Vorsorge

Die Familie günstig absichern

Familie
Stiftung Warentext
am Montag, 17.02.2020 - 11:54

Wenn dem Hauptverdiener etwas zustößt, kann das für junge Familien bittere finanzielle Konsequenzen haben. Eine Risikolebensversicherung ist hier ein günstiger Schutz. Wir zeigen, worauf man achten sollte.

Für viele Menschen ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung sinnvoll. Die Stiftung Warentest rät vor allem jungen Familien und Alleinerziehenden mit Kindern dazu. Denn falls der Hauptverdiener stirbt, erhalten die Hinterbliebenen eine größere Geldsumme. Sinnvoll ist der Schutz aber auch für Paare ohne Kinder, wenn ein Partner allein den Lebensstandard nicht halten könnte, oder Selbstständige, die mit einem Partner einen eigenen Betrieb aufbauen. Ein Test der Stiftung Warentest zeigt: Der Schutz ist nicht teuer. Eine Modellkundin erhält schon für gut 20 €  monatlich eine Versicherungssumme von 250 000 €.

Schutz schon für 20 Euro monatlich

Teure Verträge kosten fast dreimal so viel. Die Versicherungssumme setzen die Finanztester im Modellfall mit 250 000 € an. Sie muss reichen, um das ausgefallene Einkommen für die nächsten Jahre zu ersetzen. Faustregel: Die Summe sollte beim Drei- bis Fünffachen des Jahresbruttoverdiensts liegen. Zur Orientierung: 250 000 € bringen 20 Jahre lang monatlich 1148 €, wenn man das Geld zu 1 % Zinsen anlegen kann.

Oft reicht es, wenn die Police mit dem 55. oder 60. Lebensjahr endet. Dann sind die Kinder aus dem Gröbsten raus und der Partner kann wieder Vollzeit ins Arbeitsleben einsteigen. Wer einen nicht berufstätigen Lebenspartner absichert oder Kinder fürs Studium versorgen möchte, wählt eine längere Laufzeit. Das macht zwar den Beitrag teurer. Aber falls ein unerwarteter Geldsegen kommt, etwa eine Erbschaft, ist es jederzeit möglich, sie zum Ende des Versicherungsjahrs zu kündigen.

Versicherer checken Gesundheitszustand

Vor Vertragsabschluss checken Versicherer den Gesundheitszustand. Gezielt fragen sie nach Erkrankungen wie Migräne, Heuschnupfen, Depressionen. Zusätzlich wollen sie den Namen des Hausarztes und das Einverständnis, dort einen Bericht einzuholen.So sehr es dabei ins Private geht, so korrekt sollte man bei den Antworten sein und alles angeben, etwa häufige Arztbesuche selbst dann, wenn nichts vorlag.

Wer Krankheiten verschweigt, riskiert den Versicherungsschutz. Dann bekommen die Angehörigen gar nichts. Will jemand eine hohe Versicherungssumme, verlangen die Anbieter ein ärztliches Gutachten, oft schon ab 300 001 €. Wer wegen einer Vorerkrankung Sorge hat, eventuell keine Police zu bekommen, sollte eine Summe knapp darunter abschließen.

Kaum Unterschiede in der Leistung

Bei den Leistungen unterscheiden sich die Angebote nicht wesentlich. Auch die günstigen Tarife decken die entscheidenden Risiken ab. Bei der Auswahl kann man beruhigt in erster Linie auf den Preis achten. Viele Versicherer haben mehrere Tarife: eine preisgünstige Basisvariante sowie Angebote mit erweiterten Leistungen.

Doch nur wenige Extras sind im Einzelfall sinnvoll:

  • Nachversicherungsgarantie: Sie gibt Kunden das Recht, noch Jahre nach Vertragsabschluss die Versicherungssumme heraufzusetzen ohne neue Gesundheitsprüfung. Üblich ist, dass ein Anlass vorliegen muss, zum Beispiel Heirat, Geburt eines Kindes, Gehaltserhöhung oder Kauf einer Immobilie. Viele Tarife bieten die Garantie aber nicht für jeden dieser Anlässe.
     
  • Verlängerung: Mit diesem Zusatz können Versicherte nachträglich ohne neue Gesundheitsprüfung die Laufzeit verlängern. In einzelnen Tarifen gilt die Verlängerungsoption nur bis zu einer Altersgrenze.
     
  • Vorgezogen: Viele Tarife bieten an, die Versicherungssumme schon vor dem Tod auszuzahlen, wenn eine schwere Krankheit mit tödlichem Verlauf vorliegt. So können Versicherte, die unheilbar erkrankt sind, teure Heilungswege versuchen, die die Krankenkasse nicht bezahlt.

Haben Kunden Vorerkrankungen, nehmen die Versicherer Risikozuschläge, je nach Risiko. Chronisch Kranke werden oft abgelehnt. Alternative: Einige Versicherer bieten an, genau diese Erkrankung auszuschließen. Dann zahlen sie nichts, wenn sie die Todesursache ist. Solche Ausschlüsse sollte man vermeiden und lieber Risikoaufschläge in Kauf nehmen oder Voranfragen bei anderen Versicherern versuchen. Es empfiehlt sich, die Anfrage anonym zu stellen.

Teuer ist das Rauchen. Wer qualmt, zahlt oft das Doppelte, mitunter auch mehr als das Dreifache. Bei einigen Tarifen muss man seit mindestens einem Jahr rauchfrei sein, bei anderen zehn Jahre.

 

Tipps für den Vertragsabschluss

  • Bedarf: Eine Risikolebensversicherung ist ratsam, wenn Sie Angehörige absichern wollen, zum Beispiel Partner oder Kinder. Ein Single braucht keine.
     
  • Anbieter: Die günstigsten Angebote für den Modellfall im Test haben bei den Nichtrauchertarifen Europa, Huk24 und CosmosDirekt. Bei Angeboten für Raucher sind es Europa, Interrisk und Hannoversche.
     
  • Umstieg: Wenn Sie bereits einen Vertrag haben, kann es sich lohnen, in eine preisgünstigere Police zu wechseln. Dafür kann aber eine neue Gesundheitsprüfung notwendig werden. Den bisherigen Vertrag können Sie jährlich kündigen.
     
  • Krank: Wer befürchtet, aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt zu werden, sollte anonym eine Risiko­voranfrage stellen, zum Beispiel per Telefonanruf. Auch ein unabhängiger Versicherungsberater kann dies für Sie erledigen.