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Spielend Lernen

Spielidee für Kinder: Mit Naturbingo die Natur entdecken

Naturbingo-Waldspiele: Ein Kind in einer grünen Jacke pustet eine Pusteblume. Er ist auf einem Waldweg unterwegs.
Sigrid Tinz
am Mittwoch, 11.05.2022 - 16:00

Raus ins Freie - Bingo! Mit kleinen spaßigen Spielen in der Natur, kann man Kinder für einen Spaziergang begeistern - die Idee nennt sich Naturbingo.

Kinder ohne Genörgel mit auf einen Spaziergang zu locken, ist nicht gerade leicht. Den Kleinen ist es immer zu lang und zu weit und den Größeren zu langwei-lig. Mit ein paar Ideen und ein bisschen Vorbereitung kann es gelingen, den Nachwuchs bei Laune und in Bewegung zu halten.

Naturbingo ist schnell gemacht und funktioniert natürlich auch im Garten, im Urlaub am Meer oder auf einem Kindergeburtstag. Die älteren Geschwister können (für ein kleines Taschengeld) beim Vorbereiten und Begleiten helfen. Dann ist auch diese Altersgruppe mit an Bord und alle haben einen schönen Tag.

Bingo im Eierkarton

1 Naturbingo und Waldspiele (1)

Für ein Naturbingo im Eierkarton braucht man pro Kind:

  • einen leeren Eierkarton
  • Papier
  • Stifte
  • Schere
  • Kleber.

So wird es gemacht:

  1. Papier so zurechtschneiden, dass es in den Deckel des Eierkartons passt. Zehn Motive in zwei Fünferreihen auf das Papier malen. Wer nicht frei Hand malen will, findet im Internet jede Menge Vorlagen zum Ausdrucken oder Abzeichnen.
  2. Die Motive sollten Dinge zeigen, die sich zur jeweiligen Jahreszeit in der Natur finden lassen und von der Größe in die Eierkartonplätze passen. Das sind zum Beispiel Steine, Schneckenhäuser, Zapfen, Nüsse, Federn, Blätter, Zweige, Hagebutten, Ahorn-Propeller, Blüten. Alles was sich eignet, mitgenommen zu werden. Geschützte Blumen und Käfer, Würmer und andere Krabbeltierchen zählen natürlich nicht dazu.
  3. Das fertige Blatt innen in den Deckel des Eierkartons kleben. Die Kleinen können alles vorher noch bunt anmalen, auch den Eierkarton innen und außen. Und dann werden Sachen gesucht. Falls das Naturbingo auf einem Kindergeburtstag zum Einsatz kommt, kann die Eierschachtel zum Abschied mit Süßigkeiten gefüllt werden.

Regeln aushandeln

Auch die Spielregeln lassen viel Freiraum für die Gestaltung. Beim echten Bingo verkündet ein Spielleiter Zahl um Zahl. Jeder Spieler prüft auf seiner Bingokarte, ob er sie hat und streicht sie in dem Fall ab. Solange bis eine Reihe voll ist, dann ruft er Bingo und hat gewonnen, die anderen spielen weiter.

Beim Naturbingo ist wichtig, die Regeln vorher festzulegen, damit klar ist, wie der Hase läuft und es nicht mitten im Spiel Verhandlungen oder gar wütende Tränen gibt. Man kann mit Start- und Stoppsignal die Kinder suchen lassen oder jedes Kind kann einfach während des gesamten Spaziergangs für sich suchen. Alle können die gleichen Zettel haben oder jeder andere; und man kann festlegen, ob die ganze Eierschachtel voll sein muss, eine Reihe oder insgesamt fünf Dinge gefunden werden müssen.

Wichtig ist auch, zu klären, wie genau die Übereinstimmung sein muss: Reicht eine beliebige Blume oder muss es genau die vom Bild sein? Und: Gelten für die Kleinsten die gleichen Regeln wie für die großen Kinder? Wer ist wann Gewinner, gibt es Verlierer? Natürlich kann man Preise verteilen, muss man aber nicht. Die Freude beim Suchen und Finden und die Zettel oder Schachteln als Erinnerung an einen schönen Tag sind vielen Kinder Belohnung genug.

Challenge in der Natur

Naturbingo-Waldspiele-Challenge: Eine Liste mit Aufgaben für Kinder, zum Entdecken der Natur hängt an einem Baumstamm.

Eine Liste mit Aufgaben, etwas zu machen, zu finden, zu notieren, eignet sich für Kinder, die schon lesen können; und für solche, die mit Spazierengehen und Sachensuchen nicht ausgelastet sind, sondern toben, werkeln und denken wollen. Auch für eine Rast auf der Wanderung ist so eine Liste gut: Die Kinder rennen herum und arbeiten die Liste ab, die Erwachsenen können in der Sonne sitzen und den Ausblick genießen.

Dazu braucht es:

  • pro Kind ein großes Blatt Papier oder Pappe (sie ist stabiler und übersteht den Einsatz im Wald eventuell besser)
  • Stifte

So geht es:

  1. Überlegen, wo es hingeht, was die Kinder gerne machen, wie das Wetter werden soll und was passende Aufgaben sein könnten. Ein paar Beispiele sind: eine Pusteblume finden, auf einem Baumstamm balancieren, über einen Bach springen, Zapfenweitwurf, Himmelsrichtungen bestimmen, Wolken benennen, einen Stock schnitzen, sich in ein Tier des Waldes verwandeln und pantomimisch vortragen.
  2. Fünf bis zehn solcher Aufgaben sammeln und auf das Blatt notieren. Das ist die Challenge-Liste, die zu bestehen ist. Wem nichts einfällt: Solche Aufgaben lassen sich einfach mit einer Onlinesuchmaschine finden (Stichworte sind zum Beispiel Waldspiele oder Naturpädagogik). Einmal aufgeschrieben, hat man immer wieder eine Vorlage zum Ausdrucken.

Langsam gehen

Wichtig für die Erwachsenen ist, sich auf die Kinder einzulassen, anzuhalten, wenn sie gerade etwas entdecken und sich dem langsameren Tempo der kleinen Beine anpassen. Langsam gehen lohnt sich auch für die Großen. Denn wer schnurstracks unterwegs ist, verpasst womöglich die vielen Kleinigkeiten und Schönheiten am Wegrand, über die wir jetzt wieder staunen können.

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