welche Besonderheiten während der Corona-Pandemie gelten, erklärt die Minijob-Zentrale.

Es gibt zwei Arten von Minijobs, die man als Ferienjob ausüben kann:

  • den kurzfristigen Minijob und
  • den 450-€-Minijob.

Während bei einem 450-€-Minijob der monatliche Verdienst begrenzt ist, kann man in einem kurzfristigen Minijob unbegrenzt verdienen. Hier ist aber die Beschäftigungsdauer eingeschränkt.

Zeitgrenze wurde auf 115 Arbeitstage angehoben

Ein kurzfristiger Minijob lag bislang nur dann vor, wenn die Beschäftigung von vorne herein auf maximal drei Monate bzw. 70 Tage im Jahr befristet wurde. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs auf fünf Monate bzw. 115 Arbeitstage angehoben. Diese Regelung gilt übergangsweise für die Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober 2020.

Hat der Schüler im Kalenderjahr bereits andere kurzfristige Minijobs ausgeübt, müssen diese Beschäftigungen berücksichtigt und die Beschäftigungszeiten zusammengerechnet werden.

Wird die Zeitgrenze von fünf Monaten bzw. 115 Tagen nicht überschritten, kann der Ferienjob als kurzfristiger Minijob ausgeübt werden. Eine Verdienstgrenze gibt es nicht.

Bei Schülern besteht keine Berufsmäßigkeit

Ein kurzfristiger Minijob liegt nur dann vor, wenn die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Berufsmäßig bedeutet, dass sie für den Beschäftigten nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Schüler gehören grundsätzlich nicht zu den berufsmäßig Beschäftigten. Es kann sich lediglich Berufsmäßigkeit aufgrund von Vorbeschäftigungszeiten ergeben, wenn der Schüler zu häufig im laufenden Kalenderjahr gearbeitet und in den Beschäftigungen auch mehr als 450 € verdient hat.

Wichtig: Für Schulentlassene, die die Zeit bis zur Berufsausbildung oder zum Studium mit einem Job überbrücken wollen, gelten die Ausführungen zur berufsmäßigen Beschäftigung nicht gleichermaßen.

Sozialversicherungsabgaben fallen für Schüler bei einem kurzfristigen Minijob nicht an. Auch Steuern fallen sie in der Regel nicht an, wenn der Steuergrundfreibetrag nicht überschritten wird.

Arbeitgeber müssen für einen kurzfristigen Minijob nur geringe Umlagen zahlen. Beiträge zur Kranken- oder Rentenversicherung fallen nicht an. Ein Versicherungsschutz entsteht daher für den Beschäftigten nicht.

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Arbeitszeit

Bei der Beschäftigung von Schülern müssen Arbeitgeber das Jugendarbeitschutzgesetz beachten. Demnach gelten für Ferienjobs folgenden Regelungen:

  • Kinder unter 13 Jahren dürfen keine Ferienjobs ausüben.
  • Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren: bis zu zwei Stunden täglich.
  • Zwischen 15 und 17 Jahren: acht Stunden täglich und 40 Stunden pro Woche.
  • In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre während der Erntezeit nicht mehr als neun Stunden am Tag und nicht mehr als 85 Stunden in der Doppelwoche beschäftigt werden.

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Worauf man bei 450-€-Minijobs achten sollte

In der Rentenversicherung sind Schüler versicherungspflichtig, d. h. sie zahlen selbst einen kleinen Eigenanteil und erzielen damit die vollen Ansprüche der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Beschäftigungszeiten und der Verdienst werden in vollem Umfang für die Rente berücksichtigt.

Wollen Schüler diese Leistung nicht in Anspruch nehmen, können sie sich auf Antrag davon befreien lassen. Dieser Antrag muss bei minderjährigen Schülern von einem gesetzlichen Vertreter unterschrieben und dem Arbeitgeber übergeben werden.

Bei rentenversicherungspflichtigen Schülern behält der Arbeitgeber zusätzlich einen Eigenanteil zur Rentenversicherung in Höhe von 3,6 % vom Verdienst des Schülers ein. Hierbei ist zu beachten, dass der Beitrag zur Rentenversicherung mindestens von 175 € zu zahlen ist.

Verdient der Schüler weniger als 175 € im Monat, ist der Beitrag zur Rentenversicherung von 175 € zu berechnen. Der Arbeitgeber zahlt seinen Pauschalbeitrag weiterhin aus dem tatsächlichen Verdienst des Schülers. Der Schüler trägt dann die Differenz selbst.

Handelt es sich um ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der monatlichen Verdienstgrenze von 450 €, handelt sich bei der Beschäftigung weiterhin um einen 450-€-Minijob.