Weltenlohn

Dankbarkeit für das Gute

Danke
Dekan Thomas Guba, Bayreuth-Bad Berneck
am Donnerstag, 19.09.2019 - 11:38

Am kommenden Sonntag spielt das Evangelium von der Heilung der zehn Aussätzigen eine Rolle im Gottesdienst.

Solche Situationen kennen wir! Da hilft man jemanden, man erwartet wenigstens ein Dankeschön und nichts passiert. Mir ist das jedenfalls schon öfters so gegangen. Ich kenne aber auch andere Menschen, welche, die sich regelmäßig bedanken. Mein Großvater war so ein Mensch. Er bedankte sich jeden Tag dafür, dass seine Frau, meine Oma, ihm ein Essen gekocht hat. Das fand ich als Kind komisch, weil es für mich selbstverständlich war. Heute merke ich, dass es wirkliche Dankbarkeit war.

Am kommenden Sonntag spielt das Evangelium von der Heilung der zehn Aussätzigen eine Rolle im Gottesdienst. Alle zehn sehen Jesus und bitten ihn, dass er sich ihrer erbarmen möge. Jesus fordert sie auf, zu den Priestern zu gehen und dort merken sie alle zehn, dass der Aussatz verschwunden ist und sie geheilt sind.

Man kann sich vorstellen, dass sie alle glücklich waren und dankbar. Aber nur ein einziger hat sich daran erinnert, wer ihnen geholfen hat. Er kehrte um, pries Gott und bedankte sich bei Jesus. Der ist ein wenig verwundert und fragt, ob denn die anderen neun nicht auch geheilt wurden. Wo sind die abgeblieben? Und er sagt zu dem einen – übrigens ein Fremder – der zurückkam: „Steh auf, geh hin; dein Glaube hat Dir geholfen.“

Ich war natürlich nicht dabei. Aber es könnte ja sein, dass die anderen neun so glücklich waren, dass sie sofort zu ihren Familien gelaufen sind und die neu gewonnene Gesundheit gefeiert haben. Komisch ist es trotzdem: Bedankt man sich nicht zuerst bei dem, der einem etwas gegeben hat?

Jetzt könnte man sagen, dass die Welt ja genau so tickt; „aus den Augen aus dem Sinn“; „Undankbarkeit ist der Lohn der Welt“, sagt man ja auch. Das mag alles stimmen. Dennoch muss es ja bei uns losgehen. Wir sollten besser hinschauen, mit Dank und Lob nicht sparen. Nicht immer nur „kritisch“ hinschauen, sondern dankbar sein für die vielen guten Lebensereignisse und davon erzählen.Und, das darf nicht zu kurz kommen: Wir dürfen uns dafür auch bei Gott bedanken, der uns beisteht im Leben. Vielleicht sagt Jesus zu uns ja das gleiche: „Dein Glaube hat Dir geholfen!“