Großfamilie

Ferienzeit als Familienzeit

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Sandra Schwägerl
am Donnerstag, 16.08.2018 - 08:58

Omas und Opas sind eine Stütze der Familie.

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Schon seit drei Wochen liegen die Schultaschen in den Ecken – und wenn es nach den Kindern geht, dürften diese da wohl gerne liegen bleiben. Ausschlafen und dafür länger aufbleiben dürfen, in der Zeit dazwischen Freunde besuchen oder die Zeit mit Mama und Papa verbringen. Nur haben die Eltern gerade auf den Höfen alle Hände voll zu tun. Wie gut, wenn es die Omas und Opas gibt!

So gerne Sie, liebe Leser, als Betriebsleiter Ihren Nachwuchs auch um sich haben – wenn man ganz ehrlich ist, bringt so ein Besuch beim Landwirtschaftsamt mit Kindern im Gepäck doch keinem richtig Freude. Gerade in den Ferien sind da die Großeltern unverzichtbar. Die gemeinsame Zeit mit den Enkeln entlastet nicht nur deren Eltern, sondern verbindet auch zwei unterschiedliche Generationen miteinander. Ich bin immer wieder fasziniert vom genügsamen Landleben meiner Großeltern und von ihren Erfahrungen, die auch mir Nutzen bringen.

Und nach immerhin zwei Jahren Kontrastprogramm, dem Leben in der bayerischen Landeshauptstadt, verrate ich Ihnen meine Zwischenbilanz in Sachen Apfelstrudel: Mit dem von meiner Oma kann da keiner mithalten. Wenn man sie nach dem Rezept fragt, scheint’s ganz einfach: Eine Handvoll von dem, ein bisserl davon – und: „so viel Äpfel braucht’s gar ned“. Ihre Bescheidenheit zeigt sich auch in dieser spartanischen Beschreibung.

Im heutigen Heft stellen wir fünf Familien vor, bei denen die Großeltern eine große Rolle spielen: Als Kinderbetreuer gut für die Eltern und als Kumpel für die Jüngsten, wie ein Enkel bestätigt. Und auch die Großeltern fühlen sich gut dabei, mehr Zeit für die Kindeskinder zu haben – war es doch bei den eigenen nicht so oft möglich, wie sie es gerne gehabt hätten. Zudem hat man den Luxus, dass man sie wieder „zurückgeben“ kann. Doch mehr soll den Beiträgen nicht vorweggenommen werden.

Deshalb ganz allgemein, auch wenn Generationenkonflikte in der Familie nicht immer vermieden werden können: Nutzen Sie die gemeinsame Zeit und seien Sie geduldig – beim Übermut der Kinder, bei den Sorgen ihrer Eltern und der Nachsichtigkeit der Omas und Opas. Das wusste schon Goethe: „Wie wirksam ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß“.

Je länger ich schreibe, desto mehr Lust bekomme ich darauf, meine Familie in der Heimat zu besuchen: Es ist Freitag, mit etwas Glück gibt’s Apfelstrudel.