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Squid Game: Eine Serie mit realer Gefahr?

Squid-Game-Netflix: Ein Mann mit rotem Anzug und Maske geht bewaffnet durch eine Reiher aufgestellter Menschen.
Carmen Knorr
Carmen Knorr
am Samstag, 06.11.2021 - 07:00

Die Serie „Squid Game“ sorgt für gewaltvolle Szenen auf deutschen Schulhöfen. Das steckt hinter dem Trend.

Seit Mitte September gibt es die südkoreanische Dramaserie „Squid Game“ auf dem Streamingportal Netflix. Mittlerweile sind die Handlungsinhalte auf bayerischen Schulhöfen angekommen und werden nachgeahmt. Teilweise schlagen sich Schülerinnen und Schüler deswegen auf den Pausenhöfen. Schulen appellieren an die Eltern, ihren Kindern die Serie zu verbieten.

Darum geht es in der Serie

Squid Game (dt. „Tintenfischspiel“) gilt bereits nach einem Monat als die erfolgreichste Netflix-Produktion mit den höchsten Zuschauerzahlen – 111 Millionen in 27 Tagen. Die Handlung der Serie ist einfach, aber brutal: Über 450 hochverschuldete Menschen werden nach einer mysteriösen Einladung – eine Visitenkarte mit drei Symbolen – abgeholt und an einen geheimen Ort gebracht. Es lockt ein hohes Preisgeld. Dort warten maskierte und bewaffnete Wärter, die sie überwachen und anleiten. Ziel ist es, an sechs vermeintlich einfachen Kinderspielen, wie Tauziehen oder Murmelspiel, teilzunehmen. Wie sich schnell herausstellt, gibt es nur einen Haken: Wer einen Fehler macht, wird sofort getötet.

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Choices

Kinderspiele werden auf Schulhöfe nachgespielt

Auf einem Stück Pappe sind drei Symbole aufgezeichnet: Kreis, Dreieck, Viereck.

Die Popularität der Serie sorgte dafür, dass die Spiele schnell in den sozialen Netzwerken nachgeahmt wurden. Dabei machen sich Nutzerinnen und Nutzer aus der ganzen Welt einen Spaß aus den Kinderspielen, interpretieren sie nach eigenen Regeln und teilen ihren Erfolg oder ihr Scheitern in teils lustigen Videos. Eine Challenge im Netz ruft immer dazu auf, das Gesehene nachzumachen und neue Leute dazu zu motivieren, dies ebenso zu tun. So gelangten die Challenges nun auch schon über die digitale Welt hinaus auf einige bayerische Schulhöfe – das bestätigte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands der Nachrichtenagentur dpa. Nach Berichten des Bayerischen Rundfunks sollen Einladungskarten für das „Squid Game“ an Grund- und Mittelschulen gefunden worden sein und es sei zu Auseinandersetzungen unter Schülerinnen und Schülern gekommen.

Schulen verteilen Elternbriefe über Squid Game

Manche Schulen haben auch schon Elternbriefe herausgegeben, die ebenfalls von einigen Müttern über die sozialen Netzwerke geteilt wurden. Darin rufen die Schulen die Eltern auf, sich über die Serie und den Konsum von sozialen Netzwerken ihrer Kinder zu informieren, diesen besser zu kontrollieren und die Kinder über die Serie aufzuklären. Die Verfasserin des Blogs „moms-blog.de“ zum Beispiel schreibt zum Thema: „Ich kann die Faszination der Serie aus Sicht der Kinder und Jugendlichen durchaus nachvollziehen. Die Macher der Serie schaffen es, gewisse Punkte geschickt zu kombinieren: Den Traum vom großen Geld, das Interesse an Challenges, coole Farben und Melodien, Symbole, die an den Controller der Playstation 5 erinnern.“ Mit ihrem Beitrag will sie Eltern über die Serie aufklären und gibt Tipps, wie sie mit ihren Kindern darüber reden sollen. Vor allem aber betont sie auch: „Nicht schauen, wenn Kinder im Raum sind!“

In Südkorea, dem Herkunftsland der Serie, hat „Squid Game“ gerade wegen seiner offenen Gesellschaftskritik anderweitig Wellen geschlagen. Denn in der Serie werden inhaltlich fast alle großen Probleme des Landes aufgegriffen: Diskriminierung sozialer Minderheiten, wachsende Ungleichheit oder extremer Leistungsdruck.