Gewalt an Kindern

Ein Recht auf gewaltfreie Erziehung

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Redaktion Wochenblatt
am Sonntag, 30.05.2021 - 06:10

Eine Studie zeigt, dass das Recht auf gewaltfreie Erziehung noch nicht auf allen Ebenen umgesetzt wird. Gerade die Folgen psychischer Gewalt werden immer noch unterschätzt.

Seit am 8. November 2000 in Deutschland das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung in Kraft trat, haben sich die Einstellungen zu körperlichen Strafen in der Erziehung verändert. Trotzdem vertritt noch immer die Hälfte der Erwachsenen die Auffassung, dass ein Klaps auf den Hintern noch keinem Kind geschadet habe. Jeder Sechste hält es sogar für angebracht, ein Kind zu ohrfeigen.

Studie des Kinderschutzbundes und Unicef

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm in Zusammenarbeit mit Unicef Deutschland und dem Deutschen Kinderschutzbund. Gemeinsam mit den Initiatoren der Studie fordert der Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Jörg M. Fegert, das Bewusstsein für alltägliche Gewalt gegen Kinder zu schärfen und das Recht auf gewaltfreie Erziehung auf allen Ebenen der Gesellschaft umzusetzen.

Insbesondere das Ausmaß und die negativen Folgen psychischer Gewalt gegen Kinder werden bis heute weitgehend unterschätzt. Fest steht: Wer als Kind Körperstrafen und emotionale Gewalt erfahren hat, akzeptiert sie eher in der Erziehung als Menschen, die ohne Gewalt groß geworden sind.

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