Homeschooling

Sollen wir einen Laptop oder ein Tablet kaufen?

Notebook-Homeschooling_ckn
Sven & Peggy Morell
am Donnerstag, 15.04.2021 - 07:10

Ein neues Gerät ist nötig, aber im riesigen Markt der PC-Anbieter fehlt der Durchblick? Wir erklären, worauf es beim Kauf ankommt.

Ob Büro, Fernunterricht oder Videokonferenz: Für die Teilhabe am digitalen Leben sind geeignete Endgeräte notwendig. Das hat uns die Zeit während der Corona-Pandemie gezeigt. Wer mit einem Neukauf eines Laptops oder Tablets liebäugelt, hat es schwer – der Markt ist riesig und unübersichtlich.

Zunächst stellt sich die Frage, welche Gerätekategorie soll es sein? Um es nicht zu kompliziert zu machen, konzentrieren wir uns auf mobile Endgeräte, also auf Notebooks und Tablets. Sie sind flexibel an unterschiedlichen Orten einsetzbar, durch den eingebauten Akku auch zeitweilig ohne Netzanschluss nutzbar, können platzsparend verstaut werden und sind zudem als Komplettgerät wartungs- und garantiefreundlich.

Ob nun ein Notebook oder ein Tablet am besten geeignet ist, hängt von der Nutzung ab. Grundsätzlich gilt: Wer das Gerät ausschließlich zum Konsumieren – Surfen im Internet, Videos schauen oder E-Mails lesen – nutzen will, ist mit einem Tablet gut beraten. Wer das Gerät vielfältiger nutzen möchte, etwa zum Verfassen längerer Texte oder zum Erstellen umfangreicher Präsentationen, für den eignet sich ein Notebook mehr.

Welche Größe?

Das nächste Kriterium ist die Größe des Bildschirms. Auch diese Entscheidung hängt von der Nutzung ab. Die Größe wird meist in Zoll angegeben. Gemeint ist damit die Bildschirmdiagonale, also die Länge von einer Ecke in die gegenüberliegende Ecke. 1 Zoll entsprechen 2,5 cm. Eine Größe von 10 Zoll hat damit eine Bildschirmdiagonale von etwa 25 cm, 15 Zoll ergeben etwa 38 cm und so weiter.

Tablets gibt es üblicherweise in den Größen zwischen 8 und 13 Zoll. Wobei Tablets ab 13 Zoll, schon in die Richtung von kleinen Notebooks gehen. Wer sein Gerät nur gelegentlich verwenden will, es aber immer dabeihaben möchte, dem empfiehlt sich ein kleineres und leichteres Gerät. Wer das Gerät häufig einsetzen will und eventuell auch längere Zeit davor verbringen möchte, sollte sich für ein Tablet ab 10 Zoll aufwärts entscheiden.

Bei den Notebooks haben sich grob die Größenklassen 13, 14 und 15 Zoll durchgesetzt. Hier gilt analog zu Tablets: Wer viel unterwegs ist und nur jeweils kurz am Gerät arbeiten möchte, sollte ein leichtes Notebook mit 13 Zoll wählen. Wer sein Gerät aber hauptsächlich zu Haus als Hauptgerät und über eine längere Zeit, etwa zum Arbeiten oder für den Fernunterricht nutzen will, sollte zu einem Gerät ab 14, besser 15 oder16 Zoll greifen. Noch ein Tipp: Wer bereit ist, zusätzlich in einen separaten Monitor, eine Tastatur und in eine Maus zu investieren, der kann locker auch ein kleineres Notebook kaufen. So lässt sich ein angenehmer Arbeitsplatz mit nur einem Verbindungskabel einrichten. Auch bei manchen Tablets ist das schon möglich.

Welches System?

Dann bleibt noch das Betriebssystem zu klären. Für Tablets stehen im Wesentlichen zwei Systeme zur Auswahl: Android von Google und iPadOS von Apple, welches eng mit dem iOS der iPhones verwandt ist. Hier kommt es auf die persönlichen Vorlieben der Nutzer an: Wer schon ein Android-Smartphone hat, wird eher auch zu einem Android-Tablet greifen – iPhone-Nutzer eher zum iPad. Grundsätzlich sind iPads etwas intuitiver in der Bedienung, bieten aber im Gegensatz zu Android weniger Individualisierungsmöglichkeiten.

