Vorsorge

Prävention in jedem Alter

Autofahrer
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Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 18.07.2019 - 10:43

Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen sind, wenn sie auftreten, oft besonders schwer – und jeder einzelne einer zu viel.

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Hand aufs Herz: Sind Sie ein überdurchschnittlicher Autofahrer? Wissenschaftliche Studien zeigen, dass wenn man einer Gruppe diese Frage stellt, eine große Mehrheit mit „ja“ antwortet. Besonders oft sind es unerfahrene Autofahrer – jung, männlich und mit wenig Fahrpraxis – die sich am höchsten selbst einschätzen. Gleichzeitig verursacht gerade diese Gruppe aber statistisch gesehen die meisten Unfälle.

Sogar wenn man jungen Autofahrern sagt, dass ihre Gruppe sich tendenziell am meisten überschätzt, ändert das kaum etwas an der überhöhten Selbsteinschätzung. Das bedeutet: Je schlechter man als Autofahrer ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man sich für einen besonders guten Fahrer hält.

Nun sind Sie, liebe Leser, zumeist erfahrene Fahrzeuglenkerinnen und -lenker, die am Steuer verschiedenster Maschinen mehr Erfahrungen gesammelt haben, als der durchschnittliche Autofahrer. Aber Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen sind, wenn sie auftreten, oft besonders schwer – und jeder einzelne einer zu viel. Es ist daher wichtig, sich mit Prävention zu beschäftigen und eigenes Verhalten, auch wenn es sich über Jahre hinweg eingeschliffen hat, immer wieder auf den Prüfstand zu stellen.

Die Unfallstatistik der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zeigt, wie nötig das ist – angesichts einer seit Jahren anhaltend hohen Zahl schwerer Unfälle. Knapp 100 Todesfälle meldet die SVLFG dieses Jahr für Bayern, acht davon von Altenteilern – und der tragische Unfalltod zweier Kinder in Balderschwang diese Woche ist nicht mitgerechnet.

Prävention heißt aber manchmal, lieb gewonnene Handlungen aufzugeben: Etwa das Fahren des eigenen Pkw im hohen Alter. Viele sträuben sich aus nachvollziehbaren Gründen dagegen. Doch irgendwann lassen die Fähigkeiten nach: Das Fahren bei Dämmerung strengt immer mehr an und Reaktionen werden langsamer.

Mit unserem aktuellen Heft wollen wir dazu anregen, auch hier über Unfallprävention nachzudenken. „Passiert schon nix“ ist eine Verteidigung, die nur so lange hält, bis doch einmal etwas passiert. Wenn vielleicht sogar die eigenen Enkelkinder Opfer eines mitverschuldeten Unfalls werden, entstehen innerhalb von Sekunden furchtbare Tragödien. Man muss deshalb nicht den Führerschein sofort aufgeben. Aber lesen Sie unseren Beitrag auf Seite 48 und denken Sie über das Thema nach. Wir wünschen eine gute Woche – und bleiben Sie gesund!