Die Auswahl bei Notebooks ist etwas größer. Alle Betriebssysteme haben Vor- und Nachteile und eine detaillierte Schilderung würde hier zu weit gehen. Da Windows das weltweit am meisten genutzte Betriebssystem ist, gibt es hierfür die meiste Software und auch die größte Hardwareauswahl. Insofern dürfte Windows für viele Familien die beste Entscheidung sein.

Welche Ausstattung?

Hinsichtlich der Ausstattung von Tablets gibt es wenig zu sagen: Ihre Prozessoren decken die Anforderungen ab, Schnittstellen gibt es fast nie. Lediglich die Größe des Speichers sollte beachtet werden. Um Reserven für die Zukunft zu haben, sollten es mindestens 128 GB sein.

Bei Windows 10-Notebooks gibt es unzählige Geräte auf dem Markt. Hier kann man je nach Anwendung auf einige Ausstattungsmerkmale achten: Will man nicht unbedingt die neuesten Spiele spielen oder professionelle Video schneiden, reichen stromsparende Notebookprozessoren von Intel oder AMD. Eine extra Grafikkarte ist nicht erforderlich. Wer längerfristig eine gute Leistung haben will, achtet auf Prozessoren bei Intel ab einem i5 (aktuell 10. oder 11. Generation) und bei AMD ab einem Ryzen 5 (aktuell 3000-, 4000- oder 5000-Serie). Wichtig ist ein Arbeitsspeicher (RAM) mit mindestens 8 GB. Er gewährleistet eine akzeptable Geschwindigkeit. Hinsichtlich des Festspeichers empfiehlt sich eine SSD (Solid-State-Drives sind moderne Festspeicher ohne bewegliche Teile und damit deutlich schneller als herkömmliche Festplatten) mit mindestens 500 GB. Darauf können zahlreiche Fotos, Videos und Dokumente problemlos abgelegt werden.

Bei den Schnittstellen sind eigene Vorlieben entscheidend: Soll das Notebook statt im WLAN an einem kabelgebundenen Netzwerk hängen, braucht es zum Beispiel einen RJ45-Anschluss. Generell sollte ein Notebook USB-Anschlüsse mit dem Typ A (min. 2) und C (min. 1) haben. Einer davon sollte wenigstens dem USB-Standard 3.0 entsprechen. Wer einen externen Monitor anschließen will, braucht eine Grafikschnittstelle (HDMI oder Mini-HDMI).

Welcher Preis?

Ob Notebook oder Tablet – der Preis unterscheidet sich oft kaum. Trotzdem sind Tablets meist noch einen Tick günstiger. Auch gebrauchte Geräte sind oft noch brauchbar – sie schonen den Geldbeutel und es ist eine nachhaltige Alternative zum Neukauf. Doch Vorsicht beim Privatverkauf auf ebay, Flohmarkt und Co. Hier lauert die Gefahr, dass die Verkäufer Schäden verstecken oder der Akku oft nicht mehr gebrauchbar ist. Beim Kauf eines Second-Hand-Tablet oder Notebook sollte man auf gewerbliche Anbieter zurückzugreifen. Diese prüfen die Geräte vor dem Weiterverkauf gründlich. Ein Beispiel für solche Anbieter ist der europäische Marktführer bei gebrauchter Elektronik rebuy.de.

2-in-1-Geräte

Wer sich gar nicht zwischen Notebook und Tablet entscheiden kann, sollte sich sogenannte Convertibles ansehen – Tablet und Notebook in einem. Bei den meisten Modellen lässt sich der Bildschirm komplett mit einem 360 °-Scharnieren wegklappen. Fazit: Ihr Bildschirm ist zwar recht groß, sie sind damit aber auch schwerer als normale Tablets und teurer als Notebooks.

Zusätzlich gibt es Tablets mit abnehmbarerer Tastatur (sogenannte Detachables). Diese könnten theoretisch auch für die tägliche Arbeit genutzt werden (zumindest übergangsweise), allerdings sind sie in der Handhabung oft unstabil und unkomfortabel. Solche Kombigeräte sind meist teurer als reine Tablets oder Notebooks mit vergleichbarer Technik, dafür sind sie flexibler und super für den mobilen Einsatz.

Top Themen:
  • Hitzestress: Luft und Abkühlung im Stall
  • Heu bergen am Hang
  • Humusaufbau – wie geht das?
  • Schwärmflug der Fichtenborkenkäfer
  • Singen: Eine Wohltat für unsere Seele
  • Das Ranking der Schlachthöfe
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote